03. Oktober 2011
Von vorne: Vorgestern war Kevin derselben Einschätzung wie ich, was meinen Checkride anging. Die Theorie war ganz ordentlich und bei den Flugmanövern hatte er kaum was zu meckern. Nur die Landungen waren zu unsicher und holperig. Ein wenig enttäuscht war ich schon, aber es hat auch meiner Meinung nach Sinn gemacht.
Also wieder zurück mit Daniel und Nate üben, üben, üben. Gestern Abend hatte ich dann den Dreh raus: Instinkt unterdrücken! Meine Anflüge waren gut, nur hatte ich die Nase bei den letzten Metern nicht weit genug hochgezogen. Ich hatte immer Angst, das Heck auf den Boden zu schrammen. Aber es fühlt sich wohl steiler an, als es ist. Und dann war es so, wie sie es mir gesagt haben: "Du brauchst die eine richtige Landung und dann klappt's auf einmal!"
Heute Morgen lief es mit Kevin perfekt. Nach zwei normalen Landungen und einer ohne Motor (um sicherzustellen, dass ich auch das schaffe) gab er mir die Solo-Erlaubnis. 20 Minuten später saß ich allein im Flieger und hatte leichte Bauchschmerzen.
Auf dem Weg zum Flieger
Der erste Soloflug
Strikt an der Checkliste festzuhalten und nicht weiter darüber nachzudenken, hat geholfen. Als ich dann abgehoben bin, habe ich sogar vor Freude ein wenig gesungen ("I believe I can fly", passenderweise). Es war ein irres Gefühl! Der Flieger selbst hat sich ein wenig anders verhalten, ohne das Gewicht des Fluglehrers, aber zum Glück nicht so sehr, dass ich mich irgendwie umstellen musste.
Geschafft!
Die Flugschule hat eine nette Tradition, das T-Shirt vom ersten Solo hinten abzuschneiden, zu beschriften und bemalen und aufzuhängen, bis man den Flugschein komplett geschafft hat. Ich war vorgewarnt und hatte mir nicht mein bestes Shirt angezogen und noch was leichtes darunter (es ist wohl eher eine männliche Tradition). Ich bin gespannt, was Daniel sich einfallen lasst.
T-Shirt-Anschneiden
Eine schöne Urkunde mit coolem Text zum Einrahmen habe ich auch bekommen:
"Be it known and forever written in the endless sky above Naples, Florida, that Franziska Henriette Charlotte Roell had the guts to confront herself with the natural elements, such as winds, clouds, rain and possible physical reactions to mental experience of being airborne. With complete disregard for the laws of chance and for her own personal safety, she strapped an airplane on her body, smiled the well known Red Baron grin and bared the lift-off of her aerospace vehicle from the surface of mother earth."
Soloflug-Zertifikat
(Fotos: © Franziska Roell)
Mein nächstes Ziel ist bis Mitte nächster Woche den ersten Crosscountry Solo und die Theorieprüfung zu schaffen!