U-Boot-Alarm: Krieg am Traumstrand

Leben & Gesellschaft

Ein trauriges Kapitel innerhalb der ansonsten so sonnigen deutsch-floridianischen Beziehungen. In den Gewässern vor dem Sunshine State lauerte 1942 eine tödliche Gefahr: Deutsche U-Boote schossen damals binnen weniger Wochen Dutzende US-Handelsschiffe auf den Meeresgrund. Ein fast vergessener Schauplatz der Kriegsgeschichte.

Tödliche Gefahr: Der US_Tanker GulfLand im Frühjahr 1942 nach einem deutschen Torpedotreffer an der Ostküste Floridas.
(Foto: © Florida Photographic Collection/State Archives of Florida)

Am 11. Dezember 1941 hatte Adolf Hitler den USA den Krieg erklärt. Eine Woche später schickte Karl Dönitz, Befehlshaber der U-Boot-Flotte, die ersten Langstrecken-Boote auf den Weg zum neuen Kriegsgegner. Mit diesem Unternehmen – Codename »Paukenschlag« – hatte in den USA niemand gerechnet. Alle verfügbaren Kriegsschiffe der U.S. Navy waren im Pazifikkrieg und in den Gewässern um Europa im Einsatz.

Die US-Handelsschiffe hielten weder eine Verdunkelung für notwendig noch bewegten sie sich in Zickzackkursen. Hell beleuchtet und geradlinig fuhren sie den deutschen U-Booten direkt vor die Torpedorohre. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 1942 versenkten deutsche U-Boote entlang der US-Ostküste 397 Schiffe mit über zwei Millionen Bruttoregistertonnen und rund 5.000 Mann Besatzung. Ab Sommer 1942 fuhren die Frachtschiffe dann auch entlang der US-Küste nur noch im bewachten Konvoi.

Ein Brennpunkt der ersten U-Boot-Angriffe waren die Seewege vor Florida. Unser Bild zeigt die GulfLand, 119 Meter lang und 5.277 Bruttoregistertonnen schwer. Erwischt von einem Torpedotreffer vor Hobe Sound bei Jupiter auf dem Weg vom Ölhafen Beaumont in Texas nach Jacksonville. Soll man es Glück nennen? Die Deutschen schafften es an diesem Tag jedenfalls nicht, den voll beladenen Tanker zu versenken. Dies geschah erst durch eine nächtliche Kollision mit dem Schwesterschiff GulfBelle am 21. Oktober 1943 ebenfalls vor der Küste Floridas. Tragische Folge wohl der kriegsbedingten Verdunkelung. Von den 116 Mann Besatzung auf beiden Schiffen konnten damals nur 28 gerettet werden.

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Autor: Dirk Rheker