Eigentlich ist es immer dasselbe Spiel: Der Countdown läuft, der Boden zittert (unsere Finger am Kameraauslöser auch), der Blick geht gebannt in eine Richtung (nach oben). Eine Flamme. Ein Kondensstreifen. Dann nichts mehr ... Und doch ist es dieses Mal anders. Denn es ist das finale "Go". Umso wichtiger, dass man sich richtig in Position bringt. Eine zweite Chance wird es nicht geben.
Option eins: die "Nahste". Der Kennedy Space Center Causeway, sieben Meilen von der Abschussrampe, nur der Banana River zwischen Ihnen und der Rakete. Besonders schön ist es hier, wenn sich die Flamme der entfachten Raketenbooster im Fluss widerspiegelt. Entsprechend schnell sind die Tickets ausverkauft, manchmal innerhalb von Minuten, nachdem sie in den freien Verkauf gegangen sind (Tipp: Der Verkauf beginnt immer drei bis sechs Wochen vor dem geplanten Start. Kostenpunkt: 46 bis 56 Dollar).
Option zwei: die "Nahverbaute". Der Kennedy Space Center Visitor Complex, fast genauso nah dran, aber Bäume und Hochspannungsleitungen drängen sich zwischen Sie und die Raumfähre. Das Gute: Karten sind leichter zu ergattern (und günstiger; 38 Dollar/Erwachsene oder 28 Dollar/Kinder im Alter von drei bis elf Jahren). Und wenn das Shuttle erst mal an Höhe gewonnen hat, kann man auch von hier aus super sehen.
Option drei: die "Multimediale". Die Astronaut Hall of Fame in Titusville, zwölf Meilen vom Kennedy Space Center entfernt. Das Beste gleich am Anfang:Es gibt (Tickets 17 Dollar/Erwachsene und 13 Dollar/Kinder im Alter von drei bis elf Jahren) Jumbo-Screens, echte Astronauten und überdimensionale Countdownuhren. Genauso gut könnte man aber auch vom Beach Line Expressway (auch bekannt als "State Road 528") aus schauen. Oder von der U. S. 1. Oder von der Road A1A ... und nur Indian und Banana River sind Ihre Zeugen. Der Ausblick vom Straßenrand ist natürlich kostenlos, obwohl einige Anwohner fürs Parken 20 bis 30 Dollar verlangen.
Insider schwören allerdings auf eine ganz andere Spotting-Alternative: den Space View Park in Titusville. 15 Meilen vom Launch Plateau entfernt, aber umso intimer, was das Drumherum betrifft. Neugierige treffen hier schon zwölf Stunden vor der geplanten Startzeit ein, breiten ihre Picknickdecken und Schlafsäcke aus. Spielen Karten. Trinken Bier aus Dosen.
Camping-Idylle, die zu kippen droht, wenn alle doch warten müssen. Denn nicht selten werden heiß ersehnte Shuttlemissionen verschoben, manchmal um mehrere Tage oder sogar Monate.
Das wird sich wohl in dieser Hemisphäre nicht mehr ändern. Auch die letzte Mission, Endeavor, ursprünglich geplant für den 16. September 2010, wurde auf einen noch unbestimmten Tag im November verschoben. Die Discovery Mission, für den 29. Juli 2010 vorgesehen, ist – bis jetzt noch – "on track" …
Und falls es mal wieder länger dauert: Merritt Island National Wildlife Refuge oder Canaveral National Seashore besuchen, das empfiehlt auch die New York Times.


