01. 10. 2017
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Steuern & Geschäft

Steuerkolumne: Expandieren nach Florida

Beim Thema Steuern ergeben sich für viele in Florida ansässige oder zeitweilig lebende Europäer immer wieder neue Fragen. Steuerberaterin Marena Loeffler geht deshalb regelmäßig auf beispielhafte Fälle unserer Leser ein. Diesmal geht es um die Firmengründung in Florida.

Autor: Marena Loeffler

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Frage: Ich habe in Deutschland ein Unternehmen und möchte in die USA expandieren. Den Firmen- und Geschäftssitz hätte ich am liebsten in Florida. Worauf muss ich bei diesem Vorhaben achten?

Suchen Sie sich einen Steuerberater und einen Rechtsanwalt, die Hand in Hand arbeiten, und stellen Sie beiden möglichst in einem gemeinsamen Beratungsgespräch folgende Fragen: Brauche ich eine Firma für diese Unternehmung? Wenn ja, welche Unternehmensform ist für mich aus rechtlicher und steuerlicher Sicht die beste Lösung?

Wenn ich in Deutschland nicht meine Zelte abbreche, gibt es etwas, auf das ich bei der Firmenformwahl achten muss? Wie besteuert Deutschland die Einkünfte, die ich mit der US-Gesellschaft erwirtschafte? Welche Vorkehrungen sollten bezüglich Nachfolgern, Erben et cetera getroffen werden? Kann ich das Geschäft als Privatperson starten und erst später eine Gesellschaft gründen? Was sind die Vor- und Nachteile? Wie ist der Ablauf einer Firmengründung? Wie lange dauert das? Mit welcher Bank soll ich in den USA zusammenarbeiten? Was ist hier zu beachten? Welche Steuererklärungen muss ich in den USA abgeben? Nur für die Firma oder auch persönlich? Muss ich außer in Florida eventuell noch in anderen US-Bundesstaaten Steuererklärungen abgeben? Auf was muss ich in rechtlicher und steuerlicher Hinsicht achten, wenn ich Angestellte in meiner US-Firma beschäftige?

Weitere Ansprechpartner, die Sie gegebenenfalls mit ins Boot nehmen sollten: Ein Immobilienmakler, der Ihnen den richtigen Standort vermittelt. Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie mieten, achten Sie darauf, ob zum Beispiel eine Erneuerung der Klimaanlage von Ihnen oder dem Vermieter bezahlt wird. Wie sind die Kündigungsfristen et cetera? Verträge sind zum Teil erheblich anders gestaltet als in Deutschland, lassen Sie sich also alles vom Makler erklären. Ein Versicherungsagent, der sich zumindest um eine generelle Haftpflichtversicherung kümmern sollte. Wenn Sie Angestellte beschäftigen, brauchen Sie eine »workers compensation insurance«.

Diese Liste kann nur ein Startpunkt zur Planung Ihrer Geschäfte in den USA sein. Die Zusammenarbeit mit Fachleuten wird Sie sicherlich zu vielen weiteren Fragen führen,
und möglicherweise werden Sie auch noch andere spezielle Berater brauchen. Das hängt ganz von Ihrem Einzelfall ab.

Über die Autorin
Marena Loeffler ist CPA und Inhaberin von Allure International Tax Consulting in Bonita Springs. Telefon (239) 992-3355, E-Mail mloeffler@alluretax.com

 
  
01. 10. 2017
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