Sarah
Sarahs Blog

Sarah - erzählt vom American Way of Life

Immigration – damals und heute

07. Februar 2012

Zwei Koffer, ein Flugticket und ein Visum im Reisepass – so bin ich vor zweieinhalb Jahren in die USA gekommen. Den Einwanderern im 19. Jahrhundert ging es ein bisschen anders. Im Tenement Museum auf der Lower East Side bekomme ich einen Eindruck, wie die Neuankömmlinge damals lebten ...

Ein Achtstundenflug war alles, was mich in Deutschland von den USA trennte. Immigranten vor 150 Jahren nahmen hingegen eine lange und beschwerliche Überfahrt mit dem Schiff auf sich.

In New York begrüßte sie dann die Freiheitsstatue als Symbol der Hoffnung und Glück in der neuen Welt. Wer es durch das Aufnahmeverfahren und den Gesundheitscheck auf Ellis Island geschafft hat (wer sich heute über die Fragen der Einwanderungsbeamten beschwert, hätte mal damals leben sollen), mietete sich erstmal in ein fünfstöckiges Apartmenthaus in Manhattans Südspitze ein.

Eines dieser so genannten "Tenements", auf der Orchard Street gelegen, ist heute ein Museum, das die Erinnerung an die Einwanderergeschichte der Stadt wachhalten will. Auf einer geführten Tour bekommen wir einen Einblick in die Drei-Zimmer-Wohnung der deutsch-jüdischen Familie Gumpertz, die hier mit zwei Erwachsenen und vier Kindern ab dem Jahr 1863 auf engstem Raum zusammen lebten. In der Wohnung, die noch immer so eingerichtet ist wie damals, fühlen wir uns wie in einer anderen Welt.

Dann erzählt uns der Tourguide Adam, dass der Stadtteil, in dem sich das Tenement Museum heute befindet, damals "Little Germany" ("Klein Deutschland") hieß. In den 1870er und 1880ern wohnten hier so viele deutsche Einwanderer, dass der Stadtteil quasi die fünftgrößte deutsche Stadt der ganzen Welt war.

Heute sind die deutschen Einwanderer überall in der Stadt verteilt. Einen deutschen Stadtteil gibt es nicht mehr. Wenn man heute nach einem Ort sucht, an dem in New York mit nahezuer Sicherheit Deutsch gesprochen wird, geht man am besten zum Times Square. :)


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Shopping, Shopping, Shopping!

19. Januar 2012

Wow, das waren ein paar verrückte Wochen! Der Dezember ist in den USA voll und ganz dem Thema Shopping gewidmet. Unglaublich, wie viele Sales und Nachlässe es gab. Kein Wunder, suchte doch jeder das perfekte Weihnachtsgeschenk.

Zudem habe ich fast überall, wo ich unterwegs war, Europäer getroffen. Deutsch, italienisch, französisch – you name it! Und auch nach Weihnachten ließ der Shopping-Wahn nicht nach. Es gab noch höhere Discounts als vor den Feiertagen und viele Leute strömten in die Geschäfte, um ihre unbeliebten Geschenke in ein beliebtes umzutauschen.

Als die Umtausche erledigt waren, lockten die Geschäfte dann mit dem Winterschlussverkauf. Schließlich muss Platz für die neue Frühlingsware gemacht werden. Es war voll. Brechend voll. Nichts für schwache Nerven.

Auch das Online-Geschäft lief in der Weihnachtssaison riesig. 35,3 Milliarden (!) Dollar wurden in den USA im Zeitraum vom 1. November bis 26. Dezember 2011 in der virtuellen Einkaufswelt ausgegeben – ein Plus von 15 Prozent! Das gesamte Shoppingvolumen stieg "lediglich" um 4,7 Prozent. Immer noch eine beachtliche Statistik. Und da sag noch einer, der US-Wirtschaft würde es schlecht gehen …

Zwei Freunde aus Deutschland, die für eine Woche zu Besuch waren, haben ebenfalls kräftig zugeschlagen und ein paar richtig gute Deals gemacht. Am Ende ihres Aufenthalts hatten sie so viel Gepäck, dass sie beim Packen ganz schön geschwitzt haben.

Mittlerweile sind nicht nur kältere Temperaturen, sondern auch wieder Ruhe in die Shoppingstraßen und -malls eingekehrt. Die Touristen sind mitsamt ihrer Einkäufe in ihre Heimatländer verschwunden und die Geschäfte wirken nahezu leer. Na dann: Bis zur nächsten, crazy Holiday-Saison!


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Weihnachten auf amerikanisch

19. Dezember 2011

Dezember ist einer meiner Lieblingsmonate in den USA, denn die Amerikaner wissen einfach, wie man das Weihnachtsfest so richtig in Szene setzt. Nicht jeder mag es so bunt und knallig wie die "Americans", aber ein Anblick ist es allemal!

Weihnachtsdeko
In den USA ist alles ein bisschen bunter und ausgeflippter – so auch die Weihnachtsdekoration. Meine amerikanische Freundin, zum Beispiel, hat es sich zum Ziel gesetzt, Weihnachtskugeln in jeder Farbe des Regenbogens an ihren Baum (der natürlich aus Plastik ist) zu hängen. Passend dazu hat sie eine bunte Lichterkette, deren Glühbirnen abwechselnd aufleuchten.
Ebenso bunt geht es in vielen anderen Haushalten der USA zu. Und auch die Außenbeleuchtung der Häuser ist legendär. So gibt es seit einigen Jahren Youtube-Videos von Hauseigentümern, die ihre Weihnachtsbeleuchtung zu knalliger Musik abgestimmt haben. (Wie das wohl die Nachbarn finden?) Mittlerweile ist daraus sogar eine Art inoffizieller Wettbewerb entstanden. Äußerst unterhaltsam.

Shoppingwahn
Commerce, Commerce, Commerce! Dieser Tage nutzt der Einzelhandel jegliche Tricks, um seine Kunden in die Geschäfte zu locken. Es gibt Rabatte und Sonderaktionen, wo das Auge hinschaut. Vor ein paar Jahren noch war der Black Friday (der Tag nach Thanksgiving) der Tag, an dem man die besten Schnäppchen schlagen konnte. In diesem Jahr gibt es während der gesamten Weihnachtssaison Nachlässe und Specials. Auch Online-Shopping wird immer beliebter: Gestern habe ich sechs UPS-Auslieferer innerhalb von nur zwei Straßenblöcken gezählt.

Amerikanische Christmas Carols
So schön deutsche Weihnachtslieder auch sind, die amerikanischen "Christmas Carols" machen mir einfach mehr Spaß. ingle Bell Rock, Frosty the Snowman und Co. verbreiten überall gute Laune (es sei denn, natürlich, Sie sind der Grinch).

Movie-Night
Was wäre ein Filmabend zur Weihnachtszeit ohne "Kevin – Allein zu Haus", Chevy Chase’s "Schöne Bescherung" oder den Schwarzweißfilm "Miracle on 34th Street"? Es geht doch nichts über klassische Weihnachtsfilme aus den USA!

The Nutcracker
Eine wahre Tradition an Weihnachten ist auch Tschaikowskis "Nutcracker". Ich gehe seit nunmehr vier Jahren jedes Jahr in die Balletaufführung, so dass dies auch bei mir schon fast eine Tradition ist. Auch in diesem Jahr schaue ich mir wieder den Nussknacker, den Mausekönig und die Zuckerfee an. Und ich muss auch schon los. In diesem Sinne: Happy Holidays an alle – ob in den USA oder in Deutschland!


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Warme Weihnacht

06. Dezember 2011

Am Tag nach Thanksgiving starten die Amerikaner mit dem "Black Friday" offiziell in die Weihnachtssaison. Christmas-Shopping, Glitzerdeko und Weihnachtsmärkte haben auch in New York Einzug gehalten. Und das bei untypisch warmen Temperaturen ...

Die Stadt platzt derzeit aus allen Nähten. Fifth Avenue, Times Square und Soho sind voller Touristen aus Europa und Asien, die – Dank schwachem Dollar – die New Yorker Wirtschaft zum Überkochen bringen. Freitag eröffnet dann noch der neue, ikonische Apple-Store im Grand Central Bahnhof – ein weiteres Symbol für den vorweihnachtlichen Shopping-Wahn.

Doch die Besucher haben mit ihren Wintermänteln, Mützen und Schals unnötig viel Platz in ihren Koffern "vergeudet" (Platz, den sie für ihre Einkäufe gut hätten nutzen können!), denn die derzeitigen Temperaturen von rund 15 Grad laden eher zum "Pulli-Look" ein. Nicht wirklich weihnachtlich, muss man zugeben. Aber der lange Winter kommt bestimmt und so genießen die New Yorker (und die Besitzer von Outdoorcafes!) derzeit jeden Tag, als wäre es ihr letzter.

Wer nicht so recht Weihnachtsstimmung kommen will, schlendert einfach über einen der zahlreichen Weihnachtsmärkte der Stadt (z.B. im Bryant Park, Columbus Circle oder Union Square). Beim Thema Glühwein hört der Spaß jedoch auf (Alkoholkonsum im Freien ist in den USA verboten), aber dafür ist es eh viel zu warm. Stattdessen gibt es Kettle Corn, Gingermen Cookies und Apple Cider. Typisch amerikanisch eben.

Außerdem darf ein Christbaum zum ultimativen Weihnachtsfeeling nicht fehlen. In den USA wird der Baum in vielen Haushalten schon Wochen vor dem Fest aufgestellt. Schon seit dem Black Friday stehen die Baum-Händler in den Straßen New Yorks, um ihre Tannen zu veräußern. Wer das gute Stück nicht selber tragen will, lässt sich einfach einen "Christmas Tree" nach hause liefern. Selbst Lichterketten und Baumständer werden auf Wunsch mitgeliefert.

X-Mas in den USA – ein wirklich einzigartiges Unterfangen, das man einfach mal erlebt haben muss ...

Christmas trees for sale: Die Preise sind nicht ohne. Die Bäume kosten, je nach Größe, zwischen 45 und 120 Dollar.

Warmer Dezember: Boules-Spieler im Bryant Park

(Fotos: © Florida Sun Magazine)


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Thanksgiving Trivia

22. November 2011

Am Donnerstag ist Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest. Zeit für ein bisschen Trivialwissen rund um den beliebten "Turkey Day".

Wusstet ihr, dass ...

... beim ersten Thanksgiving im Jahr 1621 höchstwahrscheinlich gar kein Truthahn gegessen wurde? Vielmehr haben die Pilger und der Wamponoag Indianerstamm, die das Fest zum ersten Mal zusammen feierten, sich bei ihrem Dankfest mehr auf Meeresfrüchte und Fisch konzentriert.

... Thanksgiving schon seit dem Jahr 1863 ein Nationalfeiertag ist? Präsident Abraham Lincoln ernannte den letzten Tag im November zum Erntedankfest, hauptsächlich um die Moral der Unionsarmee während des Bürgerkrieges anzukurbeln.

... Präsident Roosevelt den Feiertag im Jahr 1939 um eine Woche vorverlegte, um dem Einzelhandel eine weitere Woche für die verkaufsstarke Weihnachts-Shoppingsaison zu bescheren. Später schloss man einen Kompromiss und einigte sich auf den vierten Donnerstag im November.

... mehr als 90 Prozent der Amerikaner an Thanksgiving Truthahn essen? Und das nicht zu wenig. Im Jahr 2007 wurden nach Angaben der National Turkey Association in den USA über 290 Millionen (!) Pfund Truthahn gegessen. Der Durchschnittsamerikaner isst durchschnittlich 13,4 Pfund. Nicht schlecht, Herr Specht. Äh, ich meine, Herr Truthahn.

... die erste Macy’s Thanksgiving Day Parade (mittlerweile eine Tradition in New York) nicht mit riesigen Ballontieren wie heute sondern mit echten Tieren stattfand? Die Tiere – darunter Kamele und Elefanten – stammten aus dem Central Park Zoo. Zum ersten Mal wurde im Jahr 1924 mit 400 Personen marschiert.

... Amerikaner am Abend vor Thanksgiving mehr Alkohol konsumieren als am Silvesterabend oder an St. Patrick’s Day? Ob das die Anspannung vorm anstehenden Familienfest ist ...

In diesem Sinne wünsche ich allen Deutschen in den USA – und allen, die Thanksgiving auch in Deutschland feiern – einen wunderschönen Feiertag!

Zum Schluss noch mein Lieblingsrezept für einen hervorragenden "Pumpkin Cheesecake" (Ich habe schon mal vorgebacken – sicher ist sicher!)

Happy Thanksgiving!


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Über mich

Sarah

Wer einmal in den Vereinigten Staaten gewesen ist, weiß, dass der American Way of Life ansteckend ist. Immigranten aus aller Welt zog es schon vor Jahrhunderten in die "neue Welt" und auch heute noch ist das Land eines der beliebtesten Auswandererziele. Auch bei mir lief es nicht anders. Nach einem Schüleraustausch in Texas, einem Studium der Amerikanistik mit Auslandssemester in Wisconsin und einem anschließenden Praktikum in Florida lebe ich nun erneut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In meinem Blog berichte ich aus meiner neuen Heimat - der pulsierenden Metropole New York - und erzähle von meinen alltäglichen Erfahrungen im Großstadtdschungel. Zudem gebe ich all denjenigen Tipps, die gerne eine zeitlang in Amerika leben möchten.

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