Normalerweise kann man hier scheue Meerschildkröten bei der Morgengymnastik überraschen. Aber seit vor zwei Jahren zwei 14-Mann starke Bauteams angerückt sind, um in drei Jahren für sechs Millionen US Dollar jeden einzelnen Mauerstein der zwei bröckelnden Mauern (insgesamt sind es sechs) vom Fort auszuwechseln, ist es mit der himmlischen Ruhe und dem unverstellten Blick auf's sanfte Türkismeer vorübergehend vorbei, so der Miami Herald.
Vom 2½-Stunden Bootsfahrt entfernten Werzeugladen wird zwischendurch "mal schnell" dies und das Ersatzteil geholt, um den kultivierten, roten Backsteinbrocken - ursprünglich als trutziger Beschützer nach den Seegefechten von 1812 Ziegel für Ziegel liebevoll aufeinandergesetzt - für uns Touristen aufzuhübschen.
Verschlossen zwischen 1846-1874 die groben Ziegelporen des "Guardian of the Gulf" noch den Schweiß von tausenden Deserteuren und Sklaven, fordern die wuchtigen Mauern heute ihren Tribut von den feingeistigen Restaurateuren, die schon dem berühmten "New England Patriots' Gillette Stadium" und den "Frank Lloyd Wright Buildings" zu neuem Glanz verhalfen.
Bestimmt polieren Sie für uns zum Schluss ihrer Arbeit auch die beeindruckenden, schmiedeeisernen "Blenden" (sie wiegen 1.800 Pfund) blitzblank, obwohl sie es waren, die die Fort-Mauern letztendlich zum Bersten brachten. Und das nicht durch Kanonenfeuer, wofür sie ursprünglich konstruiert wurden, sondern ganz einfach weil sie sich über die Jahre in peitschender Salzwassergischt und brennender Sonneneinstrahlung bis auf die doppelte Größe ausdehnten.
Sie möchten selbst sehen, ob die Experten Steine und Eisen originalgetreu hinbekommen haben? Dann nichts wie hin! Das heißt, wenn Sie - anders als die Restaurateure - die Hurrikan-Saison nicht scheuen und in Sachen Seekrankheit unempfindlich sind!
Schöne Übernachtungsmöglichkeit: Das Southernmost on the beach, nur einen Steinwurf vom Katamaran-Ableger Richtung Tortugas entfernt (Tagesraten im Juli ab 269 US Dollar pro Zimmer bei 3 Nächten).


