14. 08. 2019
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Natur & Tiere

Grüne Leguane: Eingeschleppte Echsen werden im Sunshine State immer mehr zum Problem

Seit den 1960er-Jahren haben sich die aus Zentral- und Südamerika nach Florida eingeführten Grünen Leguane exponentiell vermehrt und immer weiter ausgebreitet. Angesichts der von ihnen verursachten Schäden hat Floridas Naturschutzbehörde offiziell die Erlaubnis erteilt, die Tiere zu töten, wo sie zur Plage werden.

Autor: Patrick Pohlmann

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Unter den verschiedenen invasiven Tierarten, die im Laufe der Zeit vom Menschen in den Sunshine State eingeschleppt wurden, zählt der Grüne Leguan (Iguana iguana) zu den bekanntesten und erfolgreichsten. Beschränkte sich das Verbreitungsgebiet der Echsen, die ursprünglich als Haustiere nach Florida kamen oder als blinde Passagiere auf Schiffen einreisten, anfangs auf das Miami-Dade County, sind sie heute in großen Teilen des Südens und Südwesten des Bundesstaates sowie teilweise auch im Panhandle zu finden. Laut einem Bericht von CNN wird ihrer weiteren Ausbreitung nach Norden allein durch die dort im Winter zu niedrigen Temperaturen Einhalt geboten. Bei voranschreitender Klimaerwärmung ist ihr weiteres Vordringen in nördlichere Gefilde aber nur eine Frage der Zeit. Wie CBS News hervorhebt, wird der Klimawandel generell die durch invasive Tier- und Pflanzenarten verursachten Probleme verschärfen, wenn durch die Änderung von Umweltfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchte ihre Lebensbedingungen verbessert werden und zugleich von ihnen verdrängte oder dezimierte einheimische Arten dadurch zusätzlich unter Druck geraten.

Begünstigend für die Ausbreitung der Leguane in Florida sind nicht nur das subtropische Klima und der Mangel an natürlichen Feinden, sondern auch der Umstand, dass die ebenfalls wachsende menschliche Population mit den von ihr angelegten Gärten und Grünanlagen zahlreiche Orte schafft, an denen sich die Echsen ausgesprochen wohlfühlen, da sie hier nicht nur Nahrung, sondern auch Versteckmöglichkeiten finden. Die genaue Zahl der Leguane im Sunshine State lässt sich nur schwer schätzen, Tatsache ist aber, dass sie insbesondere in der Umgebung von Miami längst fast allgegenwärtig geworden sind. Nach Angaben von The Guardian erreichen ausgewachsene männliche Grüne Leguane eine Länge von mindestens 1,5 Metern und ein Gewicht von 9 Kilogramm.  Leguanweibchen legen pro Jahr rund 80 Eier. In freier Wildbahn werden die Tiere bis zu zehn Jahre alt.

Im Allgemeinen bevorzugen Grüne Leguane zwar pflanzliche Kost, gemäß CNN fressen sie mitunter aber auch wirbellose Tiere wie Schnecken oder Schmetterlinge, sodass sie unter Umständen eine Bedrohung für gefährdete Tierarten darstellen. Als ernstes Problem erweist sich aber vor allem ihre Angewohnheit, Tunnel zu graben, durch die sie Seemauern, Bermen, Kanalufer, Bürgersteige oder Hausfundamente zum Absacken und Einstürzen bringen können. Zudem ist der von ihnen auf Straßen, Plätzen, Parkbänken, Terrassen oder in Swimmingpools hinterlassene Kot für viele ein großes Ärgernis, zumal die Leguane Salmonellen übertragen können.

Um die Population der Echsen im Sunshine State einzudämmen, hat die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) im vergangenen Monat in einer offiziellen Stellungnahme Hausbesitzer dazu ermutigt, Grüne Leguane auf ihren Grundstücken zu töten sowie in insgesamt 22 öffentlichen Arealen in Südflorida die Erlaubnis erteilt, die Reptilien zu eliminieren. Außerdem rief sie die Hausbesitzer dazu auf, ihre Grundstücke für die Leguane weniger attraktiv zu machen, in dem sie dichtes Gestrüpp entfernen und Bodenlöcher mit Erde oder Sand auffüllen. Wer vor drastischeren Maßnahmen gegen die Tiere zurückschreckt, kann sie laut der Behörde mit dem Wasserstrahl eines Gartenschlauchs vertreiben; eine andere Möglichkeit besteht darin, einen professionellen Reptilienfänger zu engagieren.

Naturgemäß ließ nach dem Aufruf zur Tötung der Leguane die Kritik daran nicht lange auf sich warten: Wie CBS News berichtet, schrieb die Tierschutzorganisation PETA an die verantwortlichen Stellen einen Brief, in dem sie diese dazu aufforderte, zur Begrenzung der Population der Tiere die Haltung von Grünen Leguanen besser zu regulieren. In einer Stellungnahme gegenüber CBS News erklärte Lori Kettler, Vizepräsidentin und Stellvertretender Chefsyndikus der PETA Foundation, dass ihre Organisation den Bundesstaat Florida dazu auffordere, den Tötungsaufruf zurückzuziehen und stattdessen "plausible, sinnvolle Schritte zu unternehmen, um die Leguanpopulation in Florida zu regulieren und zu reduzieren". Wenn die Behörden fortfahren sollten, die Menschen zum Töten der Reptilien aufzufordern, sollten sie sie aber zumindest über die humansten Methoden dazu informieren, um den Tieren einen qualvollen Tod zu ersparen.

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