Alligatoren in Florida: Zwischen Furcht und Faszination

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Besonders im Sommer, wenn die Temperaturen in Florida auf über 30 Grad steigen und die Luftfeuchtigkeit bei 90 Prozent liegt, ist die Verlockung groß, sich in einem der zahlreichen Gewässer Abkühlung zu verschaffen. Doch der friedliche und harmlose Eindruck, der von hiesigen Seen- und Flusslandschaften ausgeht, kann trügerisch sein, denn im Brack- und Süßwasser Floridas haust ein urtümliches Wesen, dessen Faszination zu einem guten Teil auch auf seiner Gefährlichkeit beruht: der Mississippi-Alligator.

Für viele Touristen stellt es einen Höhepunkt ihrer Reise dar, in freier Natur einer der Panzerechsen zu begegnen, deren nahe Verwandtschaft mit den Dinosauriern auch nach Millionen von Jahren noch offensichtlich ist. Die Ausbreitung des Menschen in von Alligatoren bewohntem Territorium bringt allerdings immer wieder auch unerwünschte Begegnungen mit sich, sei es, dass Krokodile auf der Suche nach Nahrung in Wasserauffangbecken oder Swimmingpools landen oder dass eine tote Echse einen Abwasserkanal verstopft.

Zusammentreffen mit tragischem Ausgang, wie jüngst im Fall des zweijährigen Jungen, der beim Spielen in der Seven Seas Lagoon in Disney World durch eine Alligator-Attacke zu Tode kam, sind aber glücklicherweise sehr selten: Während jährlich im Durchschnitt sieben ernsthafte nicht von Menschen provozierte Beißattacken gemeldet werden, wurden in Florida seit 1973 erst 23 Menschen von frei lebenden Alligatoren tödlich verletzt. Menschen gelten üblicherweise nicht als Beute der Reptilien und die Opfer sterben in der Regel an den Bisswunden, und/oder – wie im Fall des kleinen Jungen bei Disney – durch Ertrinken, nachdem der Alligator ihn unter Wasser gezogen hatte.

Laut Leo Cross, der sich mit seiner Firma Florida Wildlife Trappers um die Umsiedlung von Wildtieren kümmert, droht die größte Gefahr um Sonnenauf- und Sonnenuntergang herum, da die Alligatoren bevorzugt bei Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche gehen. Zudem seien sie in der Paarungszeit von Mai bis Juni und generell bei hohen Sommertemperaturen besonders aktiv.

Obwohl die Population mit über einer Million Tieren nicht als bedroht angesehen wird, gehört der Mississippi-Alligator in Florida zu den geschützten Arten und darf nicht gejagt werden, da die Verwechslungsgefahr mit dem bedrohten Spitzkrokodil allzu groß ist. Um die Tiere nicht an den Menschen zu gewöhnen, ist die Fütterung wilder Alligatoren ebenfalls verboten. Im Fall eines Angriffs wird empfohlen, den Alligator zu schlagen, zu treten oder ihm in die Augen zu stechen, da er in der Regel von einer Beute ablässt, die er nicht ohne Weiteres überwältigen kann.

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Autor: Patrick Pohlmann