Lang ist es her und doch erinnern wir uns, als wäre es erst gestern gewesen: Wie wir mit großen Augen vor den Kirmes-Automaten standen, in denen plüschige Papageien hinter Glas saßen und die vielen kleinen Kostbarkeiten bewachten, die sie nur ausspuckten, wenn wir 50 Pfennig in den Metallschlitz steckten und den Griff umdrehten. Nun, die Zeiten ändern sich. Automaten gibt es immer noch. Nur Einsatz und "Überraschung" haben sich geändert.
Im Dezember 2008 neu eröffneten Mondrian South Beach purzeln statt Riesenkaugummis & Plastikspielzeug heute Glam-Penthouse-Condos (Mondrian Residenzen), Designer-Kleider (Jean Paul Gaultier) oder Edel-Limousinen (2003 Bentley Arnage T für 90.000 oder 1965 Corvette Cabrio für 68.000 Dollar) aus dem Ausgabefach, so die Associated Press.
Und statt zweimal gedreht, muss nun einfach gedrückt werden (nach Durchziehen der Kreditkarte, versteht sich!), um dem semi-automatischen Wunderkasten in der Lobby des kitschig-dekadenten Mondrian South Beach seine "Kleinspielzeuge" zu entlocken. Natürlich gibt es unter den insgesamt 60 verschiedenen Artikeln in den hochglänzenden, weißen Plexiglasboxen auch die klassische Automatenware wie Zahnbürsten, Strumpfhosen und allerlei süßen Schnick-Schnack, zu Preisen zwischen zehn 10 und 1,2 Millionen Dollar.
Absolute Hit-Seller, die der High-Tech Greifarm derzeit am häufigsten samt Shopping-Bag in den Ausgabeschacht fallen lässt, sind die 24-Karat Gold Handschellen, ein goldener Hasenfuß und T-Shirts mit dem Print "Recess Is On" und "(Expletive) the Recession".
Aber was heute hip ist, kann morgen schon abgelöst werden von Konkurrenz-Automatenware wie der "Sunset Dinner Yacht Cruise for 2", dem "Sony PSP-2000, Black" oder der "Gunpowder Tea Candle". Nur wie spuckt der Automat bloß meinen gerade angewählten Luxusschlitten aus...?


