01. 04. 2010
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Insider-Tipps

Sanibel Island: Traumurlaub unter Palmen

Auf Sanibel Island ist eine ganze Menge nicht erlaubt: Werbeplakate und Fastfood-Restaurants etwa. Auch darf kein Haus höher sein als die höchste Palme auf der Insel. Und Tiere haben hier – so verkünden es riesige gelbe Verkehrsschilder – grundsätzlich Vorfahrt. Und das ist auch gut so.

Autor: Jacqueline C. Freund

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Am Horizont schiebt sich langsam das weiße Segel eines Zweimasters ins Bild. Vorne plätschert der Golf von Mexiko seine sanften Wellen an das feinkörnige Gestade. Typische Urlaubsidylle. Am Morgen hatte uns ein junger Mann vom Hotel Liegestühle und einen Sonnenschirm an den Strand geschleppt. Doch selbst im Frühjahr ist es uns hier in der Mittagshitze ein bisschen zu warm. Außerdem piesacken die Mücken, wir hätten wohl besser ein Spray mitnehmen sollen, um die Plagegeister zu vertreiben.

Egal: Zu viel Sonne ist ohnehin nicht gut für die Haut. Und außerdem gibt es hier im Casa Ybel Resort auf Sanibel Island so viel mehr zu unternehmen, als dass man den ganzen Tag nur faulenzen wollte. Also: auf an die freundliche Poolbar, um einen »Paradise Punch Cocktail« zu genießen. Barkeeper Barry erklärt uns das Rezept: 2 cl Mandelsirup, 4 cl Orangensaft, 4 cl Grapefruitsaft und 10 cl Cranberry-Saft mit Eiswürfeln im Shaker kräftig schütteln und in ein Longdrinkglas auf einige Eiswürfel abgießen. Eine halbe Orangenscheibe dazugeben – fertig!

Wir schlürfen unseren vitaminreichen Drink –sitzen auf dem Barhocker und schauen auf das Casa Ybel Resort. Es ist eines dieser Hotels, dessen Anblick allein schon tausend Geschichten erzählt. Von vielen sonnigen Ferientagen, glücklichen Familien und verliebten Paaren. Von romantischen Hochzeiten, als aufgeregte Brautleute den Bund fürs Leben schlossen. Schon seit 1890 lassen Reisende hier die Seele baumeln – und somit zählt der Ort gewissermaßen zu den Tourismus-Pionieren in Südwestflorida.

Eine schöne Geschichte: 1885 war der Pastor George Barnes mit seinem Boot genau an dieser Stelle auf Sanibel Island auf Grund gelaufen – und war von dem weißen Strand, den Muscheln, der tropischen Vegetation und den majestätischen Vögeln so begeistert, dass er meinte, der Herr habe ihm das Paradies gezeigt. Doch da der Gottesmann nicht nur fromm, sondern auch geschäftstüchtig war, sicherte er sich prompt zwei Quadratkilometer des Küstenstreifens und errichtete eine Kirche und ein Cottage für sich und seine Familie. Nach und nach wurde die anfänglich eher bescheidene Unterkunft ausgebaut zu einem eleganten Inn mit 30 Zimmern, dem ersten auf der Insel. Irgendwann heiratete Georgia, die Tochter von Reverend Barnes, einen Hotelgast aus Kentucky, der ihr gleich nebenan eine eigene Villa mit Namen »Thistle Lodge« baute. Diese avancierte schnell zum Treffpunkt der Reichen und Berühmten, die auf Sanibel Island zu kuren pflegten.

Heute ist in der Thistle Lodge ein Restaurant gleichen Namens untergebracht, das wir am Abend zum Dinner besuchen. Die Küche ist eklektisch –von typisch floridianischen Fischgerichten über Steaks bis hin zu asiatisch angehauchten Speisen wie »Sesame Crusted Ahi Tuna« mit »Baby Bok Choy« und »Karotten-Sashimi«. Wir entscheiden uns für das »Hickory Nut Crusted Mahi Mahi Filet« und das »Herb Crusted Lamb Racke« – alles köstlich angerichtet und perfekt serviert. Dazu passt gut eine Flasche New Harbor Sauvignon Blanc aus Neuseeland – und natürlich auch das »Strangers in the Night«, das der Pianospieler zum Besten gibt. Unser Kellner – immer freundlich und aufmerksam um uns bemüht – erzählt uns, dass im Hotel gerade am Wochenende sehr viele Hochzeiten stattfinden. Kein Wunder, stilvoller als auf dem von Palmen umgebenen großen Rasen kann man sich wohl kaum das Jawort geben. Und auch für die Hochzeitsfotos bietet das Casa Ybel Resort mit seinem kolonialen Charme eine grandiose Kulisse.

Während unseres kurzen Aufenthalts sind wir untergebracht in einer der Suiten mit Schlaf- und Wohnzimmer. Man sieht der Einrichtung durchaus an, dass das Resort nicht gerade erst gestern eröffnet wurde. Aber irgendwie stört uns die Patina nicht, sondern trägt nur zum Eindruck bei, in einem Haus mit Geschichte zu Gast zu sein. Von unserer Lanai aus haben wir jedenfalls einen wunderschönen Blick über den manikürten Rasen zum fast menschenleeren Strand. Letzterer ist – wie überall auf Sanibel – ganz und gar natürlich belassen. Wer sich über ein bisschen Seetang im Sand ärgert, dem wird es nicht gefallen, dass die örtliche Verwaltung das angespülte Strandgut nicht gleich wegharkt, sondern das Gestade in seinem biologisch natürlichen Zustand belässt. Dafür wird man aber mit unendlich vielen Muscheln belohnt, die von der Flut jeden Tag aufs Neue an den flachen Strand gespült werden.

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