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Octagon Animal Showcase: Ein Zufluchtsort für bedrohte Tiere

Rondi, der Wolf beobachtet aufmerksam Jad, den Löwen: Der springt aufgeregt in der Runde, mit gefletschten Reißern und bereit zum Angriff. Doch Rondi fletscht seine Babyzähne siegesbewusst zurück. Ist doch der Löwe hinter einem festen Gitterzaun und Rondi, der Wolf in den sicheren Armen von Carol Sorvillo, Tierpflegerin im Octagon Animal Showcase in Fort Myers/Florida. Der Tierpark ist ein Projekt der Shell Factory und bietet bedrohten Tierarten einen Ort der Zuflucht und Geborgenheit.

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Gäste der Shell Factory in North Fort Myers können seit diesem Jahr deren neuestes Projekt, das Octagon Animal Showcase, besuchen. Dort sind exotische und vom Aussterben bedrohte Tiere vom Leoparden bis hin zum Alligator zu sehen. Die Tiere sind ausnahmslos ausgesetzte, verwaiste, verletzte oder kranke Lebewesen, die hier eine neue Heimat gefunden haben.

Der Mann hinter dem Projekt ist Peter Caron, der sein Leben der Rettung von bedrohten Tieren verschrieben hat. Das Octagon Animal Showcase ist nur ein kleiner Teil seines Lebenswerkes, ein paar Minuten von der Shell Factory entfernt liegt die Octagon Animal Preserve, der viertgrößte Zufluchtsort für exotische und wilde Tiere in den USA. Auf einer Fläche von 20 acres leben hier etwa 500 Tiere, darunter auch Reptilien und Vögel. Das Projekt wird mit einem kleinen Team von Freiwilligen sowie Spenden am Leben erhalten. Das ist beeindruckend, wenn man bedenkt, wie viel liebevolle Zuwendung diese Tiere brauchen und vor allem, was pro Woche verspeist wird. Allein im Octagon Animal Showcase, in dem rund 25 Tiere leben, werden mehr als 5000 Pfund Fleisch und viele Tonnen Früchte pro Woche angeliefert.

Die Zusammenarbeit mit der Shell Factory und dessen Besitzer Tom Cronin ist ein Segen für die Octagon Animal Preserve. Das Showcase hofft, das im ersten Jahr mehr als 10 Prozent der 800.000 jährlichen Gäste zur Shell Factory auch bei den Tieren vorbeisehen. Mit den Eintrittsgeldern wird das Projekt unterstützt, denn, so Peter Caron, es werden immer mehr Tiere, die bei Octagon eine zweite Chance aufs Leben erhalten. Caron: "Die meisten Tiere hier wären ohne uns nicht mehr am Leben". Jeder Vierbeiner hat seine Geschichte. So zum Beispiel der Löwe Jad, der sich seinen Rücken während eines Zirkustrainings brach. Er konnte nicht mehr auftreten und war somit wertlos für die Besitzer. Oder der kleine Grizzly-Bär Teddy, den ein Trainer mit einem Rohr fast zu Tode prügelte, als er noch ganz jung war.

Entsetzte Passanten riefen die Polizei und Teddy fand bei Octagon ein neues Heim. Carol Sorvillo: "Er ist so ein kleiner Schelm, er klatscht in seine Pfoten, um Bitte zu sagen. Das hat er wohl dort gelernt". Peter Caron erinnert sich noch an die Geschichte mit den Bären. Als der Moskauer Zoo vor einigen Jahren in Atlanta Pleite ging, wollte keiner die Bären. Octagon nahm alle fünf und rettete sie so vor dem sicheren Tod. Caron: Oft erhält Octagon aber auch Tiere, die gute Besitzer haben, doch mit den Tieren nicht mehr fertig werden. So wie das Äffchen, das zwar am Anfang schön anzusehen war, aber dann begann, die Designergardinen zu zerreißen und Hausgäste zu ärgern. Oder wie das kleine Löwenkind in der Villa, das plötzlich zum ausgewachsenen Löwen wurde.

Caron: "Die Leute rufen uns an und ich hole die Tiere ab. Doch ich stelle keine Fragen." Wie vor einigen Wochen, als er nördlich von Lake Okeechobee drei Panther und einen Baby-Bären in Sicherheit brachte. Er erinnert sich auch noch seufzend an den Trip mit zwei Lamas, 12 Ziegen und vier Schafen. "Unsere Regel ist niemals Nein zu sagen, denn sonst würden die Tiere sterben", erklärt er. Doch das ist nicht immer einfach, denn mehr Tiere bedeutet einen noch größeren Kampf um Spendengelder.

Der 61-jährige Peter Caron ging schon in jungen Jahren zur gleichen Zeit wie sein Vater in Rente, doch anstelle von süßem Nichtstun entschloss er sich, anderen Gutes zu tun. Nach langem Überlegen entschied er mit seinem Vater, Tieren zu helfen, "denn damit helfen wir allen, auch den Menschen." Heute gibt er zu: "Ich hasse es zu arbeiten, doch ich bin ein Sklave der Tiere. Für mich wurde es zur Lebensverpflichtung, alle meine Zeit und all mein Geld fließen in das Projekt."
Der sonnengebräunte, abenteuerlich aussehende Mann ist ein Kenner von exotischen Tieren. "Niemand lehrt einem, wie diese Tiere gepflegt werden müssen", erklärt er. "Besonders unsere freiwilligen Tierpfleger müssen eine große Anteilnahme an diesen Tieren haben, denn das ist keine Arbeit, wo man um 9 Uhr morgens ins Büro geht und nachmittags um 17 Uhr die Türen schließt." Egal ob Giraffe, Tiger oder Pfau, jedes Tier hat seine eigene Lebensweise. Wie zum Beispiel das "Arctictis binturong", das im Regenwald auf Bäumen lebt und niemals auf den Boden kommt.

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