Am Wochenende haben wir das neue 9/11 Memorial besichtigt, doch vorher statteten wir dem nahegelegenen Zuccotti Park einen Besuch ab. Dort halten sich seit einigen Wochen die Demonstranten der "Occupy Wall Street"-Bewegung auf.
Die Protestaktion "Occupy Wall Street" startete Mitte September ursprünglich direkt auf der Wall Street. Mittlerweile sind die Demonstranten, die die soziale Ungleichheit in den Vereinigten Staaten anprangern, in den benachbarten Zuccotti Park umgezogen. Den Park haben sie kurzerhand in "Liberty Plaza" umbenannt.
In den vergangenen Wochen fiel mir immer wieder auf, dass die Bewegung in den amerikanischen Medien etwas anders dargestellt wird als in den deutschen. Da wir an diesem Tag ganz in der Nähe der "Action" waren, wollte ich mir einmal mein eigenes Bild zur Protestaktion machen.
Während "Occupy Wall Street" in den deutschen Medien meiner Ansicht nach als eine gut organisierte Bewegung porträtiert wird (die mittlerweile auch nach Deutschland und andere Länder übergeschwappt ist), hört man in den US-Medien öfter die Kritik, die Forderungen der Demonstranten seinen zu wage, die Protestler selbst nur ein paar Hippies, die kostenlos essen und im Park "abhängen" wollen.
Meine Eindrücke vor Ort haben letztendlich beide Seiten beleuchtet. Als wir am Park ankommen, sind neben unzähligen Polizisten auch zahlreiche Fernsehteams vor Ort, die aktive Demonstranten interviewen und filmen. Doch dahinter gibt es aber auch die Fraktion, die Gitarre-spielend und Marihuana-rauchend mehr dem gemütlichen Beisammensein als den eigentlichen Demonstrationen zugewandt ist. Alles in allem ein skurriles Spektakel, das mittlerweile viele Touristen anlockt.
Impressionen aus dem Zuccotti Park
Kein Wunder, liegt der Park doch in Downtown Manhattan und somit in nächster Nähe zu beliebten Touristenattraktionen wie der Statue of Liberty oder Wall Street. Auch die World Trade Center Site (ehemals "Ground Zero") ist ein großer Anziehungspunkt für Touristen. Jeder möchte den Ort des schrecklichen Geschehens einmal gesehen haben, inne halten und die aus dem Boden sprießenden Neubauten des neuen World Trade Center-Komplexes begutachten.
Seit Mitte September hat nun auch das offizielle 9/11-Memorial eröffnet. Wer sich die zwei symbolischen Wasserfälle, die für die gefallenen Türme stehen, aus nächster Nähe anschauen möchte, muss sich zunächst einen Visitor's Pass über die Webseite des Memorials besorgen. Der Eintritt ist kostenlos, jedoch schon viele Wochen im Voraus ausgebucht.
Nach ausgiebigen Sicherheitskontrollen sind auch wir am Memorial angekommen und lassen das Denkmal auf uns wirken. Die Geschehnisse der Katastrophe werden einem hier wieder sehr gegenwärtig. Nur eine begrenzte Menge an Menschen darf zur gleichen Zeit auf die Anlage, so dass der Park keineswegs überfüllt ist. Das neue WTC1, das höchste der sieben geplanten Gebäude, kann man von der Parkanlage besonders gut betrachten. So herrscht eine gemischte Stimmung – zum einen aus dem Gedenken an die erschütternde Vergangenheit und zum anderen aus dem Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft.
9/11 Memorial
Das WTC1
(Fotos: © Florida Sun Magazine)

(Fotos: © Florida Sun Magazine)
(Foto: © Florida Sun Magazine)
(Foto: © Florida Sun Magazine) 





