01. 01. 2015
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Reisen

Wellen-Reiter: Auf dem Pferderücken ins Meer

Haben Sie schon immer davon geträumt, auf einem hübschen Pferd am Strand entlangzureiten, das mit viel Spaß bei der Sache ist? In Florida kann dieser Traum wahr werden.Mehr noch: In Bradenton nimmt Sie Ihr Ross sogar mit auf ein Bad im warmen Meer.

Autor: Josefine Koehn-Haskins

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Noch einmal tief Luft holen, dann verschwindet der Boden unter den Pferdehufen. Bis zur Hüfte versinken meine drei Töchter und ich im Meer. Sasafras Bauch wölbt sich wie ein großer Ballon unter den nackten Beinen der Mädchen, die sich den Pferderücken teilen. Weil mir die Sache erst nicht ganz geheuer ist, lasse ich mich ins Wasser gleiten und schwimme neben meiner Jüngsten her, die auf der Fuchsstute Rose mit der heißen Floridasonne um die Wette strahlt.

Tatsächlich atmen Pferde tiefer ein und langsamer aus, wenn sie schwimmen. Sie scheinen ins-tinktiv zu wissen, dass ihr Körper so leichter vom Wasser getragen wird. »Für viele Pferde ist es eine zweite Natur«, erklärt Lynn Carlson, die seit fünf Jahren am Strand von Bradenton mit »Beach Horses« Ausritte ins Meer hinaus anbietet. »Neun von zehn Pferden, die ich bisher ins Meer gebracht habe, fangen von selbst an zu schwimmen.«

Nein, »ins« Meer ist kein Tippfehler. Wer einen Ausritt mit Beach Horses bucht, reitet nicht nur am Strand entlang, sondern direkt ins Meer hinein. Ideal für meine Mädchen. Sophie, die Jüngste, ist gerade einmal fünf – und keine der drei hat viel Reiterfahrung. »Den Nichtschwimmern geben die Pferde Sicherheit, den Reitanfängern das Wasser. Schließlich ist das Schlimmste, was passieren kann, nass zu werden«, sagt Lynn Carlson. Und das wird unter der heißen Sonne schließlich jeder gerne.

Neben den organisierten Touren von Beach Horses treffen sich hier am Golf von Mexiko deshalb auch viele private Pferdebesitzer für ein erfrischendes Bad im Meer. Bradenton ist einer der wenigen öffentlichen Strände in Florida, an denen das Reiten  mit Pferden erlaubt und möglich ist. Es gibt natürlich einige private Anlagen (siehe Kasten), die den Traum vom Galopp durch die Gischt ermöglichen, aber generell sind Pferde am Strand nicht gern gesehen. Badegäste sollen nicht gestört werden.  

Damit Bradenton einer dieser Strände bleiben darf, räumt das Beach Horses-Team nach jedem Ausritt nicht nur die Pferdeäpfel mit Schubkarre und Mistgabel vom Strand weg, sondern auch weniger vergänglichen Plastikmüll.

Und auch wenn der Pferdestrand in Bradenton nicht zu den allerschönsten gehört, für einen Ausritt ins Meer ist er ideal. Die ganze Bucht liegt auf weichem, sandigen Boden, und bei Ebbe geht es eine Zeit lang relativ flach ins Wasser. Erst weiter draußen wird es stetig tiefer.

Geritten wird in Shorts und T-Shirts oder auch im Bikini. Manche Reiter bevorzugen eine Trense mit Gebiss, andere reiten ihre Pferde einfach mit Halfter und Führstrick hinaus ins Meer. Doch bevor es losgeht, wird erst mal eine dicke Schicht Sonnencreme aufgetragen. Nicht nur wir schmieren eifrig, auch die Pferde werden einbalsamiert, vor allem rund um Maul und Nüstern. Die Kombination von Salzwasser und Sommersonne führt sonst schnell zu trockener, rissiger Pferdehaut.

Sara, Nia und Sophie springen im tiefen Wasser dann sogar vom Pferderücken ins Meer. Lachend prusten und schnauben sie gemeinsam mit ihren Pferden. Damit auch wirklich nichts passiert und die Gäule nicht davonschwimmen, wird jedes Team von einem erfahrenen »Guide« begleitet.

Der Versuch, wie beim Voltigieren auf dem Pferderücken zu stehen, wird von den Strandprofis auch als »Pferdesurfen« bezeichnet. Lange schafft es allerdings keiner, und probieren wollen es zum Glück nur die Kinder. Zwar beteuert Führer Brian, dass es den Pferden rein gar nichts ausmache, wenn jemand auf ihnen herumklettert, aber überstrapazieren will man die Geduld (und die Rücken) der Tiere ja nun wirklich nicht.

Als es nach unserem Abenteuer schließlich zurück an den Strand geht, halte ich mich an der Schweifrute fest und werde in Motorboot-Geschwindigkeit von Sasafras ins seichte Wasser gezogen. Unglaublich, wie schnell ein PS sein kann!

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01. 01. 2015
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