So baut Gehry (79) gerade im sonnigen South Beach das neue Konzerthaus für die New World Symphony, nachdem er jüngst seine Heimat mit der Art Gallery of Ontario "upgecolored" hat. Weitere Ruhm-Objekte, für die er Farbe bzw. Form bekannte: Das Guggenheim Museum in Bilbao, die Disney Konzerthalle in Los Angeles und das Tanzende Haus in Prag.
Ja und jetzt Bonbon-Pop-Metropole Miami, das sich nicht zuletzt mit Gehrys Symphony langsam zu einer der spannendsten Design- und Architekturmetropolen der Welt aufpudert. Feierliche Eröffnung des 8.000 Quadratmeter großen Klangholzes im geometrischen "Stilbruch" mit 700 Konzertsaalplätzen, spektakulärer Akustik und überdimensionaler Außenleinwand soll im Frühjahr 2011 sein.
Wir müssen also noch warten. Aber bis der auf den ersten Blick äußerlich fast unscheinbare 200-Millionen-Dollar-Bau uns endgültig Augen und Ohren öffnet (auf dass wir sie gar nicht mehr zu kriegen), gibt's in Miami noch weit mehr Kulturgut:
Der junge, wilde Wynwood Art District (Ex-Industrieviertel) protzt beispielsweise mit mehr als 60 Galerien, Restaurants, Kunstwerkstätten, Studios, Design Shops und sogar traditionsreichen Sammlungen wie die der Margulies und der Rubell Collection.
"Wynwood Walls" – alles so schön bunt und warm hier; Street Artsys können hier nicht nur hinter abgekippten Außenwänden oder spiegelnden Glas-Fronten Kunstwerke bestaunen, sondern gar unter freiem Florida-Himmel an plakativen Häuserfronten. Dort haben nämlich 15 schillernde Künstler aus Asien, Lateinamerika, USA und Europa ihre buntesten Werke aufgehängt. Lust auf mehr Kunstfreistil? Dann nix wie auf den "Gallery Walk". Jeden zweiten Samstag von 19 bis 22 Uhr.
Wer je bezweifelt haben sollte, dass Miami nicht nur scharfe Beachcity, sondern auch vielschichtige Kunstbeauty ist, dürfte nun wohl endgültig vom Gegenteil überzeugt sein, oder?


