Jimbo's Shrimp Village: Abseits der Touristenwege

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Die Suche nach dem echten, unverfälschten Florida führt mich tief in die Wälder von Virginia Key. Um meine Lust auf Abenteuer und dem Besonderen zu stillen, wollte ich auch endlich einmal zu Jimbo's. Ich hatte hier und da von diesem Geheimtipp gehört aber nur eine vage Vorstellung von dem, was mich in diesem Dorf erwartet. An einem heißen und sonnigen Tag mache ich mich auf den Weg nach Key Biscayne, ein Strandparadies mitten in Miami. Virgina Key ist eine unbewohnte Insel mit herrlichen, ursprünglichen Stränden. Trotz etlicher Nachfragen bekomme ich nur ungenaue Auskünfte. Ich soll beim Schild Virginia Key links abbiegen und geradeaus fahren, Jimbo sei dort irgendwo in den Wäldern versteckt.

Abseits der Touristenwege

Abseits der Touristenwege
(Foto: © Tory Sanchez-Espinosa)

Ich gelange an eine schilderlose Kreuzung und entscheide mich, den holprigen Pfad zu nehmen. Nach zirca zwei Meilen sehe ich das verfallene Dörfchen: Ein kleines Paradies, eingebettet zwischen Wald und Meer.

Da stehen sie: buntbemalte, zerfallene alte Holzhütten im karibischen Stil mit schrägen Wänden und eingedrückten Dächern, die trotz allem bewohnt erscheinen. Aussteiger auf der Flucht vor Stress und Zivilisation füllen das Dorfplätzchen und vertreiben sich die Zeit mit Angeln und Boccia-Spielen.

Jetzt verstehe ich, warum dieses verführerische Sumpfgebiet erschlossen wurde und sich der Ur-Floridianer Jimbo bereits vor 30 Jahren in dieser Wildnis ansiedelte. Auch ich fühle mich hier wie zu Pionierszeiten. Hühner sonnen sich auf den Dächern, das Bild wird von einem alten, ausrangierten, buntbemalten VW-Käfer mit offener Tür und einem alten Schulbus abgerundet.

Direkt am Wasser laden ein halbes Dutzend Tische zum Verweilen ein. Im alten Köderladen steht ein Fass ,in dem Bierdosen eisgekühlt aufbewahrt werden und man sich selbst bedienen kann.

Jimbo bietet auch kleine Snacks, wie seinen einmaligen geräucherten Fisch, an. Beilagen wie Dressing und Brot sollte man aber besser selbst mitbringen. Das hier ist ein privater Haushalt und kein öffentliches Lokal.

Dieses Paradies ist einmalig, um "al-fresco" (unter freiem Himmel) zu speisen. Alle Sinne werden hier stimuliert und es lässt sich von vergangenen Zeiten träumen. Der wortkarge "old-timer" Jimbo mit seiner Baseballmütze und seine Freunde, die urechten Floridianer, sitzen Zigarren rauchend und Zeit vergessen in ihren Holzstühlen und träumen in den Tag hinein. Jimbo's Haupteinnahmequelle sind frische Schrimps, die er jede Nacht im Atlantik fängt. Diese heißbegehrten Delikatessen paddeln in einem Fischtank und werden hauptsächlich als Angelköder verkauft. Zur Siesta füllt sich das Dörfchen mit den schick gekleideten Büro-Angestellten aus Downtown Miami, die hier gerne ihre Mittagspause verbringen, die bei Jimbo's allerdings etwas länger als vorgeschrieben dauert.

Im Interesse von Jimbo's ist dieser Geheimtipp natürlich "top secret" zu halten.

Mehr Informationen:

Wegweiser:

Fahren Sie die Interstate 95 in südliche Richtung, nehmen Sie die Ausfahrt 913 nach Key Biscayne. Fahren Sie gerade aus auf dem Rickenbacker Causeway (Brückengeld $ 1.00) bis zum Miami Seaquarium. Biegen Sie links ab nach Virginia Key und fahren Sie geradeaus. Nach ca. 1 km teilt sich die Straße, halten Sie sich rechts und nach ca. einem weiteren Kilometer sehen Sie Jimbo's Dörfchen.

Nützliche Utensilien:

    * eine Kamera, Jimbo's Schrimp Village dient öfters als Kulisse für Modeaufnahmen

    * Brot und eigenes Dressing für Fisch

    * Sonnen- und Mückenschutzcreme

    * Badekleidung, auf dem Weg zurück laden die herrlichen Sandstrände Key Biscayne's zum Sonnen ein

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Autor: Gabriele Ohst-Trappio