Sooo, hier kommt der längst verprochene zweite Teil meines Key-West-Ausfluges. Also: Nach einem atemberaubend schönen (und zudem noch romantischen) Flug in den Sonnenuntergang landeten wir am Flughafen Key West, von dem aus es ratz fatz mit dem Taxi nach Downtown zu unserem Historic Inn ging.
Ich schlafe in Key West immer am liebsten in den Historic Inns, diesmal im Key Lime Inn, denn es lohnt sich wirklich dort ein paar Dollar extra (im Gegensatz zu den ca. 3-Sterne-Ketten wie Best Western etc) auszugeben und in das authentische Flair der Conch Republic, wie die Insel genannt wird, einzutauchen...Eine Alternative zum Key Lime ist zB das Chelsea Inn, wo ich auch schon oft genächtigt habe, vor allem wenn man mit mehreren reist, denn sie bieten Suites mit zwei Schlafzimmern plus Wohnzimmern mit Ausziehcouch an, was bei einer Belegung von 4 oder 6 Personen deutlich billiger ist, als 2 einzelne Zimmer zu buchen.
Nach dem Einchecken ging es abends erstmal, wie immer, auf die Duval Street Richtung Mallory Square, um die Sunset Celebration mit Gauklern, Street Performern, Künstlern und Musikern anzuschauen. Essen gab es diesmal bei einem Mexikaner auf Duval, obwohl ich normalerweise eher gerne vorher Geheimtipps recherchiere, also Restaurants, die ein wenig ab vom Schuss sind und die ein wenig mehr classy sind als die Standardrestaurants auf Duval - allerdings muss ich sagen, dass das Flair von Duval einfach zu Key West dazu gehört und man einfach immer Spaß hat, gut bedient wird, Anekdoten von den Kellnern genießt, mitbekommt was auf der Straße so abgeht und einfach mitten im Trubel ist. Will man keinen Trubel, fliegt oder fährt man halt gar nicht erst bis ganz nach Key West runter, sondern bleibt auf halber Strecke in Islamorada in trauter Zweisamkeit.
Hier ein paar Eindrücke von Duval Street - lustige T-Shirts, Straßenkünstler, etc...:


Lol. Besonders gefallen hat mir das "Why should I press one for English", denn wenn man sich es mal genau überlegt, ist es schon witzig, um vorsichtig in der Formulierung zu bleiben, dass man erstmal die eins drücken muss hier in South Florida, wenn man, als englischer Muttersprachler, seine eigene Sprache in einer Hotline hören möchte...andererseits kann ich auch verstehen, dass man sich bei einer so hohen Zahl an hispanischen Zuwanderern einfach anpassen muss. Land of Opportunities. Und Key West ist halt eine Enklave in SoFla, die recht American geblieben ist, hier finden sich ja eher lustige, quirkige "Outlaws" ein, die keine Lust mehr auf ein Leben in der richtigen Zivilisation haben und hier ein Business aufmachen und oft nie wieder zurück "in die Welt" reisen, außer vielleicht mal zu Thanksgiving...
Einige dieser Beispiele ist der Taxifahrer, der uns vom Flughafen zum Hotel brachte: Er war 65, in seinen ersten 30 Lebensjahren 4mal verheiratet und Banker in NYC, hectic life, great money - bis er einmal im Suff während des Scheiterns seiner vierten Ehe spontan nach Key West gereist ist und beschlossen hat, für immer hier zu bleiben. Er fährt jetzt, nach unzähligen anderen Unternehmungen in den letzten 30 Jahren, Taxi und ist happy as a hippo. :) Ein "Conch" wie er im Buche steht: lange weiße Haare und langer weißer Bart, das Taxi hatte, wenn man ganz genau hinroch, ein feines Marihuana-Aroma, und zwischen den Vordersitzen stand die individualistisch mit Stickern beklebte Gitarre, mit der "BJ" sich das Warten zwischen den Taxifahren musikalisch verkürzte.
Weitere Highlights unserer Reise waren das Karaokesingen in Rick's Bar (das ist ein MUSS auf jeder meiner Key-West-Touren, da müssen alle meine mich begleitenden Freunde und Freundinnen stets dran glauben...) und das spektakuläre Frühstück im rustikalen Diner "Blue Heaven" mit seinen lustigen Schildern, siehe Fotos:

So, das war's erstmal zum Thema Key West zum vierten Juli Weekend - meine Reisen danach gingen nach Nevada, Kalifornien, Naples, Deutschland und Argentinien - da werde ich nächste Woche eine Auswahl zusammen stellen und wieder einen neuen Blog posten - jetzt bin ich nämlich wieder vernetzt und mit Computer 24/7! :) Hier noch ein letzter Eindruck von Key West und euch allen ein tolles Wochenende!!


(Fotos: Daniela Boettcher)


(Fotos: Daniela Boettcher. Zu sehen ist Buergermeisterin Matti Herrera, Mitte, ausserdem Vizebuergermeister Jonah Wolfson, links neben Herrera)



(Fotos: Daniela Boettcher)





