09. 09. 2016
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Reisen

Ganz natürlich: Öko-Touren in Südwestflorida

Ob man es nun »Ökotourismus« oder auf Neudeutsch »Soft Adventure« nennt – Südwestflorida hat neben coolen Drinks am Hotelpool und Shoppingschnäppchen in klimatisierten Malls vor allem auch abenteuerliche Erlebnisse in naturbelassener Umgebung zu bieten. Unberührte Tier- und Naturschutzgebiete zum Beispiel. Begegnungen mit Manatis. Oder Spaziergänge durch hüfttiefes Sumpfwasser.

Autor: Hans Enderneit

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SELBSTVERSTÄNDLICH hatten wir vom neuen Modewort gehört. Auch in Südwestflorida sei der »eco chic« angekommen, lasen wir in irgendeinem Reiseführer. Klar, auch hier hat man inzwischen deutlich gespürt, dass nicht alles auf diesem Planeten für immer und ewig zu haben ist, wenn wir nicht sorgfältiger mit den kostbaren Ressourcen der Natur umgehen.

Dabei schien Ökotourismus in Südwestflorida lange kein Thema zu sein. Ist man hier doch schließlich fast schon zu reichlich von der Natur beschenkt: smaragdgrünes Meer, mit Mangroven bewachsene Inseln, die wie grüne Oasen im Wasser stehen, Strände aus Puderzuckersand. Ein Paradies auf Erden, scheinbar ohne Verfallsdatum.

Doch nun werden auch hier immer größere Schutzgebiete ausgewiesen, in denen sich einheimische Pflanzen und Tiere ungestört vom Menschen entfalten können. Ein allgemeines Umdenken hat stattgefunden:

Restaurants servieren Gerichte mit lokalen Zutaten. Hotels bitten ihre Gäste darum, Wasser zu sparen. Als gute Gastgeber achten die Stadtoberen darauf, dass den vielen Zuzüglern und den steigenden Touristenzahlen Rechnung getragen wird – aber die Entwicklung soll möglichst sanft und umweltverträglich vonstattengehen. Gut so!

Bei unserem Besuch der Inselwelt Südwestfloridas spüren wir angesichts der fragilen Natur jedenfalls ganz schnell, dass Behutsamkeit erstes Gebot sein muss. Auf Sanibel Island etwa, das über einen der schönsten Muschelstrände der Welt verfügt, darf kein Haus höher als der höchste Baum oder die höchste Palme sein. Es gibt keine Straßenbeleuchtung, damit Gürteltiere, Waschbären, Alligatoren, Opossums und andere einheimische Tiere bei ihren nächtlichen Streifzügen möglichst ungestört bleiben.

Im Rahmen unserer mit Captiva Cruises gebuchten Tour schippern wir in den Gewässern um die sogenannten »barrier islands« herum. Urplötzlich taucht ein Delfin vor dem Bug des Schiffs auf. Allgemeiner Jubel an Bord, während der Kapitän über Lautsprecher über Flora und Fauna, Sandbänke und Hurrikans doziert. Delfine verströmen halt seit jeher eine Magie, der man sich nur schwer entziehen kann.

Kurz vor der Insel Cabbage Key drosselt das Boot seine Geschwindigkeit: Ein Schild weist auf die »manatee area« hin. Zu Gesicht bekommt man die gutmütigen Seekühe leider nur selten. Ob es heute klappt? Unser Kapitän steuert das Boot durch eine enge Passage in eine kreisrunde Sackgasse, die vollständig von Mangroven umwuchert ist, und stellt den Motor ab. Gespannte Erwa tung. Und tatsächlich: Nur wenige Meter vor uns scheint plötzlich ein grauer Torpedo gemächlich durchs Wasser zu gleiten. Die Wölbung eines dunklen, runden Körpers. Das Tier legt sich auf die Seite – und plötzlich blinzelt uns ein lustiges Knopfaugengesicht entgegen. Wir erahnen, warum Manatis einst die Fantasie der Seeleute beflügelten und von ihnen für Meerjungfrauen gehalten wurden. Der Körper der Tiere, die sich unter Wasser geschmeidig und elegant fortbewegen, ist gewölbt und in der Mitte verbreitert. Dadurch erinnert er durchaus an weibliche menschliche Formen – insbesondere wenn man bedenkt, dass vor 400 Jahren das weibliche Schönheitsideal ein anderes war als heute: Man bevorzugte damals noch üppige Rubens-Figuren...

Weiter geht’s Richtung Cayo Costa. Die Insel, die zu den größten Barriereinseln Flo- ridas gehört, ist Naturschutzgebiet. Outdoor-Fans können hier in spartanischen Sechsbettholzhütten übernachten und müssen ihre Vorräte und Schlafsäcke selbst mitbringen. Direkt vor uns springen ein paar Meeräschen aus dem Wasser. In geräuchertem Zustand sind sie als »smoked mullets« so etwas wie die traditionelle Spezialität der Region – und ausgesprochen köstlich!

Dass es hier so viele Inseln gibt, liegt einerseits an den Muscheln, die vor Tausenden von Jahren von den Ureinwohnern im seichten Wasser zu Hügeln aufgeschüttet wurden, vor allem aber an einem Wunderwerk der Natur – den Mangroven: Manche grüne Flecken im Wasser sind nichts weiter als ein dichtes Geflecht von hohen Stelzwurzeln, in denen sich der Schlick verfängt.

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09. 09. 2016
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