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Floridas schönste Autotouren entlang der Sonnenküste

Jede Jahreszeit ist schön, das Klima immer mild. Pinellas Suncoast hat das ganze Jahr Saison. Florida Sun ist entlang des herrlichen Küstenstreifens von St. Pete Beach nach Tarpon Springs gefahren. Und hat dabei erfahren, wie relativ die Zeit werden kann.

Autor: Dirk Rheker

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Cindy hatte mich gewarnt. Ich würde nicht weit kommen, hatte sie mir bei Croissants und frisch gepresstem Orangensaft prophezeit. Ich ließ mich an diesem sonnigen Morgen im hübschen ’Puter Coffee Cup in St. Pete Beach aber nicht beeindrucken. Denn das Frühstück hier war phantastisch. Nichts, was mich und meine Tour hätte aufhalten können. Von der Südspitze des Barrier Islands, das sich zwischen Golf und Pinella Peninsula gelegt hat wie ein langer sandiger Wurm, wollte ich gemütlich die Bundesstrasse SR 699 hoch fahren bis Clearwater Beach. Und von dort aus weiter Richtung Tarpon Springs, der alten Schwammtaucher-Metropole. Eine Strecke von 50 Meilen vielleicht, großzügig gerechnet.

Cindy, die Serviererin im Internet-Frühstückscafé, lächelte nur mitleidig. Ich wisse ja wohl, dass an diesem Küstenabschnitt nördlich von St. Petersburg einige der größten Attraktionen Floridas liegen? Treasure Island zum Beispiel. Oder die berühmten Strände von Redington Shores. Gut, dass ich mein Kulturprogramm in St. Petersburg schon gestern absolviert hatte: Im Salvador Dali Museum, der phantastischen Sammlung des spanischen Surrealisten. Und natürlich im Museum of Fine Arts mit seiner beeindruckenden Kollektion alter Meister und den berühmten präkolumbianischen Artefakten. Anschließend zu Fuß ein Abstecher auf die betriebsame Pier, die sich wie ein verirrtes UFO in die Tampa Bay schiebt und zum Shoppen und Bummeln einlädt.

Der Reiseführer hatte empfohlen, den Küstenabschnitt mit dem Auto zu erkunden und selbst zu entscheiden, wo man Rast macht. Nach diesen ganzen Ratschlägen sind meine Erwartungen hinter dem Lenkrad hoch. Doch beeindruckend ist auf den ersten Kilometern zunächst nur die Zahl der Hotels: Ein Kasten nach dem anderen stemmt sich wuchtig in den strahlend blauen Himmel: Dem Beach Haven folgen das TradeWinds Island Grand Resort, das Sirata Beach Resort und die Travelodge St. Pete Beach - allesamt tolle Anlagen, sehr gepflegt. Andere Hotels sind nicht gerade Schönheiten - irgendwie haben sie da in den siebziger Jahren manche Bausünde ins Paradies geklotzt.

Erster Halt am Sunset Beach mit seinen Schindel- und Bretterhäusern. Hier lassen die Einheimischen jeden Abend in flipfloppenden Strandschuhen ihre mit Fliegengittern bespannten Türen hinter sich zufallen, um die paar Schritte zum Strand zurückzulegen. Ein Plankenweg verläuft einen knappen Kilometer lang zwischen dem Golf und der Bucht. Im Süden kann ich das Don Cesar Hotel sehen, das aus der Nähe einer rosaroten Hochzeitstorte ähnelt, sich aber jetzt aus der Entfernung fast nebelhaft blass in die Lüfte streckt. Anschließend geht's ins Dolphin Village, dem größten Shopping Center an den Golfstränden. Ich kaufe ein paar Strandutensilien, Souvenirs und Geschenke. Auch ein T-Shirt mit irgend einem albernen Aufdruck nach dem Motto "I love Florida". Ist das schon der erste Erholungseffekt? Aber ich bin ja nicht hier um zu shoppen, sondern die Küste zu erkunden. Deshalb: weiter geht's!

Nach ein paar Kilometern erreiche ich Treasure Island, der Ort, der sich rühmt, den grössten und breitesten Sandstrand an der Suncoast zu bieten. In der Hochsaison landen hier bis zu 100.000 Feriengäste an. Manche mit Augenklappe und Plastiksäbel - Treasure Island war einst das Versteck von Piraten. Jedes Jahr wird darum auf dieser Schatzinsel das "Piratenfest" gefeiert. Ein Stück weiter im John's Pass Village von Madeira Beach überlege ich, ein Boot zu chartern und zu einem kurzen Abenteuer aufs Meer aufzubrechen. Ach, besser nicht - es gibt auch an Land noch so viel zu entdecken! Keine Zeit für Muße und baumelnde Seelen. John's Pass Village ist gemütlich, klein und bemerkenswert: Die Pfahlbausiedlung liegt vierzig Meter über dem Meer, im Stil eines floridianischen Fischerdorfes um die Jahrhundertwende. Mit Holzhütten, hübschen Boutiquen, kleinen Geschäften und Restaurants mit leckeren Fischspezialitäten. Bei West Wind Tackle, einem urigen Laden für Fischereibedarf, kaufe ich mir eine Angel. "Für Anfänger wie Sie sollte es schon etwas Stabileres sein", sagt John, ein Wind-und-Wetter-gegerbter Verkäufer, dessen Schmunzeln mir ein bisschen hämisch daherkommt.

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