01. 10. 2016
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Geschäftsgründung

Start it Up! Das Unternehmer-Special: Perfektes Sprudeln

Wie kann man in Amerika mit einem Produkt erfolgreich sein, das zum einen die nordfriesische Frische und das mondäne Flair der Insel Sylt und zum anderen die Jahrtausende alte Weinkultur Italiens repräsentiert? Regina und Claus Blohm beweisen, dass das Kunststück funktioniert. Auf sehr angenehme, feinperlige Weise.

Autor: Dirk Rheker

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Schuld an dieser Erfolgsstory im sonnigen Florida sind eigentlich zwei rivalisierende deutsche Städte. Soweit man in diesem Zusammenhang überhaupt von »Schuld« sprechen kann. Claus und Regina Blohm, die wir im Colony Hotel in Palm Beach treffen, erzählen die Vorgeschichte ihrer Florida-Unternehmung jedenfalls gern. Mit Begeisterung und einem ganz winzigen Augenzwinkern...

Claus Blohm ist ein Nordlicht. Gebürtiger Hamburger, viele Jahre erfolgreicher Geschäftsführer jener Firma, die die Hamburger Polizei mit den neuen blauen Polizeiuniformen ausstattete. Eleganter Lebemann, Sportler, brillanter Golfer. Auch Regina Blohm erblickte an der Waterkant das Licht der Welt, wuchs aber am Alpenrand auf, in München, um genau zu sein. War lange Zeit in der Modebranche tätig, Hugo Boss, Puma, La Perla – die ganz großen Namen. Und schon immer den schönen Dingen des Lebens zugetan, ausgedehnten Reisen, edlen Restaurants, Kunst und Design.

Auf Italien als Traumland konnte man sich als Paar schnell einigen, die Hochzeit erfolgte im Jahre 2008 in der Nähe von Siena in der Toskana. Doch die unterschwellige Rivalität und die ewige Diskussion blieben: Welche ist denn nun die lebenswertere, mondänere Metropole? Das noble, distinguierte Hamburg mit seiner zurückhaltenden Kaufmannsnoblesse? Oder das pulsierende, bajuwarisch-bunte München mit seinem südlichen Flair? Wo soll in Zukunft der Lebensmittelpunkt sein? Wo lebt es sich wirklich gut? Herr »Nord« und Frau »Süd« können sich nicht recht einigen – und treffen vor sieben Jahren eine Entscheidung: Warum statt Entweder-oder nicht ganz neu anfangen? In Floridas glitzerndem Lifestyle-Mekka Miami, in das sich Regina im Laufe vieler Besuche verliebt hatte?

Man muss höchstens eine Stunde lang mit diesem Powerpaar zusammengesessen haben, um zu erahnen, mit welcher Energie die beiden die Entscheidung, ihre jeweiligen Karrieren aufzugeben und sich in das neue Abenteuer zu stürzen, angingen. »Nachdem wir uns einmal entschlossen hatten, edlen italienischen Prosecco in den USA zu vertreiben, verging noch über ein Jahr, in dem wir parallel zu unserer Arbeit alles für unsere Firmengründung, die Visabeantragung und letztlich den Umzug vorbereitet haben«, berichtet Claus Blohm. Den Stress jener Zeit kann der sympathische Unternehmer noch heute, selbst an diesem entspannten Tag bei Häppchen und Drinks am Hotelpool, sehr nachvollziehbar schildern.

Am Neuanfang in Florida war noch ein anderer Ort in Deutschland maßgeblich beteiligt: Sylt, die Lifestyle-Insel ganz hoch im Norden. »Wir haben lange mit einem engen Freund, dem eine renommierte Werbeagentur in Berlin gehört, gesprochen – und sind plötzlich auf den Namen SYLTBAR gekommen«, erinnert sich Claus Blohm. Die berühmte Silhouette der deutschen Nordseeinsel ziert nun die Flasche, verströmt das Flair von Ferien in den Dünen, von Frische und Wind eines nordfriesischen Sommers.

Ein Lifestyle, der Amerikanern durchaus vertraut ist, erinnert er doch an stilvolle Ferienklassiker wie Cape Cod oder Nantucket in Neuengland. Diesen Anklang verbinden die Blohms mit dem italienischen Dolce&Vita, der über Jahrtausende gelebten Wein- und Genusskultur des Landes, »wo die Zitronen blühen«, aus dem natürlich auch der SYLTBAR-Prosecco stammt: In der italienischen Region Friaul, die für die besten Weißweine Italiens bekannt ist, steht das Weingut San Simone der Familie Brisotto, auf dem jener feinperlige Schaumwein gekeltert wird, der es mit so manchem Champagner aufnehmen kann.

Noch einmal ein Blick zurück? Unter dem Sonnenschirm im Garten des Colony Hotels erinnert sich das Ehepaar genau daran, wie das Abenteuer in Florida begann: Mit einem umfassenden Businessplan im Gepäck erhalten die deutschen Unternehmer vom US-Konsulat in Frankfurt vor vier Jahren ihre E-2-Investorenvisa und beginnen, ihren Traum von Miami Beach aus zu verwirklichen. Und obwohl Claus und Regina keine unbeschriebenen Blätter im Geschäftsleben sind, müssen sie anfangs doch einiges an Lehrgeld bezahlen: Wenn zum Beispiel der amerikanische Zoll es schafft, plötzlich Hürden aufzubauen, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. Oder die Bürokratie Floridas irgendwann schon fast etwas Willkürliches hat.

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