15. 01. 2020
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Natur & Tiere

Offizieller Stadtvogel: St. Petersburg ehrt den Braunpelikan

Wie der Flamingo oder der Alligator zählt der Braunpelikan zu jenen Tierarten, die untrennbar mit dem Sunshine State verbunden sind. Nun wurde der Wasservogel, der lange Zeit als bedroht galt, zum offiziellen Stadtvogel St. Petersburgs ernannt.

Autor: Patrick Pohlmann

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Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) versprüht vielleicht nicht den Glamour des schlanken rosa Vogels mit dem geknickten Schnabel und verfügt nicht über den wohligen Gruselfaktor einer urtümlichen Riesenechse, ist aber auf seine Weise nicht weniger imposant und faszinierend. So ist er in der Luft ebenso in seinem Element wie im Wasser und zählt mit dem Chilepelikan zu den einzigen beiden (von acht) Arten der Gattung, die auf der Jagd nach Fischen im Sturzflug ins Wasser tauchen.

Nachdem seine Bestände insbesondere infolge des Einsatzes von DDT zur Bekämpfung von Schadinsekten in der Landwirtschaft seit den 1950er-Jahren stark zurückgegangen waren, da der hormonähnlich wirkende Stoff bei verschiedenen Vogelarten dazu führte, dass sie Eier mit zu dünner Schale legten, wurde der Braunpelikan in den 1970er-Jahren in den USA offiziell unter Schutz gestellt. Infolge des 1972 erfolgten Verbots von DDT nahm die Zahl der Vögel dann wieder zu. Heute gilt die Art nicht mehr als gefährdet.

Wie Ann Paul, Koordinatorin der Umweltschutzorganisation Audubon Florida für die Tampa-Bay-Region, gegenüber der Zeitung Tampa Bay Times ausführte, hat sich die hiesige Population mittlerweile so gut entwickelt, dass ein Teil davon nach Louisiana verschifft werden konnte, als der dortige Bestand aufgrund giftiger Chemikalien im Meerwasser fast ausgestorben war. Daneben existieren aber nach wie vor noch andere menschengemachte Bedrohungen für den Braunpelikan: Laut Ann Paul verfangen sich allein 500 der Vögel jedes Jahr in Angelschnüren, was oft zu ihrem Tod führt. Ein anderes Problem sei etwa die Angewohnheit mancher Menschen, die Pelikane mit Fischgräten zu füttern, die ihnen den Mund zerstechen und dadurch zu Infektionen führen können.

Bereits seit 1902 ist der Braunpelikan Staats- und Wappenvogel Louisianas. Obwohl er seit den 80er-Jahren auch das Logo des floridianischen St. Petersburg ziert, beschloss der hiesige Stadtrat aber erst in diesem Januar, ihn zum offiziellen Stadtvogel zu küren. Initiiert wurde dieser Akt vom ehemaligen Tampa-Bay-Times-Redakteur Roy Peter Clark. Nach eigener Aussage hatte Clark angesichts der Allgegenwart von Abbildern des Wasservogels auf städtischen Recyclingtonnen und Abfalleimern immer schon angenommen, dass der Braunpelikan der offizielle Vogel von St. Petersburg sein müsse. Eine von ihm in die Wege geleitete Recherche des städtischen Office of Cultural Affairs ergab jedoch, dass es eine solche offizielle Ernennung nie gegeben hatte. So beschloss Clark, das, was "in den Herzen und Köpfen" der St. Petersburger schon lange existiert hatte, endlich auch "zu etwas Offiziellem" zu machen.

Für Ann Paul ist die Geschichte des Braunpelikans "eine der inspirierenderen mit dem Endangered Species Act verbundenen Geschichten". Aus diesem Grund sei es "so lustig und wundervoll", dass St. Petersburg ihn zu seinem Stadtvogel gemacht habe. Ihre Lieblingsorte zum Beobachten von Braunpelikanen bei der Jagd nach Fischen seien der Fort De Soto Park und der Courtney Campbell Trail.

 
  
15. 01. 2020
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