02. 07. 2017
Artikel bewerten
  
Reisen

Mit Vollgas durch die Gischt: Boating in Cape Coral

Cape Coral und Fort Myers bieten mit den vorgelagerten Inseln Sanibel Island, Captiva Island, Cayo Costa oder Boca Grande ein einzigartiges Revier für Bootstouren. Wir haben uns mit einem deutschen Auswandererpaar aufs Wasser begeben, das sich seit zwei Jahren auf die Vermietung von Booten im »Venedig Floridas« spezialisiert hat.

Autor: Dirk Rheker

Left3-disabled Bild 1 von 5 Right3-enabled

Als langjähriger Bewohner Floridas weiß man: Cape Coral ist ein einzigartiges Wasserparadies. Von mehr Kanälen durchzogen als Venedig. Ein wahres Wasserwunderland. Mehr als 650 Kilometer soll das Kanalnetz umfassen. Hinzu kommen unzählige Seen, Bassins und Feuchtgebiete entlang des Caloosahatchee Rivers. Und natürlich haben eine Vielzahl der Häuser und Villen hier ein Dock zum Anlegen des eigenen Bootes hinterm Haus. Viele mit direktem Zugang zum Golf von Mexiko. Der Traum eines jeden ambitionierten Freizeitskippers, keine Frage! Und das ist so gewollt. Die in den 1950er-Jahren auf dem Reißbrett geplante Stadt ist durch ein Netzwerk von Wasserstraßen mit dem Golf verbunden. Erklärtes Ziel war es, ein »waterfront wonderland« zu schaffen. Mit den vorgelagerten Inseln Estero Island, Sanibel Island, Captiva Island, Pine Island, Cayo Costa und Boca Grande bietet Cape Coral tatsächlich ein einzigartiges Revier für ausgedehnte Bootsausflüge.

Also nichts wie los: Wir haben uns mit Anita und Mathias Krohn verabredet. Vor zwei Jahren sind die beiden mit ihren drei Söhnen aus Brandenburg nach Florida ausgewandert, um hier die Bootsvermietung Speed Dock zu eröffnen. Sechs Boote haben die Krohns inzwischen im Angebot: vom gemütlichen Familienboot Sting Ray 220 DS mit großer Liegefläche und Bimini-Verdeck über das schnelle Sportboot Sea Ray 240 mit Sonnendeck und 260 Pferdestärken und den komfortablen Monterey 263 Explorer mit Platz für bis zu zehn Personen bis hin zum Cobalt 282 Bowrider, dem »Bentley unter den Sportbooten«, wie Mathias bei unserer Begrüßung in der Cape Harbour Marina nicht ohne Stolz sagt. Ein ziemlicher Brummer, soviel steht fest. »Mit einer Länge von fast neun Metern ist man hier an der Grenze der ohne Kapitän
mietbaren Boote angekommen.«

Uns soll es recht sein, dass wir heute auf dem größten Boot der Flotte unterwegs sind, denn der Wind bläst an diesem Frühlingstag doch ziemlich frisch aus Südwest. Später, auf dem Weg von Sanibel Island nach Fort Myers Beach, erreicht er sogar Stärke 6. Aber so weit sind wir noch nicht. Zunächst tuckern wir mit ruhigem Tempo über die Glover Bight in das Mündungsgebiet des Caloosahatchee Rivers. Die »slow speed zone« zwischen den kleinen Inseln wird von Insidern aufgrund des vorgeschriebenen Schneckentempos auch die »hässliche Meile « genannt. Hier gilt die Vorgabe »no wake« – keine Welle darf das Boot machen. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung gilt im Übrigen auch im gesamten Kanalsystem von Cape Coral. Die Manatis, die hier gelegentlich ihren knuddeligen Kopf aus dem Wasser stecken, danken für so viel Rücksicht...

Wellen-Ritt
Es geht vorbei an Miguel und Kitchel Key, dann zwischen Merwin Key Preserve und Big Island Richtung Sanibel Causeway, der Verbindungsbrücke zwischen Fort Myers und Sanibel Island. Mathias erklärt uns die iPad-Navigation, die auf jedem seiner Boote eingebaut ist: »Wir haben uns früher oft Boote in Cape Coral ausgeliehen. Da  die Einweisungen der Bootsvermieter meist nur recht knapp und zudem auf Englisch waren, wussten wir danach manchmal nicht, wo man entlangfahren sollte – rechts oder links um den Marker. Und wo ist das nächste Restaurant oder die Insel, auf der man ein Picknick machen kann?« Das iPad biete die Möglichkeit, alle Infos rund um Cape Coral, das Boot, die Gewässer und die umliegenden Inseln problemlos zu erhalten. »Wir sind hier bisher die einzigen, die das anbieten«, fügt Mathias hinzu.

Weiter geht’s. Nachdem wir die »slow zone« hinter uns gelassen haben, gibt Mathias tüchtig Gas. Und nun spielt der Cobalt 282 Bowrider seine 425 PS voll aus. Wir peitschen über die Wellenkämme und die Gischt, hier und da kommt schon mal ein ordentlicher Spritzer über die Bordwand. Aber ein Heidenspaß ist der Ritt auf den Wellen allemal. Auf der rechten Seite liegt der Lighthouse Beach an der östlichen Spitze Sanibel Islands. Der alte Leuchtturm wurde im Jahr 1884 erbaut, ein schönes Objekt zum Fotografieren. Zeit zum Ankern und für eine Pause? Unbedingt! Hier kann man ein erfrischendes Bad nehmen, am Strand Muscheln suchen
suchen, die fischenden Pelikane beobachten oder nach Delfinen Ausschau halten. Für uns heißt es heute allerdings weiterfahren Richtung Fort Myers Beach. Und zwar mit Volldampf! Denn Seefahrt macht hungrig – und wir wollen im Parrot Key Caribbean Grill in der Salty Sam’s Marina zum Lunch einkehren. Ab dem Bowditch Point Park tuckern wir über den Matanzas Pass unter der gleichnamigen Brücke hindurch – nun wieder durch ruhigere, vom offenen Meer abgewandte Gewässer. Das Restaurant. Parrot Key ist Anlaufstelle für alle, die »island food« und die Atmosphäre der Karibik lieben. Die Stimmung ist locker, viele haben wie wir gleich nebenan mit dem Boot angelegt. Wir lassen es uns jedenfalls bei »Key West Conch Fritters« und »Coconut- crusted Shrimp« richtig gut gehen.

Seite

1  |

2  |

3

nächste Seite »

 
  

02. 07. 2017
Artikel bewerten

florida sun branchen-guide

Hotels im Branchen-Guide

Jetzt die passende Unterkunft für Ihren nächsten Urlaub finden: Florida-Hotels in unserem Branchen-Guide

Florida Sun Blogs

Leser-Forum

Kleinanzeigen

Anzeigen - Gesuche - Angebote

Florida Sun Magazine bietet einen kostenlosen Service für Privatanzeigen. Einfach Anzeigenformular ausfüllen.