01. 10. 2011
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Reisen

Daytona Beach: Am Pferdestärken-Strand

Wohl kein anderer Strand in Florida ist so legendär wie der von Daytona Beach. Hier treffen sich Autofans, Bikini-Beautys und Wassersportler zum ewigen Sommer-Sonne-Puderzuckersand-Happening. Wir waren für ein paar Tage selbst Teil der großen Inszenierung.

Autor: Tanja Weithöner

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Pssch. Pssch. Der heiße Sand spritzt. Bei jedem Schritt höher, bald bis zur Hüfte. Pssch. Pssch. Wir laufen schneller. Die Sonne knallt. Delfinschwärme springen. Der lupenreine Atlantik rauscht aufgeregt. Unser Blut auch. Macht nichts, wir laufen noch schneller. Die hautengen Lycras knatschen, unsere Herzen klopfen. Schließlich rennen wir nicht irgendwo, sondern zwischen sonnenbadenden Bikini-Beautys und cruisenden Amischlitten am berühmten Daytona-Auto-Beach. Bald werden es auch alle unsere Facebook-Freunde wissen.

Und plötzlich, »wrrooom«, schnellt hinter uns die Tür eines Minivans auf, Rockmusik quillt heraus, wir passen für einen Moment unseren Laufrhythmus dem zackigen Groove an, einer der Insassen hält seine Kamera direkt auf uns. »Klick!« Wir ahnen, dass wir, zumindest aber einige knackige Teile unseres Körpers, bald in einer Kodak-Galerie auftauchen werden. »Hey, are you in training for the triathlon?« schallt es von einem der Rücksitze hinter den getönten Scheiben. Dann ist die Autotür auch schon wieder ins Schloss geschnappt. Der Van zieht an uns vorbei, während der Fahrer lässig winkt, den Arm aus dem geöffneten Fenster hängend und die Kühlbox mit den Bud Ice Sixpacks und den T-Bones fürs Beach Barbecue auf dem Beifahrersitz.

Aber Moment mal, wir wollten doch Abzüge … egal, wir legen einen Zahn zu, das Kompliment mit dem Triathlon hat uns beflügelt. Außerdem treibt uns der Gedanke, dass die Strandausfahrten in wenigen Minuten schließen, zu ungeahnten Höchstleitungen an. Unser schwarzes Leih-Cabrio ist nicht einmal am apfelsinenfarbenen Horizont zu sehen, zu sehr flirrt die Hitze. Zu doll hämmert der Puls. Und dann sehe ich IHN. DEN Beachpatrol-Officer, der sich unserem Chrysler nähert. Der will doch wohl nicht ... Doch DER will. Der Block fürs Knöllchen war jedenfalls schon gezückt, der Kugelschreiber auch. Der Haken sowieso. »Ok, Lady, wir machen eine große Ausnahme.«, sagt der Officer in sexy gebrochenem Deutsch zu mir und versenkt den Notizblock tief in seiner Hosentasche. Puuuh, Schw… gehabt.

Wir schwingen erst die Handtücher, dann uns auf die Sitze und brausen erleichtert ab Richtung Hotel (direkt am Strand: Wyndham Ocean Walk, ab 126,50 Dollar/Nacht; www.oceanwalk.com). Die Dusche, die folgt, werde ich nie vergessen - wie die tausend kühlen Tropfen auf mich prasseln. »Entspann Dich! Gut gelaufen!«, flüstern sie mir zu. Die Kruste aus Schweiß und Meersalz löst sich von meiner Haut wie das Himalaya-Steinsalz beim ersten Öffnen von warmen Jakobsmuscheln.

Und dann geht es wirklich zum Fischessen an den Daytona Main Street Pier, mit 1000 Fuß übrigens der längste der amerikanischen Ostküste. Ja, Pier, nicht Bier, obwohl: den leichten Gerstensaft gibt es dort auch. Und den gönnen wir uns jetzt – im geeisten Plastik-Pitcher. Dazu ordern wir eine Riesenportion fangfrische Crablegs im Polyrattankörbchen und hausgemachten Coleslaw (die leckere US-Version unseres Party-Weißkohlsalats). Hhmmm. Die Grouper Sandwiches sollen hier ebenfalls fantastisch sein. »That’s Florida! We love it«. Das perfekte Abendessen. Ohne Schischi, ohne Stress. Dafür mit ganz viel Relax-Atmosphäre. Unser magischer Florida-Moment.

Lediglich drüben am Ufer zucken die Lichter vom »Daytona Boardwalk«, Floridas Tivoli an der Atlantic Avenue (und ja, der Name IST Programm, hier reiht sich eine Attraktion an die nächste). Wie fluoreszierende Oktopus-Tentakel zittern die Seile von »Daytona Sling Shot«, wenn sie die Fahrgäste mit 100 Meilen pro Stunde in den Himmel katapultieren. Wow! Wir sehen und staunen. »Wollen wir auch, Schatz?« »Nein, danke, ehrlich!«, da schaue ich mir Daytona lieber vom »Sky Lift« aus an, der gemächlich über den Pier gondelt.

Wen es dann doch in eine trendy Outdoor-Bar zieht, braucht nur mit dem lachenden Menschenstrom bis zum nördlichen Ende des Boardwalks zu schwimmen. Man kann es gar nicht verpassen, das angesagte »Mai Tai«, denn zwischen den Designer-Sitzecken flimmern Fackeln, aus den Boxen hört man loungige Rhythmen.

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01. 10. 2011
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