04. 07. 2018
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Florida News

Zitrusplantagen in Florida: Schlechteste Ernte seit Jahrzehnten

2018 ist für Floridas Zitrusfruchtindustrie ein katastrophales Jahr. Neben den enormen Zerstörungen durch Hurrikan Irma im vergangenen September machen den Farmern auch noch andere Dinge zu schaffen.

Autor: Patrick Pohlmann

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Nach jüngsten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums werden die Erträge der floridianischen Orangenernte in diesem Jahr um 34,7 Prozent unter denen des vergangenen Jahres liegen. Bei Grapefruits liegen die Ausfälle demnach sogar bei etwa 50 Prozent. Insgesamt rechnet man mit rund 44,95 Millionen 90-Pfund-Kisten Orangen, 3,88 Millionen Kisten Grapefruit und 750.000 Kisten Mandarinen und Tangelos (Hybridfrüchten aus Mandarinen und Grapefruits). Laut Cbs12.com ist die sich daraus ergebende Gesamtzahl von 49,58 Millionen Kisten die geringste Erntemenge seit der Saison 1941/42 – damals waren lediglich 48,65 Millionen Kisten geerntet worden. Bei den Grapefruits handelt es sich sogar um die geringsten Erträge seit beinahe 100 Jahren. In der Saison 2016/17 hatte die Zitrusfruchternte noch bei 78,23 Millionen Kisten gelegen, was bereits ein Rückgang um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen war.

Abgesehen vom Hurrikan Irma, der in manchen Zitrushainen bis zu 70 Prozent der Bäume zerstörte, wurde die Ernte auch durch das seit einigen Jahren in Florida zum ernsten Problem gewordene sogenannte Citrus Greening in Mitleidenschaft gezogen. Die Krankheit, die auch als Gelber Drache bezeichnet wird, lässt die Früchte verkümmern und führt nach wenigen Jahren zum Absterben der Pflanzen. Auslöser sind verschiedene Stämme des durch Blattflöhe übertragene Bakteriums Candidatus Liberibacter, die ursprünglich aus Afrika und Asien nach Nordamerika eingeschleppt wurden, wo sich mittlerweile ein neuer Stamm entwickelt hat.

Eine zusätzliche Bedrohung für die Zitrusindustrie stellen die drohenden Strafzölle der Europäischen Union als Reaktion auf den von Präsident Trump vom Zaun gebrochenen Handelsstreit dar. Bisher wurden dorthin aus Florida jährlich rund 45,42 Millionen Liter Orangensaft exportiert. Offizielle Schätzungen gehen von Hurrikanschäden in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar im landwirtschaftlichen Bereich aus, unter denen allein jene in der Zitrusfruchtindustrie mit 761 Millionen Dollar zu Buche schlagen; inoffiziell wird hier sogar die Summe von 1 Milliarde Dollar genannt. Im Rahmen der bundesstaatlichen Katastrophenhilfe wurden Florida daher Mittel in Höhe von 2,36 Milliarden Dollar zur Unterstützung der Agrarindustrie in Aussicht gestellt. Davon sollen 340 Millionen Dollar als Überbrückungshilfe den Zitrusplantagen zugutekommen, bis die neu gepflanzten Bäume in einigen Jahren ein Alter erreicht haben, das den Farmen wieder eine einträgliche Ernte ermöglicht.

 
  
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