01. 01. 2015
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Restaurants & Shopping

Shrimps in Crêpes: Südwestflorida für Gourmets

Natürlich gibt es zwischen Naples und Fort Myers alles, was die amerikanische Küche im Allgemeinen zu bieten hat: Burger und Steaks, French Fries und Coleslaw. Doch einige ambitionierte Köche zaubern in Südwestflorida inzwischen eine ganz besondere Cuisine aus regionalen Produkten. Und das mit viel Leidenschaft und Fantasie.

Autor: Irmela Schwab

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Orangefarbene Leuchter werfen einen sanften Schimmer auf die weißen Tischdecken und zaubern Lichtreflexe aufs silberne Besteck. Umgeben von Galerien, Shops, Bars und Luxusappartements liegt das Restaurant Roy’s direkt im kleinen Hafen von Bayfront in Naples. Durch eine Unterführung spazieren Fußgänger und Feinschmecker in wenigen Minuten von der berühmten Fifth Avenue hierher und sehen zu, wie Fischer anlegen, um ihren Tagesfang auszuladen: vor allem Grouper und Snapper.

Auch Noah Bailey ist an dem frischen Fang interessiert. Der Küchenchef des Roy’s bestückt seine Speisekarte vor allem mit lokalen Fischen. Unter »Chef Noah’s Creations« findet sich etwa der »Brown Butter Seared Grouper« – ein Gericht, das der 35-jährige Chef gerne, wie er sagt, »ohne viel Schnickschnack« zubereitet. Bailey lacht. Dass weniger oft mehr ist, weil zu viele Zutaten und Gewürze den wahren Geschmack zu verderben drohen, hat er von seinem Chef im Restaurant O’Charley’s in Charlotte/North Carolina gelernt. Dort traf er auch seine heutige Frau Samantha, eine Konditorin. Die beiden passen zusammen wie ein Deckel zum Kochtopf: Er, der Profikoch für Vor- und Hauptspeisen mit dem sicheren Gefühl für die Abmischung von Zutaten und Gewürzen, sie, die Dessert-Spezialistin, die penibel auf Mengenangaben achtet. Vor ein paar Jahren zogen die beiden nach Naples, wo Noah Bailey zunächst im Ritz-Carlton arbeitete, ehe er 2011 im Roy’s debütierte.

Neben seinen eigenen Akzenten sind die meisten Gerichte jedoch feste Bestandteile auf der Karte des Roy’s, das es mittlerweile in acht US-Bundesstaaten gibt. Eine besondere Delikatesse ist der Misoyaki Butterfish, ein Alaskan Black Cod, der buchstäblich auf der Zunge zergeht.

An der Bayfront findet im Übrigen jeden Herbst auch das »Stone Crab Festival« statt. Dann stellen Restaurants wie das Pinchers Crab Shack und das Kelly’s Fish House Höhepunkte ihrer Speisekarte vor. Da Südwestflorida sich entlang der Shell Coast am Golf von Mexiko erstreckt, liegt es auf der Hand, dass Fischgerichte hier zu den Spezialitäten zählen.

Und überhaupt: Galt Südwestflorida vor einigen Jahren noch eher als kulinarische Diaspora im Schatten von Sterne-Hochburgen wie Miami oder Palm Beach, hat sich mit der rasanten Entwicklung des Landstrichs auch hier eine Spitzen-Gastronomie etabliert, die selbst für verwöhnte Gourmets einiges zu bieten hat. Und die internationale Einflüsse von weitgereisten Küchenchefs mit regionalen Zutaten zu verbinden versteht. Allerorten zaubern Chefs aus Spanien, Japan, Italien oder auch Deutschland Köstlichkeiten auf den Tisch – sehr zur Freude einer anspruchsvollen Kundschaft.

Die Kombination aus internationaler Kochkunst und lokalen Produkten hat auch Pierre-Julien »PJ« Regnard auf die Speisekarte des Lamoraga gesetzt. Der Chefkoch stammt aus Südfrankreich und hat gemeinsam mit seiner Frau Hanaë das spanische Restaurant durch den Erwerb einer Lizenz für Florida nach Naples gebracht. Bevor er seine »Filiale« im vergangenen Frühjahr eröffnete, hatte der 26-Jährige ein Jahr lang von den Köchen im Lamoraga in Marbella gelernt.

In Naples ist nun die gesamte Familie an der Unternehmung beteiligt: Seine Frau führt das Restaurant als Managerin, der Schwiegervater ließ das lichtdurchflutete Gebäude am Tamiami Trail in modernem, puristischen Stil bauen, die Schwägerin ist verantwortlich für die Buchhaltung. Das Lamoraga, das seinen Stammsitz im spanischen Andalusien hat, steht denn auch fürs Treffen und Teilen unter Familie und Freunden. »Unsere Philosophie ist Love to share«, sagt Hanaë Regnard und erzählt von der Tradition von Grillfesten in Malaga: ein Lagerfeuer am Strand, um das sich die gesamte Familie schart. Gemeinsam werden viele kleine Gerichte gegessen, die berühmten Tapas. Jeder probiert ein wenig von diesem und von jenem. Dazu gibt es Sangria, Wein und Gespräche. Solange das Feuer glüht.

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01. 01. 2015
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