Rainer Filthaut
Rainer Filthauts Blog

Rainer Filthaut: Immobilien- experte

Deflation, Inflation oder Stagflation?

28. Oktober 2009

Eines ist klar: Im Moment stecken wir in den USA in einer Phase der Deflation. Und man braucht kein Hellseher zu sein um vorherzusagen, dass diese im Laufe des nächsten Jahres wohl in eine mehrjährige Stagflation münden wird, auf die wiederum eine Zeit steigender Zinsen und Preise folgen dürfte. Kurz- und mittelfristig wird sich sicherlich positiv auswirken, dass die US-Zentralbank der Wirtschaft vermehrt Gelder direkt zur Verfügung stellt. Zudem sehe ich die Chancen eines zweiten Konjunkturförderungsprogramms als sehr groß an.

Angesichts dieses Szenarios ergeben sich meiner Ansicht nach in den nächsten zwei Jahren gerade im Immobiliensektor ausgesprochen interessante Anlagemöglichkeiten. Es gilt, Objekte zu tiefen Preisen zu erwerben und zu günstigen Zinssätzen langfristig zu finanzieren. Wie ich bereits in meinem letzten Blog-Beitrag erläutert habe, ist ein erfolgreiches Investment heute abhängig von tiefer Marktkenntnis und einer präzisen Planung, um die derzeit doch ausgesprochen ungewöhnlichen Rahmenbedingungen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Wie erwähnt sehe ich durch sowohl den Kauf von Objekten, die bereits im Bestand der Banken sind, als auch durch den Kauf der entsprechenden Hypothek mit Abschlag momentan gute Möglichkeiten, auf dem Markt  für gewerbliche Immobilien in den USA mittel- und langfristig zu profitieren.

Die Turbulenzen im gesamtwirtschaftlichen Umfeld erfordern bei der Investition in Immobilien eine flexible Herangehensweise. Altbewährte Anlagestrategien nutzten den Anlegern in den letzten Monaten wenig. Es geht nämlich nicht nur darum, sein Geld in eine ganz bestimmte Asset-Klasse zu investieren, sondern seine Anlagestrategie ganz präzise dem veränderten Umfeld anzupassen. Und dabei möglicherweise von etwaigen Übertreibungen und Irrationalitäten zu profitieren.

Dass wir es im Moment eindeutig mit einer Ausnahmesituation zu tun haben, beweisen die Fakten: Die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrige Auslastung der Industriekapazitäten haben zu deutlichen Preisreduktionen geführt. Der tiefe Dollar verbilligt die Importe. Mieten von Wohn- und Gewerbeimmobilien fallen. Der Preisverfall bei den privat genutzten Immobilien ist noch nicht überall gestoppt, bei den gewerblichen Objekten kommt er jetzt erst richtig ins Rollen. Die Bürger konsumieren weniger und sparen mehr. Die Konjunkturförderungsprogramme des Staates haben nur temporäre Auswirkungen. Kleine- und mittelständische Unternehmen  erhalten von den Banken keine oder kaum noch Finanzierungen.

Einer der wichtigsten Faktoren für die künftige wirtschaftliche Entwicklung ist indes die steigende Arbeitslosigkeit. Jede Zeit hoher Inflation ging bisher einher mit deutlichem Anstieg der Löhne. Im Moment sind diese aber stagnierend bis rückgängig (minus 5  Prozent im zweiten Quartal). Die Firmen kürzen nicht nur die direkten Lohnkosten, sondern auch Sozialleistungen wie Krankenversicherung, Rentenversicherungen und Zuschüsse zur privaten Altersvorsorge. Mit 9,8 Prozent Arbeitslosen, 7 Prozent Unterbeschäftigten und 3 bis 4 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung, die die Suche aufgegeben haben, ist heute fast jeder fünfte Amerikaner arbeitslos oder unterbeschäftigt. Vor einigen Jahren war es nur einer von sechzehn.

Die Arbeitslosigkeit dürfte allerdings erst im kommenden Jahr ihren Höhepunkt erreichen. Eigentlich müssten die USA pro Monat 150.000 neue Arbeitsplätze schaffen, um die Neuzugänge auf dem Arbeitsmarkt zu beschäftigen. Die US-Firmen sind aber weiterhin sehr zurückhaltend bei der Einstellung von neuem Personal. Somit wird es fünf oder mehr Jahre dauern, ehe es die hohe Arbeitslosigkeit abgebaut und es wieder zu realen Lohnerhöhnungen kommen wird.

Theoretisch sollte man in einer Rezession die Wirtschaft ankurbeln, indem man die Konsumenten wieder zum Geldausgeben bewegt. Das wird diesmal aber nicht gelingen. In den letzten Jahren haben zwei massive Einbrüche an den Kapitalmärkten und der Kollaps des Immobilenmarktes zu einer massiven Reduzierung der Privatvermögen geführt. Als Folge ist die Sparquote angestiegen, die Bürger reduzieren ihre Schulden. War die Sparquote vor zwei Jahren noch negativ, so liegt sie jetzt bei 3 Prozent. Meiner Einschätzung nach wird sie aber bald auf 9 Prozent ansteigen – auf einen Wert also wie zuletzt vor 20 Jahren (bevor die Amerikaner so richtig anfingen, auf Pump zu leben). Die Dividendeneinnahmen sind um 23 Prozent und die Zinseinkünfte um 4,5 Prozent gesunken. Das Konsumverhalten der US-Bürger hat sich grundlegend und dauerhaft geändert.

Der Konjunkturaufschwung müsste also durch die Wirtschaft kommen.

Meine Hoffnung hält sich da freilich in Grenzen. Die US-Banken haben ihre Kreditvergabe massiv eingeschränkt und legen ihre Gelder – auch aus Bilanz-kosmetischen Gründen – lieber in US-Bundesschatzbriefen an. Obwohl dem Bankensystem gewaltige Liquidität von der Zentralbank zur Verfügung gestellt wird, kommt diese nicht in der Wirtschaft an. Die Banken leihen sich das Geld für 0.5 Prozent von der Zentralbank und legen es zu 2 Prozent oder mehr wieder in längerfristigen Staatspapieren an. Schneller und sicherer kann man kein Geld verdienen! Das Kreditgeschäft ist auf das Niveau von vor zwei Jahren gesunken und zeigt keine steigende Tendenz. Gemäß unten stehender Grafik sinken die Ausleihungen an kleine- und mittlere Unternehmen. Diese haben aber in den letzten zehn Jahren 60 bis 80 Prozent aller neuen Stellen geschaffen und beschäftigen mehr als 50 Prozent aller Arbeitnehmer in den Vereinigten Staaten.

Interessant ist hier für mich in diesem Zusammenhang auch, dass in früheren Rezessionen – anders als heute – die Ausleihungen der Banken nicht zurückgegangen sind.

(Graphik: Rainer Filthaut)

Meine Interpretation der jüngsten Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke ist, dass die Zentralbank nicht gewillt ist, unbeschränkt Geld zu drucken. In den letzten Wochen verstärken sich die Warnungen an Kongress und Präsident Obama hinsichtlich steigender Defizite. Alternativ könnte die Zentralbank noch mehr Hypotheken, Kreditkartenguthaben, Betriebskredite und andere Finanzierungen aufkaufen. Dies hätte mehrere Vorteile: Einerseits müsste die inflationäre Geldmenge nicht wieder zurückgeholt werden. Andererseits laufen die Finanzierungen aus und werden zurückgezahlt – den Immobilienbesitzern (seien es private oder gewerbliche), den klein- und mittelständischen Unternehmen und den Konsumente wäre damit geholfen.

Die Auslastung der US-Industrie steigt zwar  wieder leicht an, liegt aber immer noch auf sehr niedrigem Niveau. Die untenstehende Grafik zeigt den tiefsten Stand, seit diese Daten erhoben werden. Auch hier ist meiner Ansicht noch lange kein Grund für inflationäre Tendenzen in Sicht.

(Graphik: Rainer Filthaut)

Kurzfristig können höhere Ausgaben auf Seiten des Staates geringere Ausgaben auf Seiten der Wirtschaft und der Konsumenten ausgleichen. Berücksichtigt man jedoch die gewaltigen Haushaltsdefizite, so ist dies nur temporär und begrenzt möglich. Ich gehe aber davon aus, dass wir in absehbarer Zeit ein zweites Konjunkturföderungspaket sehen werden. In einem interessanten Interview mit dem Fernsehsender CNBC erläuterte Nouriel Roubini, Chairman of RGEMonitor.com und einer der frühen Mahner vor der Finanzkrise, jetzt die fatalen Folgen eines gigantischen Haushaltsdefizits. Allein in diesem Haushaltsjahr betrug das Defizit 1,4 Billionen Dollar, die Schätzungen für die kommenden Jahre belaufen sich auf 1 Billion Dollar pro Jahr.

Meiner Meinung sind diese Annahmen sogar zu optimistisch, basieren sie doch auf der Annahme, dass die Wirtschaft jährlich um 3 Prozent wächst und die Arbeitslosenquote auf 5 Prozent zurückgeht. Ohne Änderungen der jetzigen Haushaltspolitik sehe ich einen Anstieg des jährlichen Defizits auf 2 Billionen Dollar in fünf Jahren mit allen negativen Folgen, die eine solche Verschuldung auf Dauer für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringen würde.


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Cash ist King - Der US Markt für Gewerbeimmobilien

10. Oktober 2009

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Preise für gewerbliche Immobilien sind in den USA innerhalb kurzer Zeit um 30 bis 50 Prozent gefallen. Parallel dazu sinken die Mieten und erhöhen sich die Leerstände. Finanzierungen sind derzeit praktisch nicht mehr erhältlich. Doch was des einen Leid ist des anderen Freud: Dem Investor mit Cash bieten sich momentan ungeahnte Möglichkeiten, gewerbliche Objekte zu Schnäppchenpreisen zu erwerben.

Bereits im Januar dieses Jahres hatte ich detailliert über die mögliche Entwicklung des gewerblichen Immobilienmarktes geschrieben. Meine Prognose hat sich bewahrheitet – wenn auch in noch drastischerer Form als vorhergesagt. Die rasant gestiegene Arbeitslosigkeit, eine höhere Sparquote, die Kreditklemme, Sparmassnahmen seitens Industrie und öffentlicher Hand haben den Konsum drastisch zurückgehen lassen.

Dem gegenüber steht ein enormes Überangebot an Gewerbeflächen: In den USA kommen auf 1.000 Einwohner statistisch gesehen 1.876 Quadratmeter. Ein Land wie Schweden – immerhin Spitzenreiter in Europa – bringt es im Vergleich dazu gerade auf 306 Quadratmeter, Grossbritannien auf 213  Quadratmeter und Deutschland gar nur auf 138 Quadratmeter. In den letzten Jahren wurden in Amerika in rasantem Tempo neue Gewerbeflächen erstellt – in der allgemeinen Annahme, das Wachstum werde ungebremst bis in alle Ewigkeit weitergehen. Besonders in Kalifornien, Nevada, Arizona und Florida wurde nach dem Motto gebaut: »You build and they will come« – zu Deutsch: »Wenn man baut, werden die Käufer und Mieter schon kommen.«

Doch der Schuss ging nach hinten los: Die Leerstandsquoten für Ladenflächen liegen heute landesweit bei über 10 Prozent, diejenige für Büros bei 16,5 Prozent. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden landesweit 5,9 Millionen Quadratmeter Büroflächen frei. Dieser Trend wird anhalten, in einigen Regionen dürften wir eine Leerstandsquote von über 20 Prozent erreichen. Dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend, reduzieren sich die Mieten entsprechend. Mit dem Ergebnis, dass Mieter von weniger attraktiven Lagen und Gebäuden in bessere Lagen wechseln – zu vergleichbaren Konditionen. Dies führt dazu, dass eine ganze Reihe von Immobilien schlicht nicht mehr vermietet werden kann. Wir sehen heute bereits, dass grosse Shoppingcenter in Lagerhäuser oder Freizeitanlagen umgewandelt oder vereinzelt sogar abgerissen werden. Da mit einem nachhaltigen Anziehen der Wirtschaft vorerst nicht zu rechnen ist, wird es lange dauern, ehe die bestehenden Flächen vermietet sind und neue Bauvorhaben wieder attraktiv werden.

Zahllose Gewerbeobjekte wurden bereits von den Banken übernommen. Bei vielen Gebäuden reichen angesichts tieferer Mieten und hoher Leerstände die Einnahmen nicht mehr aus, um die Schulden zu bedienen. Andere erfüllen die Belehnungskriterien nicht mehr. Dies wird einerseits dazu führen, dass auf die Banken Verluste in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar zukommen. Zum anderen werden sehr viele Objekte in die Zwangsversteigerung gehen.

Angesichts der geschilderten Entwicklung gibt es auf dem Immobilienmarkt fast keine »normalen« Verkäufe mehr. Wer nicht verkaufen muss, tut es in diesem Umfeld nicht. Bei fast allen Transaktionen »blutet« einer der Teilnehmer – sei es die Bank, der Eigentümer, eine Versicherung, eine Pensionskasse, die Hypotheken gewährt, oder Private Equity- und Hedge-Funds, die Mezzanine-Finanzierungen bereit gestellt haben. Viele Not leidende Immobilien sind für potentielle Investoren freilich uninteressant, da es sich um abgebrochene Projektentwicklungen, Bauland oder Immobilien handelt, um die es rechtliche Auseinandersetzungen gibt oder deren Bausubstanz kontaminiert ist und somit nicht mehr den aktuellen Umweltauflagen entspricht.

Investition mit Perspektive

Dennoch: Meiner Ansicht nach gibt es bereits heute (und wird es in den nächsten sechs bis achtzehn Monaten zunehmend) eine ganze Reihe von interessanten Objekten geben, bei denen es sich lohnt, einmal genauer hinzuschauen. Ich sehe drei Wege, von der jetzigen Lage auf dem Markt für gewerbliche Immobilien in den USA mittel- und langfristig zu profitieren:

1.)  durch den Kauf von Objekten, die bereits im Bestand der Banken sind;

2.)  durch den Kauf der entsprechenden Hypothek mit Abschlag;

3.)  durch die Kooperation mit dem Eigentümer bei einer Restrukturierung.

Ich denke, folgende Objekte sind in diesem Zusammenhang besonders interessant:

a.) Shopping-Center und Büros in guten bis sehr guten Lagen, die zumindest teilweise vermietet sind;

b.) gewerbliche Parzellen in ausgesuchten Toplagen;

c.) Eigentumswohnungen bzw. Appartementkomplexe, die im Paket oder mehrheitlich erworben werden können.

Amerikanische Investoren erwarten im jetzigen Umfeld in der Regel eine Rendite von 20 Prozent p.a. und möchten nach spätestens 18 bis 24 Monaten wieder aussteigen. Für Anleger mit einem derart kurzfristigen Horizont ist der Kauf einer halbvermieteten Immobilie nicht attraktiv. Europäische Käufer sind mit ihrer eher auf einen mittelfristigen Investitionserfolg ausgerichteten Erwartungshaltung hier aber möglicherweise in einer guten Position.

Wie? Finanzierungen sind im Moment von den Banken fast nicht erhältlich. Selbst wenn eine Bank grundsätzlich gewillt ist, einen Kredit zu gewähren, dauert das Genehmigungsverfahren meist viel zu lange. Somit muss der potentielle Käufer in der Lage sein, den Kaufpreis und alle damit zusammenhängenden Kosten in bar aufzubringen. Nach dem Kauf und/oder der Stabilisierung der Immobilie kann man sich dann in Ruhe nach einer möglichen Bankfinanzierung oder längerfristigen Hypothek umsehen.

Es ist daneben aber auch möglich, mit Banken Vereinbarungen zu treffen, wonach man ihnen etwa eine Immobilie abkauft und das Institut im Gegenzug zumindest einen Teil des Kaufpreises finanziert. Vorteil für die Bank: Sie ist eine zwangsersteigerte Immobilie los und hat eine Hypothek, die regelmässig bedient wird.

Viele Private-Equity-Funds und Hedge-Funds sowie private und institutionelle Investoren aus der ganzen Welt verhandeln derzeit mit den Banken über deren notleidende Immobilien- und Hypothekenportfolios. Hier geht es aber meist um Pakete von mehreren Hundert Millionen Dollar. Unser Fokus liegt hingegen bei Immobilien zwischen 2,5 und 25 Millionen Dollar. Diese Objekte sind für die oben erwähnten Investorengruppen zu klein, für sie lohnt sich weder die Prüfung noch die Etablierung einer lokalen Infrastruktur zur Verwaltung und Vermietung.

Konkret profitieren

Zwei aktuelle Beispiele aus Naples zeigen, dass sich auch unterhalb der erwähnten Milliarden-Pakete interessante Investitionschancen eröffnen. Beides sind Shopping-Center ohne Ankermieter. Das eine hat 45.000 Square Foot Grundfläche (ca. 4.180 Quadratmeter) und ist voll vermietet. Die Mieteinnahmen betragen derzeit rund 700.000 Dollar. Die Hypothek von 10,8 Millionen Dollar kann für etwa 6 Millionen Dollar erworben werden. Das andere Shopping-Center umfasst 115.000 Square Foot (rund 10.680 Quadratmeter) und weist einen Leerstand von zirka 30 Prozent auf. Die Nettoeinnahmen liegen bei 1 Million Dollar. Die Hypothek von 30 Millionen Dollar kann hier für 13 Millionen Dollar erworben werden.

Im Rahmen einer eingehenden Prüfung müsste man zunächst feststellen ob die Mieteinnahmen tatsächlich »real« sind, will sagen: bezahlen die Mieter wirklich? Und entsprechen die Mieten den gängigen Marktmieten? Liegen sie zu hoch, ist davon auszugehen, dass die Mieter spätestens bei Vertragsablauf ausziehen oder tiefere Mieten verlangen. Anschließend müsste eine gründliche »Due Dilligence« unzählige Aspekte beleuchten, deren Beschreibung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. (erste Informationen können Sie meinem Artikel über den »Erwerb von gewerblichen Immobilien« entnehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich in einem ausführlichen Folgeartikel noch einmal auf die Einzelheiten eingehen).

Nehmen wir einmal an, die oben aufgeführten Zahlen stimmen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

1.)  Der Eigentümer der Immobilie zahlt die Zinsen auf die ursprünglichen Hypotheken weiter. Dies gibt dem Käufer eine Rendite über 10 Prozent. Bei einer Ablösung der Hypothek ergibt sich ein noch grösserer Gewinn.

2.)  Der Eigentümer kommt mit den Zinszahlungen in Verzug, der Käufer der Hypothek erwirbt die Immobilie über eine Zwangsversteigerung (oftmals übergibt der Eigentümer den Titel auch ohne Gerichtsverfahren). Nun hat der Käufer die Möglichkeit, durch Vermietung der Leerstände seine laufende Rendite zu erhöhen. Konsequenterweise steigt dabei auch der Wert der Immobilie.

In jedem Fall aber hat der Käufer der Hypothek die Sicherheit, die Mieten zu erhalten, da diese im Rahmen der Hypothek durch den Immobilieneigentümer abgetreten wurden.

Fazit: Um interessante Objekte zu finden, bedarf es guter Kontakte und eines grossen Zeitaufwands, denn zum einen erweisen sich die Verhandlungen mit den Banken oftmals als sehr mühsam und ziehen sich lange hin. Zum anderen muss die Prüfungen der Objekte sehr sorgfältig durchgeführt werden, da es praktisch keine Gewährleistung gibt. Auf die Angaben der Verkäufer sollte man sich in der momentanen Situation nämlich besser nicht verlassen.

Wird ein Objekt schließlich erworben, fällt in Folge sehr viel Arbeit an: Alle Akten und Dokumente müssen neu sortiert und fehlende beigebracht werden. Anschließend muss die Immobilie neu am Markt positioniert sowie die Verwaltung und Vermietung organisiert werden.

Eines aber ist klar: Im Gegenzug für diesen zum Teil erheblichen Aufwand locken ausgesprochen attraktive Renditen. Und gewiefte Anleger werden nicht erst in einigen Jahren realisiert haben, dass in der momentanen Krise durchaus große Chancen steckten.


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Aktuelles aus Naples/SW Florida August 2009

13. August 2009

Südwestflorida hat neben Stränden, Restaurants, Palmen und Golfanlagen auch kulturell und intellektuell einiges zu bieten. In diesem Artikel möchte ich einen Überblick über verschiedene Veranstalter von Vorlesungsreihen geben. Rund ein Dutzend Organisationen halten vornehmlich während der Wintersaison eine ganze Reihe von sehr interessanten Anlässen ab.

Es gelingt immer wieder, Personen von internationalem Ruf als Redner zu gewinnen. Die Honorare können fünf- bis sechsstellige Summen ausmachen. Oftmals fließen die Nettoerlöse Wohltätigkeitsorganisationen zu. Für Top-Sponsoren gibt es dann natürlich vor dem Anlass noch einen privaten Cocktailempfang mit dem Redner. Die Anlässe finden meistens in den Ballsälen der großen Hotels wie Ritz Carlton und Naples Grande statt – manchmal verbunden mit einem mehrgängigen Menü.

Die meisten der Organisationen verlangen eine Mitgliedschaftsgebühr, die bei ein paar Hundert Dollar anfängt und bis in die Tausende gehen kann. Die Mitgliedschaftsgebühren decken die Honorare der Redner, deren Reise- und Unterbringungskosten sowie Catering, Marketing und Raumkosten. Vereinzelt werden für die Veranstaltungen auch separate Eintrittsgebühren erhoben.

Nachfolgend die wichtigsten Organisationen mit kurzer Beschreibung und Kontaktinformation:

Naples Town Hall Distinguished Speakers
Gründer: Rick und Lori Borman
Telefon (239) 596-6524
www.thlectures.com
Mitglieder: 1.200

Bisherige Redner: Ehemaliger U.S. Präsident Gerald R. Ford, Henry Kissinger, Journalistin Barbara Walters, pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto, ehemaliger Bürgermeister von New York City Rudy Giuliani

Redner 2009: Schauspielerin Mia Farrow, Abgeordneter Newt Gingrich, Prinz Talal of Jordan, Autor P.J. O’Rourke.

Auf Wunschliste stehen: Condolezza Rice und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf

Speakers Assembly of Southwest Florida
Direktor: Audrey Georges
Telefon (239) 948-7909
www.speakersassembly.com

Bisherige Redner: David Broder, Kevin Kallaugher, Ralph S. Larsen, Admiral James G. Stavridis, Gen. Charles C. Krulak, William Seidman

Redner  2009: Michael Tobin, Maj. Gen. Paul E. Valley, Robert O’Harrow, David Owen

Legacy Speakers Series
Gegründet November 2008 von der gemeinnützigen Organisation »Uncommon Friends Foundation«
Vorsitzender: Tom Hoolihan
Telefon (239) 337-9505
www.uncommonfriends.org

Bisherige Redner: NBC Moderator Tom Brokaw

Redner 2009: John Sheppard

Auf Wunschliste stehen: Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins

Shell Point Speaker Series
Telefon (239) 454-2067
www.shellpoint.org

Bisherige Redner: Dr. Stephen Post (Case Western Reserve University)

Redner 2009: TV-Journalist Dr. Kent Moors (FOX News), Chris Wallace und Fotograf Barrie Schwortz

Conservancy of Southwest Florida Speaker Series
Telefon (239) 262-0304
www.conservancy.org

Bisherige Redner: Troy Frensley, Conservancy Naturalist

Redner 2009: Dr. Jerry Jackson, David Shindle, Janina Birtolo

Quest Speaker Series
Telefon (239) 643-3573
www.questspeakers.org

Bisherige Redner: Ambassador L. Paul Bremer, Ben Stein, Dick Morris, Neil Boortz, John Stossel, The Honorable Thomas J. Ridge, Peggy Noonan, Karl Rove

Redner 2009: Stuart Varney, Gen. Tommy Franks, Charles Krauthammer

The Forum at BIG Arts’ Distinguished Scholars Lecture Series
Telefon (239) 395-0900
www.bigarts.org

Bisherige Redner: Dr. Akbar Ahmed, Botschafter Dennis Ross, Gwen Ilfill

Redner 2009: Dr. Richard Klauser, Dr. Gene Cohen, Dr. Paul Davies


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Steuerliche Aspekte beim Erwerb von Ferienimmobilien in Florida

10. August 2009

Dieser Artikel soll einen Überblick über die steuerlichen Aspekte des Eigentums und Erwerbs von Ferienimmobilien in Florida geben. Es ist nicht meine Absicht, in irgendeiner Art und Weise beratend tätig zu sein, sondern es sollen allgemeine Informationen vermittelt werden. Insbesondere in steuerlichen und rechtlichen Fragen sind für jeden einzelnen Fall, entsprechende Fachleute zu konsultieren. Es ist mein Bestreben, auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen, nicht jedoch Lösungen anzubieten. Die aufgeführten Tipps und Empfehlungen sind als Anregungen zu verstehen, die nicht unbedingt Allgemeingültigkeit haben. Sie sollten auf jeden Fall mit einem Anwalt / Steuerberater besprochen werden. Gern bin ich bereit, Ihnen Namen und Adressen von qualifizierten Fachleuten zu nennen.

Sie sind der glückliche Eigentümer einer Ferienwohnung/-hauses oder tragen sich ernsthaft mit dem Gedanken, ein solches Objekt zu erwerben. Das herrliche Wetter, der schöne Sandstrand mit Palmen, die freundlichen Leute und die Urlaubsstimmung geben nicht die geringste Veranlassung, an so unangenehme Dinge wie Steuern zu denken. Doch aufgepasst: auch in unserem kleinen Stück Paradies gibt es Steuern.

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf nicht ansässige Ausländer (»natürliche Personen«), die in den USA nur ein Ferienobjekt besitzen und keine anderen US-Einkünfte haben. Werden andere Einkünfte in den USA erzielt oder weitere Immobilien gehalten, so können sich in der Besteuerung Änderungen ergeben bzw. andere Gesichtspunkte eine Rolle spielen.  Für ansässige Ausländer, ausländische juristische Personen und US-Bürger gelten zum Teil andere gesetzliche Bestimmungen.

Nach internationalem Steuerrecht werden Immobilien am Ort des Objektes besteuert. Somit steht den USA grundsätzlich das Besteuerungsrecht an US-Immobilien zu. Ergänzend zum amerikanischen Steuerrecht kommen die Bestimmungen der verschiedenen “Doppelbesteuerungsabkommen“ USA/BRD, USA/CH und USA/A zur Anwendung. Die USA erheben Steuern auf drei Ebenen: Die Bundessteuer (»Federal Tax«) wird überall in den USA erhoben. Die einzelnen Bundesstaaten können zusätzlich Steuern wie Einkommens-, Erbschafts-, Vermögens- und Verkaufssteuern erheben. Die Landkreise und Städte erheben Grundsteuern und Kurtaxen.

Grundsteuern (Property Tax)
Die amerikanischen Landkreise (Counties), Städte, Schulgemeinden und andere öffentlichrechtliche Körperschaften finanzieren sich zum Teil über Grundsteuern. Diese sind ungeachtet der rechtlichen Form des Eigentümers, seiner Nationalität und seines Wohnortes zu bezahlen. Jährlich werden die Steuerwerte (»Appraised Tax Value«) durch einen Steuerbeamten des Landkreises (»Property Appraiser«) festgelegt. Für die Berechnung werden vergleichbare Verkäufe sowie die allgemeine Entwicklung des Immobilienmarktes zugrunde gelegt. Als Faustregel kann man sagen, dass in Collier County (Naples, Marco Island) die jährlichen Grundsteuern zwischen 1 und 1,25 Prozent des effektiven Marktwertes betragen.

In Lee County (Ft. Myers, Cape Coral, Lehigh Acres) liegen sie um etwa ein Viertel höher. Im Spätsommer/Herbst erfolgt die Zustellung des Steuer-bescheides. Gegen diesen kann innerhalb einer bestimmten Frist Einspruch erhoben werden. Der Einspruch muss begründet werden. Die Steuerwerte sind vergleichbar mit den deutschen Einheitswerten, liegen aber viel näher an den effektiven Marktwerten der Objekte. Die Steuersätze werden ebenfalls jährlich festgelegt. Die Steuer ist zum Jahresende fällig, somit werden am 31.Dezember 2009 die Steuern für das Kalenderjahr 2009 bezahlt. Bei Bezahlung vor Fälligkeit gibt es einen Rabatt. Nach Fälligkeit erfolgen Aufschläge für verspätete Zahlung. Im Mai des Folgejahres werden die Steuerforderungen überfällig.

Die Behörden verkaufen diese dann auf einer Auktion an Investoren. Zu diesem Zeitpunkt fallen höhere Kosten an und die Verzugszinsen können bis zu 18 % Prozent p.a. betragen. Im darauf folgenden Jahr kann der Erwerber der Steuerforderung das Objekt zur Versteigerung bringen. Tipp: Achten Sie darauf, dass die Behörden immer Ihre aktuelle Postadresse haben. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass Sie die Steuerrechnungen nicht erhalten, somit nicht bezahlen können und Ihre Wohnung/Haus ohne Ihr Wissen versteigert wird.
Tipp: Beachten Sie, dass Sie die Steuerrechnung bis spätestens November erhalten sollten. Wenn nicht, gehen Sie der Sache nach und verlangen Sie eine Kopie. Die Behörden haben oftmals Mühe mit der Schreibweise europäischer
Namen.

Hier finden Sie den kompletten Artikel (PDF)


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Aktuelles aus Naples / SW Florida Juli 2009

30. Juli 2009

Dieses Mal möchte ich Ihnen eines meiner Lieblingsrestaurants in Naples vorstellen: »IM Tapas«. Ganz versteckt hinter einer unscheinbaren Glasfassade zwischen einem Geschäft für Hundeartikel und irgendeinem anderen Laden verbirgt sich dieser Geheimtipp. IM Tapas ist ein kleines Bistro mit europäischem Flair und exzellentem spanischem Essen. In der Saison stehen mehr als 40 Tapas auf der Speisekarte. Die beiden Eigentümer/Köche/Maitre D’/Entertainer Isabella Pozo Polo und Mary Shipman sind schon allein ein Grund für einen Besuch. Isabella ist ein verrücktes Huhn: Sie wurde auf Kuba geboren, wuchs in Spanien auf, hat eine zeitlang in Harvard studiert, sechs Monate in Deutschland gelebt, einen Film als Beitrag für die Berliner Filmfestspiele gedreht, dann jahrelang Regie bei Hip-Hop und anderen Musikvideos in New York geführt, bevor sie sich mit ihrer Partnerin Mary entschloss, dieses tolle Restaurant zu eröffnen.

Mit unermüdlicher Energie kocht sie, redet mit den Gästen, macht dem Keller Chris (der übrigens in Paris am »Institute Cordon Bleu« Koch gelernt hat) Beine und serviert Speisen. Mary ist der ruhende Pol. Auch sie steht in der Küche und/oder kümmert sich um die Gäste. Meine Lieblingstapas: Linsensalat mit spanischer Wurst, Rote Beete mit Ziegenkäse, mit Manchego-Käse und Seranoschinken gefüllte Artichocken, rassig gewürzter Tintenfischsalat über Bratkartoffeln. Und bei den Hauptspeisen gibt es verschiedene tolle Fischgerichte.

IM Tapas, 965 4th Ave. N. (zwischen US 41 N. und 10th Street, gegenüber vom Krankenhaus, hinter der Dairy Queen), Naples, FL 34102, Telefon (239) 403 8272, email: imtapasaolcom

Im Sommer geöffnet für Abendessen Dienstag bis Samstag. Tun Sie mir einen Gefallen und sagen Sie, dass ich Sie geschickt habe …

Endlich: »Gelato d’Italia« in Naples!
Ganz heimlich und versteckt haben Marco und Tecla Filardo ihre »Freddo Gelateria« in Naples eröffnet. Das junge Paar lernte sich in Boston kennen und ist seit fünf Jahren verheiratet. Beide sind italienischer Abstammung und sprechen auch fließend Italienisch. Eigentlich war ihre Absicht, eine Produktionsstätte für Gelato einzurichten und die lokalen Restaurants zu beliefern, doch irgendwie wurde daraus eine unkonventionelle Eisdiele mit Publikumsverkehr.

Täglich frisch produziert Marco über 20 Sorten köstlichen Gelatos, während die charmante Tecla die Kunden berät. Meine Favoriten: Chocolate Chip, Chocolate Hazelnut, Pistachio, Tiramisu, Coconut. Auf den bunten Holzsesseln kann man nach dem Strandbesuch oder dem Abendessen so richtig gemütlich »abhängen« und das Eis genießen. Es gibt auch »Take-out« – und meine Gäste konnten bei einem Abendessen in meinem Haus neulich nicht genug bekommen von diesen Köstlichkeiten. Ich hätte diesen Geheimtipp übrigens kaum selbst gefunden, wenn mich meine Freunde Bettina Scherf und Carsten Sturm von Euro-American Aviation (www.eaa-fly.com) nicht auf »Freddo Gelateria« aufmerksam gemacht hätten – wir Europäer wissen halt, unser »Gelato d’Italia« zu schätzen.

Sagen Sie, dass ich Sie geschickt haben, dann dürfen Sie mehrere Gelati probieren, bevor Sie sich entscheiden.

(Foto: Piotr Rzeszutek)

Freddo Gelateria
995 5th Ave. Parkway
Naples, FL 34102
Telefon (239) 234 6770
www.freddogelateria.com

Wegbeschreibung:
Aus dem Osten kommend: Rechts auf die 10th Street South abbiegen und dann sofort links auf den 5th Avenue Parkway abbiegen. Freddo Gelateria ist auf der rechten Seite. Aus dem Norden kommend. Links auf die US 41 East abbiegen, dann links auf die 10th Street South abbiegen und gleich wieder links auf den 5th Avenue South Parkwax abbiegen. Freddo Gelateria ist auf der rechten Seite.

Kulinarische Abgänge
Die folgenden Restaurants haben in den letzten Monaten ihre Tore geschlossen:

Mr. G’s Italian Ristorante & Bar (ehemals Old Heidelberg, US 41 N. / Naples Park), Pewter Mug (US 41 N.), Mile High Burger (Sunshine Plaza, Bonita Springs), Tropical Reef (US 41 N. gegenüber von Pelican Bay), Bianchi (Bayfront), Shark’s Tavern (Pine Ridge Road), Tre Fratelli (Pine Ridge Road), Trilogy (5th Ave. South), Ruth Chris (Coastland Mall), Blu Sushi (3rd Street Plaza), Cheeburger Cheeburger (Airport Road), Bennigans (Promenade, Bonita Springs), Corks (5th Ave. South), Fitzgerald (US 41 East), Frascati’s (Airport Road), Meson Ole (US 41 N.).


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Über mich

Rainer Filthaut

Ich bin Gründer und Geschäftsführer von IRC International Realty Corporation in Naples. In Westfalen geboren und in der Schweiz aufgewachsen war ich vor meiner Übersiedlung in den "Sunshine State" viele Jahre erfolgreich im Bereich der Buchhaltung und Steuerberatung tätig. Im Jahre 1995 habe ich zusammen mit einem Partner ein Immobilienbüro mit Sitz in Naples gegründet. Neben meiner Tätigkeit als Unternehmer bin ich noch in vielen anderen Bereich engagiert. Dazu gehört meine ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident der "German American Business Chamber" in Southwest Florida. Neben meiner langjährigen Erfahrung als Broker verfüge ich als "Certified Commercial Investment Member" (CCIM) und "Certified Internationally Property Specialist" (CIPS) sowohl über tiefe fachliche Expertise als auch eine internationale Perspektive auf den Immobilienmarkt, die Kunden und Investoren zugute kommt.

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