10. August 2010
Los ging’s also Freitag morgen von MIA nach SFO mit American Airlines. Oh mann, nachdem ich den „Luxus“ von der guten Lufthansa und ihrer (mittlerweile großen) Schwester Air Berlin gewohnt bin, hat mich ja fast der Schlag getroffen, wie wenig Service es noch gibt bei den amerikanischen Airlines. Als ich eincheckte, verlangte man für unsere 2 Koffer doch glatt 50 Dollar Baggage Fee, und als meine Augen so groß wurden wie Teller, hat die Dame entweder Angst gekriegt oder Mitleid gehabt und meinte, naja, ich sei ja erst letzte Woche aus Deutschland eingereist, also würde sie ein Auge zudrücken und mich als Durchreisepassagier aus dem Ausland einchecken, wodurch ich die Koffer-Fee sparen würde. Das war ja nett! Dann ging es im Flieger weiter: Zunächst mal erstaunte es mich, dass es beim Einsteigen in den Flieger nichtmal Zeitungen zum Mitnehmen gab – bin ich doch den Spiegel, die Vogue, die Sueddeutsche und natürlich das Florida Sun Magazine beim Einstieg ins Flugzeug gewohnt!! Dann war mir nicht bewusst, dass sie auf dem 6-Stunden-Flug die Klimaanlage auf 10 Grad C runter schalten würden, und ich war nicht besonders gut für diese winterlichen Temperaturen ausgestattet. Na gut, frag ich halt nach ner Decke – beim Reinkommen hatte ich in der zur Hälte leeren Business Class und in der kaum besetzten First Class so einige unberührte Decken und Kissen erspäht, mit denen ich mir meinen Flug schon so richtig schön gemütlich ausmalte. „No“, sagte die Flugbegleitung im Alter meiner Oma, sie könnte mir höchstens eine Decke zum Ausleihen für die Upgrade-Leihgebühr von 8 USD anbieten. Als ich ihr erklärte, dass es für mein Baby sei, das ansonsten böse frieren würde, entgegnete sie, da könne sie dann auch nichts machen, und ging. Also zog ich, eh schon frierend, meinen Pashmina aus und wickelte ihn um klein Linus, sodass er wenigstens warm war. In 6 Stunden kamen sie genau zweimal rum mit ihrem Getränkewagen, von dem jede Person genau eines bekam, nicht wie bei den deutschen Airlines so viele man will. Essen gibt es ja sowieso nicht auf domestic flights in den USA… da lob ich mir wieder die deutschen Airlines, wo ich jedesmal auf dem Flug von DUS nach MUC eine Breze und ein Stück Pizza bekomme! Und wenn ich will sogar einen Wein.
Nach dieser spärlichen Flugerfahrung kamen wir aber in SFO an und uns erwartete ein wunderschöner, eiskalter aber supersonniger Tag in Downtown, mit Kaffee, Bummeln, Union Square Park-Schlendern und Trolleyfahren. Abends dann noch lecker bei einem vom Hotel empfohlenen Italiener in North Beach sehr gut gegessen und dann im dortigen Kneipenviertel ausgegangen. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir ebenfalls in San Francisco und hatten sehr viel Spaß und haben sehr viel gesehen. Eine der interessantesten Erfahrungen war unser Ausflug mit der Ferry ins Gefängnis von Alcatraz. Die Geschichten der Schwerstverbrecher und spektakuläre Ausbruchsversuche wollen mir noch immer nicht aus dem Kopf...
(Fotos: Daniela Boettcher)
Dann ging es am Sonntag Nachmittag weiter zum Sonoma Valley zum Wine Tasting, dann weiter ins Napa Valley zu weiteren Wine Tastings…Gott sei Dank trank meine Freundin Melanie an diesem Tag freiwillig nichts, sodass wir anderen nach Herzenslust die angebotenen Weine probieren konnten. Die Atmosphäre auf den Weinguts (oder heißt es –gütern??) war superschön, man behandelte uns supernett, brachte uns Crackers als Zwischenmahlzeiten und erzählte uns „Geschichten aus dem Leben eines Weinbauern“. Und das alles im Setting der wunderschönen Weinberge Sonomas und Napas, in großzügigen Villen aus Holz, mit edlen Springbrunnen in den Gärten und darin unbeschwert spielenden Kindern… Hier ist es üblich, dass das Wine Tasting zum Familienausflug genutzt wird: Papa, Mama, Opa, Oma, vielleicht noch die Patentante oder Cousin(e) oder Nachbar oder Freundin, alle kommen sie mit. Die Kinder haben ihre Wasserpistolen und Bobby Cars dabei, Väter spielen mit Söhnen Ball, Babies liegen auf Krabbeldecken neben den Holztischen, auf denen neben den servierten Tasting-Weinen mitgebrachte Picknick-Leckereien ausgepackt werden: Käse, Trauben, Baguette, Oliven…hhhmmm da bekamen wir Appetit, fuhren zum nächsten Wholefoods, das ich in meinem GPS fand, und deckten uns mit Delikatessen ein, fuhren zum nächsten Tasting und genossen Wein und Speisen. So ein schöner Tag!

Am Montag ging es dann weiter gen Westen in den Yosemite Nationalpark, wo wir schon früh morgens um 7 eintrudeln mussten, um die first-come-first-serve-Wildwasserflöße abzuholen, mit denen wir eine Wildwassertour entlang des Merced River machen wollten. Die Tour war ebenfalls superschön, ein unvergessliches Ereignis, und nach dem anstrengenden Paddeln blieben wir einfach am Ende des Flusses auf dem Floß liegen und ließen uns in der Sonne im Kreis treiben, begleitet vom Rauschen der uns umgebenden Wasserfälle, dem Singen der Vögel und den entfernten Salsaklängen der Familie, die unweit der Anlegestelle ein BBQ veranstaltete…die Steaks rochen so ungemein lecker zu uns herüber, dass wir zurück zum „Curry Village“ fuhren, wo sich unsere Zelt-Lodge befand, und dort unser Mittagessen einnahmen. Damit wir keine Bären anlockten, musste jeder Essensrest, jede Verpackung, jede Glasflasche in dafür vorgesehene Müllcontainer geworfen werden, und zwar waren diese Container mit einem rüsselartigen Schlauch versehen, durch den man den Anfall hinein werfen musste, damit alles luftdicht abgesichert war und kein Geruch entsteht – ähnlich wie ein Müllschlucker in einem Apartment Building, aber mit anderem Hintergrund. Denn hier in Yosemite will man vermeiden, dass die lustigen Braunbären des Nachts daher kommen und nach dem Verspeisen eines unachtsam liegen gebliebenen oder falsch entsorgten Kotelettes auch noch nach menschlichem Dessert schnüffeln.

Jetzt ist Montag Nacht, ich sitze in der WiFi-Lodge im Yosemite Village mit einer dicken Wolldecke um mich herum gewickelt und kreiere diesen Blog, weil ich einfach die Erfahrungen dieses Tages nieder schreiben will…auch wenn ich morgen um 6 schon wieder raus muss für unsere Fahrradtour, die wir in der Früh unternehmen…
Aber davon berichte ich dann in den nächsten Tagen, jetzt muss ich ins Bett!! :) Am Sonntag bin ich wieder in Miami und dann gibt es wieder South-Beach-Themen…!
das klingt ja ganz schön anstrengend, bestimmt auch ohne Hitze :-) Da hätte ich sehr gerne Fotos von gesehen :-) Hoffentlich beim nächsten mal :-) VG! Marion