02. 07. 2017
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Reisen

Vamos a Cuba! Via Florida auf die Zuckerinsel

Waren sie schon mal am Southernmost Point in Key West und haben nach Süden über das Meer geschaut und gedacht: Dort hinterm Horizont muss irgendwo Kuba liegen? Warum also nicht einfach mal von Florida aus nach Havanna reisen? Inzwischen steuern zahlreiche Airlines und Kreuzfahrtschiffe von den USA aus Kuba an. Ein Kurztrip vom Sunshine State auf die Zuckerinsel ist aber in der Praxis noch immer nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein Erfahrungsbericht.

Autor: Dr. Peter Matthiensen

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Zurückschrauben lässt sich die Entwicklung aber nicht. Und daher dachten wir uns im vergangenen Jahr: Wenn nicht jetzt, wann dann dorthin reisen, um noch einmal das authentische Kuba zu erleben? Wie immer verbrachten wir den Herbst in unserem Ferienhaus in Naples. Da bot es sich doch an, von hier aus für eine Woche nach Kuba zu fliegen! Über ein deutsches Internetportal buchten wir einen Flug mit Silver Airways von Fort Lauderdale nach Santa Clara auf Kuba. Für die Einreise nach Kuba benötigt man kein Visum, aber eine Touristenkarte, die man im Reisebüro, bei der Airline oder auch im Internet für 25 bis 45 Euro kaufen kann.

Also nichts wie los! Beim Einchecken legt man uns eine Liste des U.S. Departments of the Treasury mit zwölf Punkten vor, auf der man den Grund seiner Reise ankreuzen muss. Na ja, denke ich, dann muss ich wohl später einen Bericht für ein Reisemagazin schreiben – und kreuze »journalistic activity« an. Der Mann hinter dem Schalter meint allerdings lapidar, die meisten Fluggäste würden »support for the Cuban people« ankreuzen. So einfach ist das also? »Zur Umsetzung dieser Regelungen in die Praxis liegen bisher keine Erfahrungswerte vor«, kommentiert das deutsche Auswärtige Amt auf seiner Website. Will heißen: Kontrolliert werden dürfte die Umsetzung kaum, jeder Reisende muss aber selbst entscheiden, ob er das Risiko auf sich nehmen will. Denn legal ist eine rein touristische Reise von den USA nach Kuba eben immer noch nicht…

Auf dem Flugfeld erwartet uns eine kleine Turboprop-Maschine Saab 340B Plus mit 34 Sitzplätzen, die allerdings nur zur Hälfte besetzt ist. Bei guter Sicht geht der Flug zunächst für eine Stunde über die 170 Kilometer breite Meerenge zwischen Kuba und Florida. Dann weiter über weiße Strände und grüne Hügel. Und schließlich: Santa Clara am Fuße des Escambray-Gebirges!

Am Abel Santamaría Airport angekommen, brauchen wir zuerst einmal kubanisches Geld, um per Taxi zu unserem bei Cubanacan gebuchten Hotel La Granjita zu kommen. Es empfiehlt sich im Übrigen, Bargeld in Euro mitzunehmen, die man dann in Wechselstuben oder Banken in die Touristenwährung Peso convertible (CUC) umtauschen kann. Dollars werden mit einem Abschlag von 10 Prozent zusätzlich zu den Gebühren gewechselt. Amerikanische Kreditkarten werden meistens abgelehnt.

Im Hotel La Granjita machen wir einen Spaziergang durch die herrliche parkähnliche Anlage und setzen uns an die Poolbar. Einer der Gäste lädt uns zu einem Glas Havana Club Rum ein – und erzählt uns freimütig, dass er Drogenschmuggler sei. Er stamme aus Guyana, habe aber Asyl in Kanada bekommen. Er würde mehrmals im Jahr nach Kuba kommen und habe sich hier ein Haus und ein Schnellboot gekauft. Merkwürdige Begegnung...

Eigentlich haben wir vor, ein Auto zu mieten und damit Kuba zu erkunden. Schon Wochen im Voraus hatte ich im Internet versucht, bei Havanautos, Rex oder Cubacar einen Wagen zu bekommen – leider ohne Erfolg. Mit einem Auto hätte man sicher leichter in Privatunterkünften übernachten können. Die sogenannten »casas particulares « kann man online buchen (zum Beispiel über www.holacuba.de) oder auch vor Ort leicht anhand entsprechender Schilder finden.

Uns bleibt aber noch die Möglichkeit, mit den Viazul-Bussen zu reisen. Von Santa Clara zu der etwa 100 Kilometer entfernten Weltkulturerbe-Stadt Trinidad fahren die Busse zweimal am Tag in drei Stunden für 8 CUC. Um noch einen Platz zu bekommen, sollte man mindestens eine Stunde vor der Abfahrt an der Haltestelle sein. Als wir am nächsten Morgen vor dem Busterminal aus dem Taxi steigen, stürmen mehrere Taxifahrer auf uns zu und fragen, wohin wir wollen – und unterbieten sich gegenseitig mit den Preisen. So kommen wir für 30 CUC zwar auf durchgesessenen Autositzen, aber relativ schnell in das Hotel Amigo Club Ancon an der Playa Ancon – ein riesiger, bunt angestrichener Betonklotz mit dem Charme des realen Sozialismus.

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