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Strandläufe im Winter

Strand einmal anders: Gerade im milden floridianischen Winter laden die Strände von Fort Myers und Sanibel ein zum gemütlichen Flanieren im knisternden Weiß.

Autor: William S. Speer

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Schließen Sie die Augen – und denken an einen Spaziergang am Strand. Eine wunderbare Welt tut sich auf, Sie spüren die Sonne auf der Haut, fühlen den Sand und schmecken die Brandung, wunderschöne Erinnerungen werden wach. Am Strand können wir uns unser eigenes kleines Paradies schaffen, selbst wenn wir diesen Ort mit vielen Menschen teilen müssen. Und manchmal haben wir ein Stückchen sandiges Paradies ganz für uns allein, aalen uns im sonnengewärmten Sand, saugen die kühlende Meeresbrise auf und erwarten den regelmäßigen Wellenschlag des Meeres, der friedlich in unser Paradies der Stille brandet. Im Lee County an Floridas beschaulicher Golfküste finden Beach-Flaneure einige der schönsten unter den sandigen Boulevards.

Im Norden
Boca Grande auf Gasparilla Island ist ein beschauliches Städtchen, das nicht nur bekannt dafür ist, den Flair des alten und mondänen Floridas bewahrt zu haben, sondern mindestens ebenso sehr für seine wunderbaren Strände. Die Strände des Gasparilla Island Nationalparks, der etwa einen halben Quadratkilometer umfasst, münden direkt in den Golf von Mexiko. Um hier einen der unvergesslichen floridianischen Sonnenuntergänge zu erleben, empfiehlt sich ein Spaziergang entlang der Nordwestküste – und hier wird dieses faszinierende Naturschauspiel nicht von lärmenden Bauprojekten gestört, wie es sonst an vielen Stränden Floridas der Fall sein kann. Eingerahmt wird der Park von den beiden Leuchttürmen der Insel, die auch heute noch in Betrieb sind.

Etwa acht Kilomter hinter der Gasparilla Island Bridge ist an der Gasparilla Road schon der erste Strandzugang: der Rear Rangelight Park. Üppige Sanddünen bilden einen Wall zwischen der Straße und dem weitläufigen Nationalpark, der auch an besucherstarken Tagen nahezu menschenleer wirkt. An den insgesamt fünf Strandzugängen des Parks sind ausreichend Besucherparkplätze vorhanden. Der ehrliche Besucher wird gebeten, eine Gebühr von zwei Dollar in eigens auf den Parkplätzen aufgestellten Sammelkästen zu deponieren. Die Laufstrecke von einem Leuchtturm zum anderen ist etwa anderthalb Kilometer lang, nasse Füße sind bei diesem Gang inbegriffen. Die erste Strand-Etappe endet an einem Uferdamm – hungrige und durstige Strand-Läufer können hier eine Pause einlegen und sich in der »South Beach Bar and Grill« mit floridianischen Köstlichkeiten stärken.

Berühmt ist der strahlend weiße Boca-Grande-Leuchtturm, der sich am südlichsten Zipfel des Nationalparks befindet – ganz in der Nähe der Parkplätze am Uferdamm. Auch heute noch weist der Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Leuchtturm Schiffen den Weg zum Boca Grande Pass. Der Hauptsitz der Parkverwaltung sowie ein Museum sind auf dem Leuchtturmgelände zu finden. Und es gibt keinen besseren Ort als Island’s Point, die Südspitze des Eilands, den farbenstarken floridianischen Sonnenuntergang zu erleben.

Jenseits der sanften Wasser des Boca Grande Pass liegt Cayo Costa. Abgeschnitten vom Rest der Welt, nur mit dem Boot zu erreichen: der Cayo Costa Nationalpark – für Strandspaziergänger ein echter Geheimtipp. Die kleine Insel ist etwa elf Kilometer lang, beheimatet nur wenige Wohnhäuser und Stromleitungen gibt es in diesem abgeschiedenen Örtchen noch nicht. Ein Spaziergang am vielerorts unberührten Strand gleicht einer Zeitreise zurück in die Anfänge des 18. Jahrhunderts, als noch die Calusa-Indianer Herren der Insel waren. Hier kann man sich tatsächlich noch sein eigenes Stück vom Paradies erobern.

Die nostalgische Insel der Calusa-Indianer eignet sich hervorragend für Tagesausflüge, wer dennoch länger bleiben möchte, findet Unterschlupf auf einem der Zeltplätze oder mietet eines der einfach ausgestatteten Ferienhäuschen – allerdings: Ohne Reservierung müssen Besucher die Insel spätestens um halb vier am Nachmittag verlassen, es sei denn man ist mit dem eigenen Boot angereist.

Denn die Insel ist ohnehin nur mit dem Boot zu erreichen. Die offiziellen Nationalpark-Fähren von Tropic Star Cruises legen das ganze Jahr über täglich von Pineland auf Pine Island um 9.30 Uhr sowie um 11 Uhr ab. Spannende Inseltouren kann man hier ebenfalls buchen. Parken im Hafen von Pineland wird extra mit einem Dollar pro Tag berechnet. Die Überfahrt dauert zirka eine Stunde, das Schiff tuckert gemütlich durch die Insellandschaften, sodass sich der Besucher langsam auf das Cayo-Costa-Tempo einstimmen und den Alltagsstress am Anleger hinter sich zurücklassen kann.

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