Franziska
Franziskas Blog

Franziska - besucht eine Flugschule in Naples

Letztes Sternchen

17. Oktober 2011

Ich hab's geschafft! Der Wind hat brav mitgespielt und Steve hat mir nach 1,3 Stunden Prüfungsflug einen vorläufigen Pilotenschein ausgehändigt.

Dank der Zwischenprüfungen mit Kevin und Bruce hatte ich mir das Ganze um einiges schlimmer vorgestellt als es letztendlich war. Steve war sehr gechillt, hat die Theoriefragen ins Gespräch eingebunden, sich dann mit einer Zeitung neben mich gesetzt und mich mein Ding machen lassen. Er hat mich zwei Touch & Gos, drei Steep Turns (den ersten habe ich vermasselt), zwei Stalls, ein wenig simulierten Instrumentenflug sowie VOR- und GPS-Navigation fliegen lassen.

Meiner Meinung war das sehr wenig, aber ich glaube, er vertraut auch darauf, dass EAA gut ausbildet. Er bekommt schnell einen Eindruck, wie sicher man sich fühlt. Vielleicht hat auch ein wenig weiblicher Charme nachgeholfen ...

Auf jeden Fall bin ich jetzt glückliche Pilotin und mein Bild in der Flugschule um ein Sternchen reicher!

  Vor dem Flug

Fertig für den Checkride!

Das letzte Sternchen

(Foto: © Franziska Roell)


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Das Ende ist nah

11. Oktober 2011

Meine neuesten Herausforderungen: Seitenwind-Landungen und Selbstvertrauens-Schwund. Mein erster Kontrollflug mit Bruce lief leider nicht so gut. Irgendwie hat er eine Art, die mich dazu bringt, alle meine Handlungen und Entscheidungen anzuzweifeln. Selbst die, die ich schon fast routinemäßig mache. Und dann klappt natürlich das neu Gelernte umso weniger.

Meine Konzentration war irgendwann aufgebraucht und als ich zu einem Touch & Go durchstartete griff Bruce ein. Ich hatte nur die Genehmigung zu einer Landung erhalten und war damit durchgefallen.

Beim zweiten Kontrollflug am Samstag ging das Theater von vorne los. Über jede kleine Entscheidung dachte ich drei Mal nach. Das Üben zwischendrin hatte sich aber gelohnt und ich habe irgendwie glanzlos bestanden. Inzwischen war das Wetter leider umgeschwungen und ich musste auf meinen ersten Solo-Überlandflug noch einen Tag warten. Also hieß es, weiter im Programm mit Daniel.

Die Flüge mit Bruce hatten aber auch zwei riesige Vorteile: Zum einen hat er mir danach direkt gesagt, was ich alles richtig und falsch gemacht habe, zum anderen bin ich jetzt besser auf den letztendlichen Prüfungsflug vorbereitet.

Dieser hat jetzt schon einen Termin: Donnerstag. Um rechtzeitig fertig zu werden, bin ich heute richtig viel geflogen. Am Morgen und am Abend jeweils ein Wiederholungsflug, erst mit Daniel, dann mit Nate und mittags ein 2,9-stündiger Überlandflug allein. Insgesamt 5,6 Stunden und 17 Landungen.

Rechtzeitig zum Solo drehte auch der Wind wieder in meine Lieblingsrichtung: quer zur Landebahn. Im Moment steht in Naples nur eine Landebahn zur Verfügung und seit einigen Tagen haben wir einen ziemlich starken “Crosswind”, der perfekt zum Üben ist, aber das Selbstvertrauen auf dem Weg zur Prüfung nicht gerade wachsen lässt.

Hoffen wir einfach, dass der Wind am Donnerstag mitspielt. Davor muss ich nur noch Kevin beim morgigen End-of-Course-Kontrollflug von meinen Fähigkeiten überzeugen!

Regen "umfliegen"

"Follow coastline to destination"
(Foto: © Franziska Roell)


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Mechanik und Nachtlandungen

06. Oktober 2011

Eines meiner Ziele habe ich heute erreicht: Die Theorieprüfung ist mit 93 Prozent bestanden! Den ersten Cross-Country-Solo durfte ich dafür noch nicht machen. Bruce, die Nummer zwei der Fluglehrer, fand leider mein Wissen über das Flugzeug nicht ausreichend und hat mich direkt zu weiteren Theoriestunden verdonnert. Er meint aber, morgen würde das schon klappen. 

Die Theorie war für mich als Maschinenbaustudentin auch echt interessant. Die ganze Mechanik und Elektronik ist anscheinend nicht Daniels Spezialgebiet und so hat mir Jason das mal genauer beigebracht (Die Gesichter hinter all den Namen gibt es übrigens hier: http://skystead.com/about/about/team.html).

Wir sind also in die Werkstatt nebenan gegangen, wo praktischerweise gerade eine teilweise entmantelte DA 40 stand. Ich habe Jason Löcher in den Bauch gefragt und er hat mir alles genauestens erklärt. Zurück im Klassenzimmer hat er mit mir noch ein paar Navigationssysteme wiederholt und mich auf meinen zweiten Versuch morgen früh vorbereitet.

Ich bin seit meinem Solo noch zweimal alleine unterwegs gewesen und habe dann angefangen, mich auch die Cross-Country-Stufe vorzubereiten. Daniel und ich haben zwei Nacht- und zwei Tagesflüge gemacht und ich habe vier weitere Flughäfen kennengelernt.

Die Nachtlandungen auf einem unkontrollierten Flugplatz mitten im nirgendwo waren für mich ein totaler Schock. Die Einschätzungen über Höhe und Geschwindigkeit, die man tagsüber mithilfe von Häusern, Wind und Bäumen machen kann, sind komplett weg und man muss sich völlig auf seine Instrumente verlassen (Daniel, während eines Anflugs: "You might want to accelerate a little bit if you don't want to hit trees in about 30 seconds").

Man sieht einfach nichts. Das Terrain wird zu einer einheitlich schwarzen Fläche. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was ich machen würde, wenn der Motor ausfiele und ich auf einem Feld landen müsste, von dem ich nicht weiß, ob es nicht doch ein See ist. Auf jeden Fall sehr verrückt. Ich bin froh, dass die Flugschule ihre Schüler nachts nicht allein fliegen lässt.

(Foto: © Franziska Roell)


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Endlich der erste Alleinflug!

03. Oktober 2011

Heute war es soweit: Ich saß zum ersten Mal ganz allein in der N414FP! Drei Landungen habe ich gemacht, um dann stolz zurück in die Flugschule zu kommen und mir mein originalverschwitztes T-Shirt abschneiden zu lassen.

Von vorne: Vorgestern war Kevin derselben Einschätzung wie ich, was meinen Checkride anging. Die Theorie war ganz ordentlich und bei den Flugmanövern hatte er kaum was zu meckern. Nur die Landungen waren zu unsicher und holperig. Ein wenig enttäuscht war ich schon, aber es hat auch meiner Meinung nach Sinn gemacht.

Also wieder zurück mit Daniel und Nate üben, üben, üben. Gestern Abend hatte ich dann den Dreh raus: Instinkt unterdrücken! Meine Anflüge waren gut, nur hatte ich die Nase bei den letzten Metern nicht weit genug hochgezogen. Ich hatte immer Angst, das Heck auf den Boden zu schrammen. Aber es fühlt sich wohl steiler an, als es ist. Und dann war es so, wie sie es mir gesagt haben: "Du brauchst die eine richtige Landung und dann klappt's auf einmal!"

Heute Morgen lief es mit Kevin perfekt. Nach zwei normalen Landungen und einer ohne Motor (um sicherzustellen, dass ich auch das schaffe) gab er mir die Solo-Erlaubnis. 20 Minuten später saß ich allein im Flieger und hatte leichte Bauchschmerzen.

  Auf dem Weg zum Flieger

Der erste Soloflug

Strikt an der Checkliste festzuhalten und nicht weiter darüber nachzudenken, hat geholfen. Als ich dann abgehoben bin, habe ich sogar vor Freude ein wenig gesungen ("I believe I can fly", passenderweise). Es war ein irres Gefühl! Der Flieger selbst hat sich ein wenig anders verhalten, ohne das Gewicht des Fluglehrers, aber zum Glück nicht so sehr, dass ich mich irgendwie umstellen musste.

Geschafft!

Die Flugschule hat eine nette Tradition, das T-Shirt vom ersten Solo hinten abzuschneiden, zu beschriften und bemalen und aufzuhängen, bis man den Flugschein komplett geschafft hat. Ich war vorgewarnt und hatte mir nicht mein bestes Shirt angezogen und noch was leichtes darunter (es ist wohl eher eine männliche Tradition). Ich bin gespannt, was Daniel sich einfallen lasst.


T-Shirt-Anschneiden

Eine schöne Urkunde mit coolem Text zum Einrahmen habe ich auch bekommen:
"Be it known and forever written in the endless sky above Naples, Florida, that Franziska Henriette Charlotte Roell had the guts to confront herself with the natural elements, such as winds, clouds, rain and possible physical reactions to mental experience of being airborne. With complete disregard for the laws of chance and for her own personal safety, she strapped an airplane on her body, smiled the well known Red Baron grin and bared the lift-off of her aerospace vehicle from the surface of mother earth."

Soloflug-Zertifikat
(Fotos: © Franziska Roell)

Mein nächstes Ziel ist bis Mitte nächster Woche den ersten Crosscountry Solo und die Theorieprüfung zu schaffen!


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Wetterumschwung - Stimmungsumschwung

28. September 2011

Gestern hat es leider den kompletten Tag geschüttet wie aus Kübeln und wir konnten nicht fliegen. Dafür durfte ich mich mal den ganzen Tag der Theorie widmen. Für die Private Pilot License muss man nämlich letztendlich drei Dinge bestehen: einen theoretischen Test am PC (nebenan, im zertifizierten Pilot-Supply Laden), eine theoretische Abfrage und einen Flug mit einem zugelassenen Prüfer.

Die ganzen Fragen für den elektronischen Test gibt es zum Glück zum Üben, so wie beim Autoführerschein in Deutschland. Zwischendurch gibt es immer wieder sogenannte Stage Checks in der Theorie und in der Luft durch die Flugschule. Meinen ersten Checkride mit Kevin habe ich morgen und – wenn alles gut klappt – vielleicht auch meinen ersten Solo. Aber daran darf ich jetzt nicht denken, sonst schlafe ich nicht gut.

Dabei bin ich so müde. Die Vorbereitung für morgen hat mich nämlich richtig ausgepowert. 2,8 Stunden Flug, 3 Landungen, 7 Touch&Gos, 1 Goaround, 3 Flughäfen, einer davon unkontrolliert, 4 Lufträume, 1 VFR Flight Tracking, 2 Stalls, 2 Steep Turns, 12 Minuten simulierter Instrumentenflug. Aber das musste sein. Ich fühle mich jetzt um einiges sicherer bei den Landungen und auf die kommt es morgen an.

Trotz aller Anstrengung war es schon wieder einfach wunderschön das Flugzeug fliegen zu lassen, wie Daniel so passend sagt. Es fühlt sich nämlich wirklich so an, beim Abheben, wenn der "Rotating Speed" erreicht ist und man den Stick fast frei mitgehen lässt. Oder wenn man sich einen Weg durch die Wolken sucht und sie an einem vorbei schweben. Heute war jedenfalls ein super Tag zum Fliegen.

Drückt mir die Daumen für Morgen!

  Vorher Nachher
(Fotos: © Franziska Roell)


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Über mich

Franziska

Ewige Faszination vom Fliegen! Für viele Europäer, die schon immer von einem Leben über den Wolken geträumt haben, ist Florida ein idealer Ort, um den begehrten Flugschein zu erwerben: Die Ausbildung hier ist schneller zu absolvieren, die Kosten angesichts des aktuellen Dollarkurses günstiger als in Europa – und außerdem kann man das Flugtraining mit einem tollen Urlaub unter der Sonne verbinden!
Auch Franziska Roell träumte schon seit langem davon, die begehrte »Private Pilot Licence« (PPL) in den Händen zu halten. Die 20-Jährige Maschinenbaustudentin aus München hat gewissermaßen Kerosin im Blut, ist ihr Vater doch begeisterter Hobbypilot, und auch die Schwester erwarb im Sunshine State schon ihren Flugschein. Franziska entschied sich für die Europe-American Aviation in Naples, eine vor elf Jahren von den Deutschen Carsten Sturm und Bettina Scherf gegründete Flugschule, die eine professionelle Ausbildung auf modernem Fluggerät der Marke Diamond Aircraft anbietet.
Für Florida Sun Magazine beschreibt Franziska Roell in ihrem neuen Blog ab sofort exklusiv ihre Erfahrungen auf dem Weg zum Flugschein: vom Büffeln für die Theorie, den ersten »Flugversuchen« im Simulator über das Flugtraining mit ihrem Ausbilder und den ersten Soloflug bis hin zum »großen Finale«: Der Prüfung für die »Private Pilot Licence«!

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