25. 07. 2018
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Florida News

Spektakulärer Fund vor Cape Canaveral: Schätze aus Schiffswrack gehören Frankreich

2016 entdeckte ein privates Bergungsunternehmen vor der Küste von Cape Canaveral ein Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert mit wertvoller Ladung. Nun entschied ein Gericht, dass sie Eigentum des französischen Staates ist.

Autor: Patrick Pohlmann

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Im Mai und Juni 2016 fand die Bergungsfirma Global Marine Enterprises (GME) in dem von ihr zuvor entdeckten Wrack drei verzierte Bronzekanonen sowie ein Marmorehrenmal mit dem Wappen des französischen Königs. Während der Wert der Kanonen mit jeweils 1 Million Dollar veranschlagt wird, gilt das Ehrenmal als unbezahlbar. GME besitzt eine offizielle Genehmigung des Bundesstaates Florida, sieben Meeresgebiete bei Cape Canaveral nach Schiffswracks und wertvollen Objekten abzusuchen und seine Funde zu Geld zu machen, sofern niemand anders Besitzrechte an ihnen geltend machen kann. Das Unternehmen ging davon aus, dass es sich bei den Schätzen im Wrack um spanisches Raubgut aus der 1564 errichteten französischen Kolonie Fort Caroline handelte. Die Kolonie sollte als Zufluchtsort für die in Frankreich durch das katholische Königshaus diskriminierten und verfolgten Hugenotten dienen, wurde aber bereits im Folgejahr, kurz nachdem die Spanier die Kolonie St. Augustine gegründet hatten, von spanischen Truppen geplündert und zerstört. Wären die Güter zum Zeitpunkt der Havarie des Schiffs im spanischen Besitz gewesen, hätten die Finder in Florida das Recht gehabt, sie zu bergen und ökonomisch zu verwerten.

Wie Fox News berichtet, sah ein vom französischen Staat in Florida angerufenes Gericht die Sache allerdings anders: Es kam zu dem Schluss, dass es sich bei der dort gesunkenen Galeone aller Wahrscheinlichkeit nach um die „La Trinité“ handelte, das Flaggschiff der französischen Flotte unter der Führung des Seefahrers Jean Ribault, die 1565 vor den spanischen Truppen geflohen und infolge eines Hurrikans, der zuvor bereits den Spaniern einen Überraschungsangriff auf Fort Caroline ermöglicht hatte, gesunken war. Ribault gelang es zwar, sich zusammen mit einigen Hundert Mann der Schiffsbesatzungen an Land zu retten, wo sie sich schließlich den Spaniern ergaben. Alle Gefangenen, die sich in einer anschließenden Befragung als Protestanten zu erkennen gaben, wurden aber von den spanischen Soldaten hingerichtet – lediglich einige katholische Schiffsjungen und Musiker kamen mit dem Leben davon.

Demzufolge sind die auf dem Meeresgrund gefundenen Schätze nach US-amerikanischem Recht weiterhin französisches Staatseigentum. Ein Finderlohn ist nicht vorgesehen. Ob GME gegen dieses Urteil in Berufung gehen will, lies das Unternehmen offen.

 
  
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