01. 11. 2017
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Natur & Tiere

Meeresschildkröten in Florida: Gute Entwicklung trotz Rückschlags durch Hurrikan Irma erwartet

Im Hinblick auf die Fortpflanzung der Meeresschildkröten in Florida wäre 2017 ein Redkordjahr geworden, wenn Hurrikan Irma nicht einen großen Teil der Nester zerstört hätte. Die Populationen düften aber dennoch weiter wachsen.

Autor: Patrick Pohlmann

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Die Küsten des südlichen Brevard Countys gelten als eines der bedeutendsten Brutreviere von Meeresschildkröten. Laut einem Bericht des Orlando Sentinel stellte die Nesterzahl der im Deutschen offiziell als Suppenschildkröten ("green turtles", Chelonia mydas) bezeichneten Reptilien, die noch in den 80er-Jahren äußerst selten an Zentralfloridas Atlantikküste anzutreffen waren, dieses Jahr erstmals jene der Unechten Karettschildkröten ("loggerhead turtles", Caretta caretta) in den Schatten. Obwohl die Zerstörung von rund der Hälfte der etwa 16.000 Suppenschildkrötennester einen schweren Rückschlag beim Bruterfolg darstellt, könnte sich dies nach Einschätzung von Kate Mansfield, der Leiterin der Meeresschildkrötenforschungsgruppe an der University of Central Florida, letztlich aber lediglich als "eine Momentaufnahme der Bestandskurve der Suppenschildkröten" erweisen.

Ein wesentlicher Grund für die positive Entwicklung der Schildkrötenpopulationen an den Küsten Floridas waren in den USA und anderen Ländern umgesetzte gesetzliche Regelungen zum Schutz von Meeresschildkröteneiern und -nestern, durch die beispielsweise helles Licht an Stränden unterbunden wird, um die Tiere nicht in ihrer Orientierung zu beeinträchtigen. Angesichts der erfreulich hohen Zahlen an Nestern stellt nach Aussagen von Experten ein schwerer Hurrikan für die Schildkrötenbestände kein großes Problem dar. Sollte die kurze Aufeinanderfolge verheerender Stürme wie im Fall von Matthew 2016 und Irma in diesem Jahr allerdings künftig zur Regel werden, wäre das etwas anderes. Nach Angaben von Simona Ceriani, einer für die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission tätigen Forscherin, waren die Schildkrötenbestände an der Ostküste Floridas stärker vom Sturm betroffen als diejenigen an der Westküste und im Panhandle.

Insgesamt werden in Florida die Schildkrötenbestände an 223 Stränden von mehr als 150 Forschungsgruppen beobachtet. Eine besondere Bedeutung hat das Archie Carr National Wildlife Refuge, das 32 Kilometer Küstenlinie entlang des südlichen Brevard Countys und des nördlichen Indian River Countys umfasst und allein etwa 35 Prozent der gesamten in den USA gezählten Schildkrötennester beherbergt. Während die zwischen etwa 90 und 160 Kilogramm wiegenden Unechten Karettschildkröten im April mit dem Anlegen der Nester beginnen, startet die Brutsaison der zwischen circa 135 und 160 Kilogramm schweren Suppenschildkröten im Juni. Da die Brutzeit der Unechten Karettschildkröten früher im Jahr abgeschlossen ist, waren ihre Eier deutlich weniger von den durch Irma angerichteten Zerstörungen betroffen: Etwa ein Viertel der fast 10.000 Nester ging verloren.

 
  
01. 11. 2017
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