01. 08. 2015
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Reisen

Traumschön: Sonnenuntergänge am Golf

Ob entlang der Hotelanlagen von Clearwater Beach oder dem Sandteppich-Strand von Anna Maria Island, ob auf dem Fishing Pier von Naples oder beim allabendlichen Karneval am Mallory Square auf Key West – überall liefert der Sonnenuntergang entlang der Golfküste ein prächtiges Spektakel mit Wohlfühl-Faktor fürs Gemüt.

Autor: Tanja Weithöner

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»Was, bitte, machen wir?« Diese prompte Frage schießt wohl einigen Herren aus dem Mund, wenn wir Frauen ihnen eröffnen, dass wir zum Sonnenuntergang-Schauen mit einer Flasche Champagner unter dem Arm an den Strand wollen. Haben sie sich doch bereits auf einen tiefenentspannten Abend mit Chipstüte und Budweiser auf dem Hotelbalkon eingeschossen. Meiner bildet da natürlich keine Ausnahme, reagiert männertypisch: »Ok, warum nicht?« Hinter dem Zuspruch steckt mutmaßlich die einfache Erkenntnis »Happy Wife, Happy Beach Life!« Prinzipiell auch egal, denn wenige Minuten später sind wir auf dem Weg zum
Naples Pier. Am Park Shore Plaza schnappen wir uns noch schnell zwei Portionen fangfrische »Wild Shrimps« sowie knuspriges Baguette. Den geeisten Moët & Chandon hatten wir schon aus der Minibar mitgenommen. Eine Picknickdecke brauchen wir nicht, der Sand ist warm genug.

Ein bisschen Glanz und Glitzer in Naples muss schon sein, auch wenn man »nur« zu zweit durch den Sand tapst. Schließlich will die Eleganz unseres »LaPlaya Beach & Golf Resort« durchaus zum leidenschaftlichen Tête-à-Tête hinübergerückt werden. Und sei es nur in Form einer Champagnerflasche. Macht es doch selbst komplett auf Gefühlsduselei – zum späten Dinner beispielsweise haben die guten Geister vom Personal gestern rund um unseren Tisch Dutzende flackernde Windlichter platziert.

Rund 300 Meter auf Holz ins Meer gebaut, verspricht Naples’ berühmtester Steg ehrliche Romantik. Was daran liegen mag, dass aus seinen Poren noch die raue Seele seiner Zeit als Fracht- und Passagierdock in den 1800ern strömt. Überwältigend orangerot klebt die Sonne, die partout nicht sinken will, wie eine chinesische Papierlaterne am Horizont. Pelikane kritzeln mit ihren unförmigen riesigen Schnäbeln unbeholfen »Ich liebe dich« in die feucht-flirrende Luft. Es ist so toll kitschig! Links und rechts der Bohlen springen Delfine. Oh Mann, hier werden alle Klischees bedient. Der perfekte Ort für verliebte Küsse, besser als auf dem Eiffelturm.

Ich kann es gar nicht genau erklären, welche wunderbaren Dinge gerade in meinem Herzen passieren. Plopp. Unser Kronkorken scheucht ein Paar dösende Reiher auf, die plötzlich in einem wilden Manöver in den mittlerweile marsalafarben leuchtenden Himmel hochflattern. Nach einer gefühlten Ewigkeit wage ich dann doch den Satz: »Wie viele solche Sonnenuntergänge hast du denn schon gesehen?« – »Bisher keinen«, antwortet ER. Hm, kein allzu beeindruckender Erlebnisschatz. Das dürfen wir so nicht stehen lassen. Morgen ist Sunset in Longboat Key dran.

Später beim Internetsurfen stolpere ich über folgendes Angebot: Sarasotas einziges AAA Four Diamond Resort »Longboat Key and Club« bietet Heiratswilligen in den nächsten Wochen 25 Prozent »off«. Idealerweise sollten wir also möglichst bald heiraten, um von diesem durchaus attraktiven Bonus zu profitieren. Oder sparen wir uns das für einen weiteren Florida-Trip innerhalb der kommenden sechs Monate auf? »Schaaaatz?« Ebenso wie wir am Valentinstag auf langstielige Baccara-Rosen verzichten, zucken wir mehr oder weniger gleichzeitig mit den Schultern. Ich klicke auf »Book now«. Undiskontierte Rate. Wir warten gerne noch.

Mit roten Ohren sitzen wir am Folgeabend im hoteleigenen »Barefoot’s Bar & Grill« und sippen zum Sundowner tropische Cocktails mit bunten Schirmchen und Obstspießchen. »Und? Sag schon, was meinst du?« - »Alles Honeymooner um uns herum.« - »Yup«, grinse ich, »und wir sind die Outsider«. Es klingt vielleicht merkwürdig, aber ich fühle mich just in diesem Moment total frei. Die tief stehende Sonne hat den Strand und den Golf in fließende Bahnen von Rosarot getaucht. ER starrt mich vernarrt durch seine schwarze Wayfarer an. »Wie cool«, denke ich und ziehe ihn vom Stuhl zu einem einsamen Spaziergang am Strand.

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01. 08. 2015
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