01. 10. 2016
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Geschäftsgründung

Start it Up! Das Unternehmer-Special: Döner Kebab goes Miami

Oliver Yasin Freuen (28) eröffnete im November 2015 zusammen mit seinem amerikanischen Partner Aaron Hyatt (36) das erste Döner-Kebab-Restaurant in Miami unter dem Namen »Spitfire«. Das professionelle Team hat große Pläne: Nach der Eröffnung von ein bis zwei weiteren Geschäften will man mit einem Franchisesystem durchstarten. Unterstützt wird es dabei von dem deutschen Anwalt Thomas Baur.

Autor: Sabrina Schmid

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Ist ein Döner Kebab (zu Deutsch: sich drehendes Grillfleisch) eigentlich deutsch? »Jein«, erklärt Oliver Yasin Freuen, »erfunden wurde das Gericht ursprünglich in der Türkei, aber perfektioniert wurde Döner Kebab in Deutschland.« Der türkische Einwanderer Kadir Nurman eröffnete Anfang der 1970er- Jahre den ersten Dönerimbiss in Berlin. Von dort aus eroberte das Gericht ganz Deutschland und wurde zu einem der beliebtesten Streetfoods. Heute gibt es zwischen Flensburg und Füssen über 16.000 Dönerläden. Florida hingegen war bis dato so etwas wie eine Kebab-Wüste.

Dies ändert sich nun. Denn mit Spitfire wollen Oliver Yasin Freuen und Aaron Hyatt das berühmte Grillfleisch am Spieß auch im Sunshine State etablieren. »Qualität statt Quantität, dafür stehen wir«, so Oliver Yasin Freuen. Das bemerkt der Gast bereits beim Betreten des Lokals. Das Brot und der Kebabspieß – Rind und Geflügel stehen zur Auswahl – werden selbst hergestellt, die Zutaten täglich frisch zubereitet. Das schmeckt man, »der Kebab ist hier sogar besser als in Deutschland«, so das Feedback vieler Kunden. Vor allem Europäer, die nach Florida ausgewandert sind, zählt das Restaurant zu seinen Stammkunden. Aber auch Touristen, die nach einiger Zeit genug haben von der amerikanischen Esskultur. »Man trifft sich hier, empfiehlt uns weiter«, so Freuen, »Mund-zu-Mund-Propaganda ist momentan unser wichtigstes Marketing.«

Und das funktioniert hervorragend, wie die zahlreichen, durchweg positiven Bewertungen auf Internetplattformen wie Tripadvisor oder Yelp bezeugen. Viele Kunden nehmen mittlerweile auch schon mal eine längere Anfahrt nach Miami Beach auf sich, um den Döner Kebab von Spitfire zu probieren. Und: Wie in Deutschland ist der Döner Kebab auch hier sehr beliebt als Late-Night-Food, da ist der Standort an der auch am späten Abend sehr geschäftigen Washington Avenue in Miami Beach passend gewählt.

Die beiden Geschäftsführer Oliver Yasin Freuen und Aaron Hyatt bringen langjährige Restauranterfahrung mit: Beide wuchsen im Gastronomiegewerbe auf, Oliver, der deutsch-türkische Wurzeln hat, in Bremen und Aaron in den USA. Schon früh half Oliver seinem Onkel im eigenen Kebabladen in Deutschland aus, Aaron eröffnete jüngst das Restaurant »Jar + Fork« in Miami, nachdem er sich elf Jahre als Vizepräsident um die Arbeitsabläufe bei einer bekannten US-Restaurantkette aus der Benihana-Familie gekümmert hatte.

Unterstützt werden die Unternehmer durch eine deutsche Investorengruppe rund um den Anwalt und Teilhaber Thomas Baur. Ebenso engagiert sind der Lebensmittelbranchenkenner Rolf Coppenrath und seine Frau Anne, die in Hamburg einen Reisezeitschriftenverlag betreiben. »Spitfire muss Schritt für Schritt wachsen, das ist sehr wichtig«, erklärt Thomas Baur, »unser Ziel ist es, insgesamt zwei bis drei eigene Filialen zu eröffnen.« Das Trio hat Großes vor: Sollten sich die Läden gut etablieren, wollen sie Franchiselizenzen für weitere Spitfire-Restaurants vergeben. »Wir sind davon überzeugt, dass das eine tolle Chance für Deutsche ist, die sich in Florida selbstständig machen möchten und nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben«, sagt Thomas Baur. Das notwendige Wissen komme von den Franchisegebern. Der Spieß und das Brot – sozusagen der Schlüssel zum Erfolg des Restaurants – wer- de den zukünftigen Franchisenehmern von den Gründern angeliefert. »Unser Ziel ist es, eine eigene Produktionsstätte zu haben und von dort aus die Spitfire-Kette dann täglich frisch zu beliefern.«

Eine Erfolg versprechende Idee: Der Franchisenehmer mietet das Objekt selbst an, der Franchisegeber setzt den Vertrag auf, kümmert sich um Franchise-Handbuch und Training und stellt weitere Leistungen. »Wir unterstützen zum Beispiel bei Rechts- und Marketingfragen, bei der Suche nach einem geeigneten Objekt. Der Franchisenehmer braucht sich nicht mit Fragen herumzuschlagen, wo man beispielsweise eine Lizenz für was herbekommt«, so Baur.

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