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Gestatten: Tiger Woods!

Tiger Woods zählt zu den ganz Großen des Golfsports. Eldrick "Tiger" Woods wurde am 30. Dezember 1975 im kalifornischen Cypress geboren. Schon früh wurde der Grundstein seiner einzigartigen Karriere gelegt.

Autor: Anja Liesner

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Im zarten Alter von zwei Jahren erhielt er seinen ersten Golfschläger und bekam kurz darauf privaten Golfunterricht. Mit nur fünf Jahren galt Tiger Woods bereits als das neue Wunderkind der Golfszene. Und im Alter von elf Jahren spielte er bereits eine Golfrunde unter Par (68) – brauchte also lediglich die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler, ein Scratchgolfer, für diese Runde ausführen würde.

Den markanten Spitznamen Tiger trägt er von Geburt an, ein Freund seines Vaters kam auf die Idee. Heute ist Eldrick Woods nur noch unter seinem eigentlichen Spitznamen bekannt. Amüsante Ironie der Geschichte: Einen besonders guten Golfspieler nennt man seit jeher Tiger.

Im Alter von acht Jahren gewann Tiger sein erstes Amateurturnier, welches er danach sechs weitere Male für sich entscheiden konnte. Den US-Junior-Amateur-Titel gewann er 1991, 1992 und 1993, bis zum heutigen Tag ist er der jüngste und einzige Mehrfachgewinner. In den nächsten drei Jahren gewann er den US-Amateurtitel der Männer, was vor ihm ebenfalls noch niemandem gelang –auch hier ist er der bislang jüngste Gewinner.

Nach diesen beachtlichen Erfolgen im Kindesalter gewann Tiger Woods mit 16 Jahren den ersten von drei Juniorentiteln. Als Amateur-Golfer war er beispiellos erfolgreich: Neben sechs nationalen USGA-Meisterschaften und dem NCAA-Titel kürte man ihn außerdem 1991 und 1992 zum Golf-Digest-Spieler des Jahres. Und zwei Jahre später wurde er der Golfweek-Amateur des Jahres und 1996 zeichnete man ihn sowohl mit dem Fred-Heskins- und dem begehrten Jack-Nicklaus-College-Spieler-des-Jahres-Award aus.

Inspiriert durch sein Talent entschied sich Woods, das College an dem er zwei Jahre lang BWL studiert hatte, frühzeitig zu verlassen und professionell Golf zu spielen. Im August 1996 begann er im Alter von 21 Jahren seine Karriere als Golf-Profi und gewann im selben Jahr bereits zwei Turniere der PGA-Tour. Kurz darauf wurde er in den USA zum Sportler des Jahres gewählt. Im April des folgenden Jahres gewann er sein erstes Major-Turnier.

Es gelang ihm mit gerade mal 21 Jahren, als erster farbiger Spieler die US Masters mit einem Rekordabstand von zwölf Schlägen zu gewinnen. Nur einen Monat später war er zum ersten Mal die Nummer eins der Weltrangliste und wurde der jüngste Weltranglisten-Erste in der bisherigen Golf-Geschichte.

Es war abzusehen. Irgendwann musste sein unvergleichlicher „Durchmarsch“ zu Ende sein oder zumindest eine Verschnaufpause einlegen: Denn im darauffolgenden Jahr konnte er seine Form nicht mehr halten, er gewann 1998 nur ein einziges Turnier.

Doch schon ein Jahr später 1999 war es Zeit für Tiger Woods erstes Comeback. Im Juni gewann er das Memorial Tournament und startete damit eine bislang einzigartige Siegesserie im Golfsport. In den folgenden zwei Jahren gewann er 17 Turniere der PGA-Tour. In den folgenden fünf Jahren konnte er 32 Turniere für sich entscheiden. Tiger Woods war sensationelle 264 Wochen in Folge Nummer eins der Weltrangliste (vom 15. August 1999 bis zum 29. August 2004).

Er gewann sieben von elf Major-Turnieren.

Die Accociated Press wählte ihn 1997, 1999 und 2000 zum männlichen Athleten des Jahres. Neben dem Basketball-Superstar Michael Jordan und ihm konnte bislang kein Sportler diesen Preis drei Mal in Empfang nehmen.

Doch es ging nicht nur bergauf: 2003 und 2004 waren keine wirklich guten Jahre für Tiger Woods. Er gehörte zwar immer noch zu den besten Golfern der Welt, doch seine frühere Dominanz hatte er zu diesem Zeitpunkt verloren. In dieser Zeit musste er zeitweise die Weltranglisten-Spitze an Vijay Singh abgeben und konnte auch kein einziges Major-Turnier für sich entscheiden. Viele gaben den Veränderungen in seinem Privatleben durch die Beziehung zu Model Elin Nordegren die Schuld an seinem Leistungstief. Im Oktober 2004 heiratete Woods die Schwedin auf Barbados. Heute haben die beiden zwei Kinder, Tochter Sam Alexis kam 2007 zur Welt und im Februar 2009 folgte Sohn Charlie Axel.

Vielleicht durch sein Familienglück motiviert, schaffte er 2005 das zweite Comeback seiner Karriere. Er gewann zwei Major-Turniere (Masters & Open Championship) und konnte sich in diesem Jahr wieder zurück an die Spitze der Weltrangliste spielen. Er wurde innerhalb von neun Jahren zum siebten Mal zum Spieler des Jahres der PGA-Tour gewählt.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2006, zu dem er ein sehr inniges Verhältnis hatte, legte er eine mehrwöchige Pause ein, zog sich vom Golfsport zurück und widmete sich seiner Familie. Als er im selben Jahr für die US Open zurückkehrte, war deutlich zu erkennen, dass er noch nicht wirklich bereit war. Zum ersten Mal in seiner Karriere schaffte er es nicht, sich für das Major-Turnier zu qualifizieren.

Doch zeigte "der Tiger" Kämpfergeist und gewann kurz darauf die British Open.  Diesen Sieg widmete er in einer bewegenden Rede seinem Vater. Danach dominierte er wieder – wie gewohnt – den Golfsport und sicherte sich unter anderem den 50. Sieg der US PGA Tour. Im Oktober erreichte er mit dem sechsten PGA-Tour-Sieg in Folge seinen persönlichen Rekord aus dem Jahr 1999/2000. Nach Ben Hogan gelang es seit 1948 keinem Spieler mehr, eine solche Serie zu erspielen.

Bei seinem ersten Start 2007 gewann er das siebte US-PGA-Turnier in Folge. Doch bei den US Open musste er sich trotz einer guten dritten Runde mit einem Schlag Rückstand mit dem zweiten Rang zufrieden geben.

Im gleichen Jahr siegte er beim Halbfinale, der BMW Championship, wobei er den Platzrekord einstellte und zudem vor dem Finale des FedEx Cup die Führung übernahm. Dies war zugleich sein 60. Sieg auf der US PGA Tour. Auch das Finale, die THE TOUR Championship, konnte Tiger Woods für sich entscheiden. Hier unterbot er den Platzrekord um sechs Schläge und spielte das drittbeste Turnier in der Geschichte dieses Turniers. Mit dem Team USA gewann er gegen das Team International souverän den Presidents Cup 2007.

Bei seinem Turnierstart 2008 siegte er direkt bei der Buick Invitational. Dies war seit 1999 sein sechster Sieg bei diesem Turnier und zugleich sein insgesamt 62. auf der US PGA Tour, womit er mit Golflegende Arnold Palmer gleichzog. Auch bei seinem zweiten Turnierstart 2008 auf der US PGA Tour siegte er bei der WGC-Accenture Match Play Championship. Damit hat er 15 der bisher 28 ausgetragenen WGC-Turniere gewonnen.

Bei seinem dritten Start auf der US PGA Tour siegte er dank eines Birdies am letzten Loch bei der Arnold Palmer Invitational. Mit seinem siebten Sieg in Folge – dem neunten Sieg bei den letzten zehn gespielten Turnieren – zog Tiger Woods mit 64 gewonnenen Titeln auf der US PGA Tour zudem mit der legendären Golfgröße Ben Hogan gleich.

Aufgrund einer Knieoperation wegen eines Kreuzbandrisses musste Woods eine vierwöchige Pause vom Golf nehmen und verpasste somit vergangenes Jahr The PLAYERS Championship. Nach nur wenigen Turnieren gab Woods im Juni 2008 bekannt, dass er sich auf Anraten seiner Ärzte einer erneuten Knieoperation unterziehe. Gleichzeitig werde er einen im Mai diagnostizierten doppelten Ermüdungsbruch im linken Schienbein ausheilen. Die Golfsaison in diesem Jahr war für ihn somit bereits nach den US Open beendet.

Obwohl Tiger Woods 2008 nur wenige Turniere spielen konnte, beendete er die Saison 2008 auf Platz eins der Golf-Weltrangliste.

Und nicht nur sportlich zählt Tiger Woods zur Superlative, auch finanziell kann ihm so schnell niemand das Wasser reichen. Nach Berechnungen des „Forbes Magazine“ wird der Golf-Weltranglisten-Erste bis 2010 als erster Sportler der Welt mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient haben. Damit ist er nicht nur erster der Golf-Weltrangliste sondern auch Anführer der Geldrangliste.

Offensichtlich ist der Spitzname „Tiger“ Programm der unvergleichlichen Karriere eines Mannes, der sich mit dem Kampfgeist und der Intelligenz eines Raubtiers immer wieder an die Spitze seiner Sportart gekämpft hat ...

Rekorde:

- Als erster Golfer der US-Tour hat er in drei Saisons in Folge mindestens je acht Turniere gewonnen.

- Als bisher einziger Spieler hat er in vier Saisons sieben oder mehr Turniere gewonnen.

- Als einziger Spieler hat er vier verschiedene Turniere mindestens fünf Mal gewonnen.

- Er ist der einzige Spieler weltweit, dem es mehr als ein Mal gelungen ist, fünf Turniere der US PGA Tour in Folge zu gewinnen. Er schaffte dies bereits drei Mal.

- Er ist der einzige Spieler in der US-PGA-Tour-Geschichte, der jemals bei ein- und demselben Turnier (WGC-Bridgestone Invitational 1999–2001, 2005–2007) zweimal den Hattrick (drei Siege in Folge) geschafft hat.

- Er wurde neun Mal zum US PGA Tour Spieler des Jahres gewählt – öfter als jeder andere Golfer in der Geschichte (Jack Nicklaus liegt auf Rang zwei mit acht Auszeichnungen).

- Unter anderem schaffte er 142 Cuts in Folge und schraubte bei den US Open 2000 in Pebble Beach den seit 1862 von Old Tom Morris gehaltenen Rekord des größten Vorsprungs bei einem Major-Turnier auf 15 Schläge. Bei der Open Championship im selben Jahr in St. Andrews erzielte er mit 19 unter Par den niedrigsten Score aller Major-Turniere. Außerdem hält er den Scoring-Rekord für alle vier Major-Turniere.

- Mit 67,79 Schlägen pro Runde hält er den Rekord für die niedrigste durchschnittliche Anzahl an Schlägen. Er erreichte diesen Wert sogar in zwei Saisons, 2000 und 2007.

- Er ist der erste farbige Spieler, der die US Open gewann. In der Statistik der Major-Siege liegt er mit 14 Titeln an Position zwei hinter Jack Nicklaus (18 Major-Titel), bei den Siegen auf der US PGA Tour mit 65 Titeln zusammen mit Ben Hogan auf Position drei hinter Jack Nicklaus und Sam Snead.

- Im Alter von 30 Jahren und sieben Monaten hat er als mit Abstand jüngster Golfer den 50. Turnier-Sieg auf der US PGA Tour gefeiert. Gleiches gilt für seinen 60. Sieg.

- Im Juni 2008 war er die 500. Woche die Nummer eins der Golf-Weltrangliste. Erstmals angeführt hat er diese am 15. Juni 1997.

- Als einziger Spieler hielt er die Titel der drei WGC-Turniere zeitgleich (WGC-CA Championship 2007, WGC-Bridgestone Invitational 2007, WGC-Accenture Match Play Championship 2008).

- Durch den Sieg der THE TOUR Championship und des FedEx Cup 2007 erhielt er mit insgesamt 11,26 Millionen US-Dollar die höchste jemals im Sport ausgezahlte Prämie.

 
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