01. 04. 2010
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Reisen

Radtour durch die Everglades

Ob zu Fuß, mit dem Airboat oder dem Kanu - Floridas beliebten Nationalpark kann man auf unterschiedliche Art und Weise erkunden. Auf der Loop Road im Shark Valley kann man das exotische Sumpfgebiet sogar mit dem Fahrrad abstrampeln. Ein Erfahrungsbericht.

Autor: Sarah Czuratis

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Es ist Sonntag morgen in South Beach und die Sonne strahlt. Ich erhole mich gerade von meinem morgendlichen Tennisspiel im Flamingo Park und trinke wie jeden Tag meinen leckeren und gesunden Florida-Orangensaft, als mein Handy klingelt. "Hast du Lust, mit in die Everglades zu fahren und dort eine Radtour zu unternehmen?" fragt mich meine amerikanische Freundin am anderen Ende der Leitung. Ob ich Lust habe? Aber natürlich. Da sag’ ich doch nicht nein.

Meine Freundin erklärt mir, dass es von South Beach nur eine halbstündige Autofahrt braucht, bis man in den Sümpfen des südlichsten Nationalparks der USA ankommt. Und sie soll Recht behalten. Kurze Zeit später holt mich Caitlin mit ihrem Auto ab und wir machen uns auf den Weg in Richtung Westen, hinaus aus dem Trubel der Metropole Miami und hinein in die ruhige Natur der Everglades.  Im Gepäck: Sonnenschutz, Insektenspray und jede Menge Trinkwasser.

Schon nach einer halben Stunde kommen wir im Shark Valley, einem Naturgebiet im Norden der Everglades, an. An der Einfahrt begrüßt uns der freundliche Parkwächter, reicht uns eine Umgebungskarte und weist uns darauf hin, dass es heute kaum Moskitos gibt. Wunderbar, denken wir uns. Der Tag startet schon einmal vielversprechend!  

Wir lassen unser Auto auf dem Parkplatz stehen. Den 15 Meilen (= 24 Kilometer) langen Tram-Rail, ein gepflasterter Rundweg quer durch die Sümpfe des Parks, kann man entweder mit einer Trambahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß bestreiten. Wir entscheiden uns für das Fahrrad, das man sich vor Ort für 7,25 Dollar pro Stunde ausleihen kann.

Der Parkangestellte erklärt uns, dass der Verleih nicht für Fahrrad-Unfälle haftet und fragt uns noch, ob wir wüssten, dass es hier keine Plastik-Alligatoren gibt. Caitlin und ich schauen uns verdutzt an und müssen dann laut loslachen, woraufhin uns der Ranger einen strengen Blick zuwirft. "Wenn Sie wüssten, was die Besucher hier schon alles gemacht haben", erzählt er mit ernster Miene und fährt fort, dass vor einigen Wochen ein Vater sein Kind auf einen Alligator gesetzt habe, um ein Foto zu schießen. Als die Parkwärter ihn zur Rede stellten, sagte er: "Wieso? Der ist doch aus Plastik, oder?" Nein, das war er nicht. Dem Kind ist – Gott sei Dank – nichts weiter passiert. Und der Vater? Der musste eine Strafe von 250 Dollar zahlen, weil er Unruhestifter in der Fauna der Everglades war. Eine kuriose Geschichte, die glücklicherweise noch mal gut ausging!

Wir sind also ausreichend vorgewarnt und machen uns auf den Weg in die mittlerweile glühenden Mittagshitze. Wir radeln in gemütlichem Tempo entlang von Sümpfen, Seerosen und Sträuchern. Auf dem Weg halten wir immer wieder an, um das ein oder andere Tier zu erkunden. Zuerst sehen wir exotische Vögel, dann ein paar Frösche und schließlich eine einmeterlange Schlange. Ein paar hundert Meter weiter entdeckt Caitlin einen Babyalligator im grünen Dickicht des Wegrandes. Ich bin ganz aufgeregt, meinen ersten Alligator live und in freier Natur zu erleben.

Als wir weiterfahren sehen wir noch ein paar riesige Grashüpfer und Spinnen der unterschiedlichsten Art. Irgendwann kommen wir dann an einer Gruppe von Fahrradfahrern vorbei, die am Wegrand halten und wie gebannt ins Wasser starren. Auch wir halten an, folgen ihren Blicken und sehen nur gut drei Meter von uns entfernt einen ausgewachsenen Alligator, der seelenruhig im grünen Nass liegt. Nur seine Augen und sein Maul sind über der Wasseroberfläche. Seine scharfen Zähne kann man deutlich erkennen. Schon nach kurzer Zeit werde ich ein wenig unruhig und bitte meine Freundin darum, weiter zu fahren. Caitlin kann da nur schmunzeln. Sie hat die Alligatoren der Everglades schon viele Male gesehen.

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01. 04. 2010
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