01. 10. 1999
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Reisen

Schwimmen mit Delfinen in Islamorada

Ein faszinierendes Erlebnis ist das Schwimmen mit Delfinen. Auf dem Weg nach Key West bietet das Theater of the Sea Besuchern ein Programm, das zum ausgiebigen Schwimmen und Schmusen mit den Säugetieren der Meere einlädt und gleichzeitig viele Hintergrundinformationen vermittelt.

Autor: Kerstin Schnabel-Macloud

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Heute werde ich mit Delfinen schwimmen. Auf dem Weg nach Key West am Milemarker 84.5 in Islamorada - so werden die Adressen in den Florida Keys auf dem Overseas Highway angegeben - steuere ich einem touristischen Ausflugsziel entgegen, was bisher noch nicht seine gebührende Beachtung gefunden hat - das im Jahre 1946 gegründete Theater of the Sea.

Unsere Trainings-, Spiel- und Lernpartner sind die Weibchen Khona, Sheilo und Bubbles, 24, 8 und 25 Jahre alt und wie alle Delfine im Theater of the Sea Atlantic Bottlenose Dolphins. Diese werden bis zu drei Meter groß, wiegen etwa 130 Kilo und haben eine Lebenserwartung von zirka 40 Jahren.

Neugierig und erwartungsvoll betrachten die Delfine ihre neuen Gäste. Das sind mit mir sechs Personen, die genauso gespannt der Dinge harren, die da in den nächsten 30 Minuten auf sie zukommen werden. Nachdem alle drei Delfine in der naturbelassenen und großzügig angelegten Salzwasserlagune ein paar Mal ganz nah an uns vorbei geschwommen sind und wir ihre zarten, glatten und geschmeidigen Körper streicheln konnten, geht es los. Jeder von uns darf ein Stück rausschwimmen, und ein Delfin kommt vorbei zum Schmusen, allerdings erst, nachdem er diese Aufgabe von der professionellen Trainerin gestellt bekommen hat. Die große ”Flaschennase” im Gesicht fühlt sich toll an, ich darf sogar zurück küssen, was ich nach einigem Zögern auch tue, womit das Eis gebrochen ist.

Als nächstes darf jeder einzeln mitten in der Lagune stehen, um sich von den Delfinen durchs Wasser ziehen zu lassen. Mit ausgestreckten Armen und Daumen nach unten zeigend, warte ich auf zwei Delfine, die plötzlich von hinten an mich heranschwimmen, ganz zart ihre Rückenflosse in meine Hand legen und mich dann zurück zur ”Arbeitsstation” tragen, wo jeder Delfin seinen angestammten Platz beim Füttern und Trainieren hat - eine schnelle und aufregende Wasserfahrt!

Nun dürfen wir uns aussuchen, was jeder gern mit den Delfinen unternehmen möchte. Zur Wahl stehen Tanzdrehungen im Wasser, bei denen alle drei Delfine mittanzen - ein wunderschöner Anblick! Oder der ”foot-push”, für den ich mich als einzige entscheide. Ich lege mich rücklings ins Wasser, und zwei meiner neuen Freunde schieben mich mit ihren Flaschennasen an meinen Füßen eine große Runde durch die Lagune. Zwei andere halten eine Stange im Wasser hoch, über die Khona, Sheilo und Bubbles kühne Sprünge wagen.

Zum Schluss schwimmen wir jeweils zu zweit eine große Runde mit Flossen, Maske und Schnorchel, wobei die drei verspielten Mammals immer wieder unter uns durch-, neben uns entlang schwimmen oder mit uns tauchen. Dabei lasse ich es mir nicht entgehen, die Delfine noch einmal ausgiebig zu streicheln.

Leider ist die Zeit um, und ich muss Abschied nehmen, ein Abschied, der mir schwer fällt, denn dieses wundervolle Spiel hätte ich gern noch länger fortgesetzt! Auf jeden Fall ist es ein faszinierendes und absolut nicht alltägliches Erlebnis, an das ich mich für immer erinnern werde. Ein Zusammenspiel aus Wärme, Zärtlichkeit und Respekt, ein Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann, der mehr über diese außergewöhnlichen Tiere lernen möchte, als in der einschlägigen Literatur zu lesen ist.

Das Theater of the Sea hat dieses Trainingsprogramm 1987 als eine neue Art der Bildung und Aufklärung entwickelt. Das Ziel dabei ist es, der breiten Öffentlichkeit das Leben der Meeressäuger, deren Verhalten, Lebensart und Wege zu ihrem Schutz nahe zu bringen.

Vor dem eigentlichen Schwimmen mit den Delfinen gibt es eine sehr interessante Lektion zum Thema, die jeden auch über das eigene Verhalten aufklärt. So wird deutlich darauf hingewiesen, dass es in der freien Natur verboten ist, Meeressäuger zu füttern oder zu versuchen, näheren Kontakt aufzunehmen.

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01. 10. 1999
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