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Floridas Vogelwelt: Was zwitschert denn da?

Florida ist ein Paradies für Vogelfans – und solche, die es noch nicht sind. Kaum irgendwo ist es einfacher, so viele verschiedene Vogelarten zu beobachten. Kein Wunder, schließlich hat Florida mit seinen Küsten, Inseln und zahlreichen Feuchtgebieten eine Vielfalt an Lebensräumen zu bieten, die für Vögel besonders attraktiv sind. Wir haben uns für Sie zum "Bird Watching" aufgemacht.

Autor: Katrin Kerner

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Roseate Spoonbill (1)
Rosalöffler (Ajaia ajaja)

Unverkennbar ist dieser auffällig gefärbte Schreitvogel, der einzige Vertreter der Löfflerfamilie auf der Westhalbkugel. Bei der Nahrungssuche, die er hauptsächlich in den Dämmerungsstunden an geschützten Flachwassergebieten abhält, verfolgt er eine ganz spezielle Technik: Der breite, flache Schnabel wird leicht geöffnet im Wasser hin- und hergeschwungen und schnappt aufgrund hochempfindlicher Nervenenden bei Berührung der Beute plötzlich zu – mitsamt kleinen Fischen und Krustentieren.

Erkennungsmerkmale
Einzigartig – meistens in Gruppen anzutreffen, vorzugsweise in Mangrovengebieten, Estuaren und Buchten.

Brown Pelican (2)
Braunpelikan (Pelecanus occidentalis)

Die beliebten Flugkünstler mit ihren gewagten Sturzflugmanövern zum Fischfang sind der Inbegriff von Floridas Küstengebieten. Mit ihrem dehnbaren Kehlsack fangen sie Fische, die in Schwärmen dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen. Typisch sind auch ihre Formationsflüge, die sie in langen Reihen dicht über der Wasseroberfläche ausführen. Pelikane nisten auf Bäumen und Büschen auf Inseln und Sandbänken. Die Brutkolonien umfassen oft Hunderte von Nestern, in denen jeweils zwei bis drei Junge aufgezogen werden.

Erkennungsmerkmal
Zur Brutzeit färbt sich die Rückseite des sonst weißen Halses dunkelbraun.

Anhinga (3)
Amerikanischer Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga)

Als Süßwasserbewohner kommt dieser Ruderfüßler mit dem schlanken Hals hauptsächlich an Sümpfen, Flüssen, Teichen, Kanälen und Gräben vor. Der wendige Unterwasserjäger spießt mit seinem spitzen Schnabel Fische auf und nutzt seinen kräftigen Schwanz als Antrieb. Nach getaner Arbeit sitzt er mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne, um sein Gefieder zu trocknen, das nicht wasserabweisend ist. Dies zeigt die unterschiedliche Geschlechterfärbung: Weibchen haben helleres Gefieder an Hals und Kopf.

Erkennungsmerkmal
Der spitze Schnabel ist – im Vergleich zum Kormoran – ungebogen.

Turkey Vulture (4)
Truthahngeier (Cathartes aura)

Geier gehören ohne Frage zum typischen Landschaftsbild Floridas: Man sieht sie hoch oben am Himmel schwebend, wo sie auf ihren großen Schwingen in der aufsteigenden Thermik unermüdlich ihre Kreise ziehen oder sich mitten auf der Straße in einer Gruppe um ein verendetes Tier scharen. Die Aas fressenden »Müllwerker« sind ein unentbehrlicher Teil der Nahrungskette. Auf dem Boden bewegen sie sich eher unbeholfen, oft hüpfend fort. Zur Dämmerung versammeln sie sich in großen Scharen auf abgestorbenen Bäumen.

Erkennungsmerkmal
Roter, kahler Kopf – im Vergleich zum Black Vulture, der komplett schwarz gefärbt ist.

Great Egret (5)
Silberreiher (Ardea alba)

Dieser elegante Schreitvogel repräsentiert wie kaum ein anderer den Erfolg des Naturschutzes. Er wurde einst fast ausgerottet, weil seine langen Federn, die während der Brutzeit Brust, Kopf und Rücken zieren, im späten 19. Jahrhundert so begehrenswert für den Hutschmuck der feinen Damen waren. Dank Floridas Vorreiterrolle in der Naturschutzbewegung ist er heute wieder im ganzen Bundesstaat zu Hause, Hauptbrutgebiet ist im zentralen und südlichen Florida. Der Silberreiher ist meist watend am flachen Gewässerrand anzutreffen, wo er Fische und andere Wasserlebewesen jagt.

Erkennungsmerkmale
Schwarze, lange Beine, gelb gezeichnetes Gesicht und spitzer Schnabel.

Great Blue Heron (6)
Amerikanischer Graureiher (Ardea herodias)

Einer der häufigsten und größten Vertreter von Floridas vielen Schreitvögeln. Als typischer Bewohner von Sümpfen, Seen und Flüssen scheut er jedoch nicht die Nähe zu Menschen: Auch an Kanälen oder Golfplätzen inmitten dichter Besiedlung fühlt er sich zu Hause. Angler kennen ihn als klassischen Bittsteller, wenn er an Piers, Docks oder am Strand darauf wartet, dass ihm ein Leckerbissen zufällt. Dieselbe Geduld zeigt der Graureiher auch beim Beu-tefang: Stockstill steht er im Wasser und lauert, um dann blitzschnell zuzuschlagen.

Erkennungsmerkmale
Dunkelste Reiherart, Schmuckfedern an Kopf, Hals und Rücken.

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