02. 07. 2007
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Reisen

Botanische Verführungen

Explosionen von Farbe und Form. Betörende Düfte. Verlockende Früchte. Floridas Pflanzenvielfalt ist ein Fest für die Sinne. Zu jeder Jahreszeit blüht und grünt es hier – und wer Antworten auf die bohrende Frage »Was ist das nur?« sucht, ist in einem der erstklassigen botanischen Gärten des Sunshine States bestens aufgehoben.

Autor: Katrin Kerner

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Bougainvillea, Gummibaum und Weihnachtsstern: Was bei so manchem Hobbygärtner zu Hause auf der Fensterbank sein karges Dasein fristet, wuchert in Floridas subtropischem Klima oft meterhoch und ist kaum wiederzuerkennen. Man muss jedoch kein ausgesprochener Pflanzenfreund sein, um in den Bann dieser exotischen Flora zu geraten. Wenn die vielen blühenden Bäume das ganze Jahr über regelrechte Farborgien bieten, ist das kaum zu übersehen: der flammend rote Royal Poinciana zum Beispiel oder das goldgelbe Blütenmeer des Tabebuia-Baums. In den Vorgärten wachsen statt Tulpen und Forsythiensträuchern bunte Paradiesvogelblumen und der duftende Frangipani. Um sich in diesem botanischen Neuland orientieren zu können, gibt es kaum einen besseren Ort als einen der über 20 botanischen Gärten in Florida.

Botanische Gärten haben eine lange Tradition. In Europa waren es meist die Sammlungen der Königshäuser oder Universitäten, die zur Anlage der größten und berühmtesten Gärten führten. In der neuen Welt hingegen steckt vielfach ein privater und leidenschaftlicher Sammler hinter dem Ursprung eines botanischen Gartens – besonders die erfolgreichen Industriellen der vorigen Jahrhundertwende, die das nötige Kleingeld besaßen, um weltweite Reisen zu unternehmen auf der Suche nach neuen und seltenen Pflanzen. Meist konnten sie sich die besten Landschaftsarchitekten ihrer Zeit leisten, sodass neben der exotischen Pflanzenfülle auch die Gartengestaltung eine große Rolle spielte: der Garten als Oase der Ruhe und Schönheit.

Interessant ist Floridas Flora auch deswegen, weil sich von Nord nach Süd verschiedene Klimazonen erstrecken, die eine außergewöhnliche Artenvielfalt erlauben. So findet man zwar wegen der kühleren Winter in Nordflorida keine tropischen Gewächse, dafür ist das Klima ideal für Azaleen, Kamelien und Magnolien, die im Frühling zu einer traumhaften Blütenexplosion führen. Somit hat jeder botanische Garten rund um Florida seine ganz besondere Note – seien es jahreszeitliche Blütenhöhepunkte, besondere Artensammlungen oder die Spezialisierung auf Früchte und andere wirtschaftlich nutzbare Tropenpflanzen.

Letzten Endes ist ein botanischer Garten ein lebendiges Museum. Ein Ort, der seine Besucher ins Staunen versetzt, ihre Neugier stillt und neues Wissen vermittelt. Doch es ist vor allem der Genuss der Ästhetik und Besinnlichkeit eines geschickt angelegten Gartens, der den Besuch zu einer wahren Freude macht. Und das ist einfach unbezahlbar.

FAIRCHILD TROPICAL BOTANIC GARDEN

Die Gartenkönigin: Wer sich für tropische Pflanzen interessiert, darf diesen einmaligen Garten nicht verpassen – das gilt besonders für Palmenfans. Die Statistik zeigt zwar den Hang zur Superlative bei dieser Anlage, doch das sagt längst nicht alles: Auf 38 Hektar finden Sie über 550 Arten von Palmen aus aller Welt, dazu fast alle 200 Arten der urtümlichen Palmfarne, deren gesamte Gattung vom Aussterben bedroht ist. Fast 2000 exotische Pflanzen kann man im Schaugewächshaus »Windows to the Tropics« bewundern, etliche mehr im »Rainforest«, wo man in den feucht-schwülen Dschungel eines tropischen Regenwalds tritt. Von den 740 Arten blühender Bäume sind das ganze Jahr über immer einige in Blüte zu bewundern. Und das ist nur der Anfang...

Denn nicht nur die imponierende Menge an botanischer Vielfalt macht den Fairchild Garden so einmalig, sondern vor allem die Gartengestaltung. Das harmonische Miteinander von Farben und Formen, von weiten Ausblicken gepaart mit lauschigen Nischen, von Wegen mit immer neuen Überraschungen ist einfach stimmig. Man spürt, dass hier ein Meister am Werk war – kein geringerer als William Lyman Phillips, der in Florida ebenfalls für die Bok Tower Gardens verantwortlich ist.

Empfehlenswert ist eine Tramtour, um das volle Ausmaß des Gartens zu erleben – und dann muss man sich leider entscheiden, was einem am wichtigsten ist, denn alles schafft man einfach nicht! Praktisch: Am Eingang wird immer darauf hingewiesen, welche Pflanzen gerade Blütezeit haben. Lohnenswert sind auch die zahlreichen Sonderveranstaltungen, bei denen spezielle Pflanzengruppen im Mittelpunkt stehen, wie etwa das Mangofestival oder die Orchideen- und Bromelienschauen.

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02. 07. 2007
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