01. 10. 2016
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Reisen

Iwanowskis Insidertipp: Chinsegut Hill Retreat

In jeder Florida-Sun-Ausgabe verrät Reiseprofi Michael Iwanowski eine seiner Lieblingsdestinationen in Florida. Diesmal: Chinsegut Hill Retreat, eine historische Plantage mit Südstaaten-Flair à la »Vom Winde verweht«.

Autor: Michael Iwanowski

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Schon von weitem erkennt man die Anhöhe. Sie ist zwar nur 82 Meter hoch, das reicht aber allemal, um im flachen Florida als einer der höchsten Punkte zu gelten. Eine schmale Straße führt den Hügel hinauf zum Chinsegut Hill Manor House. Weiß getüncht liegt es in einem riesigen Park mit uralten Eichen. Schlagartig fühlt man sich in die Zeit von Scarlett O’Hara und Rhett Butler zurückversetzt.

Auch im 19. Jahrhundert wusste man das gute Leben zu schätzen. So auch der Plantagenbesitzer Bird M. Pearson, der in den 1840er-Jahren seinen Claim auf dem Hügel absteckte, den er angesichts der stetigen Brise »Mount Airy« nannte, und mithilfe von Sklaven erste Zuckerrohrfelder anlegte.

Das eigentliche Herrenhaus wurde von Francis Ederington errichtet, der das Gelände 1852 erwarb und weitere Ländereien hinzukaufte. Bei einer Führung offenbart sich ein Bild vom Leben der damaligen Upperclass: ein herrschaftliches Esszimmer, eine Bibliothek, ein Raum für Geselligkeit mit Klavier, Schlafzimmer, Küche, Bäder – alles noch original eingerichtet.

1898 wurde das Gebäude bei einem Tornado stark beschädigt und in eine Schräglage von sechs Grad versetzt. Zu neuem Glanz gelangte das Anwesen, als der Sozialreformer Raymond Robins und seine Schwester, die Schauspielerin und Autorin Elizabeth Robins, es 1904 kauften. Raymond war es auch, der dem Haus seinen heutigen Namen verlieh: Das Inuit-Wort »Chinsegut« bedeutet so viel wie »der Ort, an dem man Dinge wiederfindet, die verloren gegangen sind«.

Kurz darauf heiratete Raymond die Arbeiteraktivistin Margaret Dreier. Gemeinsam verstanden sie es, dem Ort eine gesellschaftlich-historische Dimension zu verleihen. So begrüßten sie im Laufe der Jahre hier viele namhafte Unternehmer, Künstler und Politiker, darunter Thomas Edison und Helen Keller.

Die Weltwirtschaftskrise brachte aber auch für die Robins den Ruin. 1932 überschrieben sie das Anwesen der Bundesregierung, behielten aber Wohnrecht. Später diente das Haus der University of South Florida, heute wird es von den »Friends of Chinsegut« verwaltet. Seit 2003 wird es im National Register of Historic Places geführt. Besucher können Chinsegut nicht nur besichtigen, sondern auch in sehr komfortablen Häuschen in der Nähe des Herrensitzes übernachten.

CHINSEGUT HILL RETREAT
22495 Chinsegut Hill Road, Brooksville
Telefon (352) 799-5400
www.chinseguthillretreat.com
Geöffnet Mo bis Fr 10 bis 16 Uhr, Sa 10 bis 17Uhr, So 12 bis 18Uhr
Eintritt 5 Dollar, Führungen stets zur vollen Stunde.
Komfortable Zimmer mit schönem Bad und Terrasse bieten die Cottages auf dem Gelände. Man muss sich selbst versorgen, im nahegelegenen Brooksville gibt es Einkaufsmöglichkeiten und kleinere Restaurants.

RESTAURANTTIPPS

Gemütliches Frühstück und Lunch gibt es in Brooksville in der Florida Cracker Kitchen
966 East Jefferson Street
Telefon (352) 754-8787
www.floridacrackerkitchen.com

oder im
Mallie Kyla’s Café
510 East Liberty Street
Telefon (352) 796-7174
www.malliekylas.com

Zu Abend essen kann man zum Beispiel italienisch bei Papa Joe’s
6244 Spring Lake Highway
Telefon (352) 799-3904
www.papajoes.org (Montags geschlossen)

 
  
01. 10. 2016
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