Sarah
Sarahs Blog

Sarah - erzählt vom American Way of Life

Restaurant Week

29. Januar 2010

Vom 25. Januar bis zum 7. Februar 2010 findet in New York die Restaurant Week statt - ein Event, bei dem die unterschiedlichsten Restaurants der Stadt ein Mittags- und Abendmenu zum fixen Sonderpreis anbieten. Gaumenfreuden der Extraklasse - das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Denn eine Freundin von mir erzählt mir schon seit Wochen von diesem Restaurant namens Tao, das asiatisches Fusion-Food anbietet und ein ganz tolles Ambiente aufweisen soll. Während der Restaurant Week bietet es sich nun endlich an, dieser sonst eher kostspielige Location einen Besuch abzustatten. Der Clou: Während dieser Woche wird dort ein 3-Gänge-Menu für den Preis von 35 Dollar (zu Lunch sogar nur 24 Dollar) angeboten. 

Als wir gemeinsam das Restaurant betreten, staunen wir nicht schlecht. Von außen wirkt Tao - das direkt neben dem Four Seasons Hotel auf der 58. Straße liegt - nämlich recht klein. Im Inneren stellt sich heraus, dass sich Tao auf ganze drei Stockwerke an Bars und Tischen verteilt. Die freistehenden Backsteinwände sind "typisch New York" und die indirekte Beleuchtung schafft zusammen mit der asiatischen Musik eine angenehme Stimmung. Von den Decken hängen klassische Lampions mit asiatischem Schriftzug. Fusion, eben!

Um 18.15 Uhr (zu einem späteren Zeitpunkt war keine Reservierung mehr zu bekommen) ist das Restaurant bereits gut gefüllt. Praktischerweise hatte sich meine Freundin bereits im Vorhinein über das Menu in einem Internetforum informiert und kann mir Tipps geben, welche Vor-, Haupt- und Nachspeise am leckersten sein soll. Trotz ihrer Hilfe fällt mir die Auswahl nicht leicht:

Appetizer:
Crispy Tuna Sashimi
Pork Potstickers
TAO Temple Salad
Jumbo Shrimp Tempura

Entrees:
Kung Pao Chicken
Wasabi Crusted Filet Mignon
Chilean Sea Bass
Pad Thai Noodles

Dessert:
Banana Bread Pudding
Ginger Fruit
Chocolate Spring Rolls
Sugar Dusted Doughnuts

Ich entscheide mich für den asiatischen Temple Salat, den chilenischen Seebarsch und zum Nachtisch wähle ich Banana Bread Pudding. Was an diesem Pudding asiatisch ist, erfahre ich jedoch erst, als er serviert wird. Es ist die gebackene Banane, die zusammen mit dem amerikanischen Klassiker serviert wird. Alles in allem ein super leckeres Dinner, bei dem man Lust auf mehr bekommt.

Als wir nach zwei Stunden das Restaurant verlassen ist es besonders witzig anzusehen, wie auf jedem Tisch die gleichen Speisen stehen - nämlich die aus der Sondermenukarte der Restaurant Week. Derzeit kommen einfach alle Gäste für dieses Event hierher. Auch wir sind begeistert und planen schon fleißig den nächsten Restaurantbesuch.

 
 

(Foto: © Florida Sun Magazine)


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In Chi-Town

26. Januar 2010

Am vergangenen Wochenende in Chicago - Nickname "Chi-Town" - gibt es viel zu Entdecken. Ein bleibender Eindruck: Die Leute im Mittleren Westen sind super drauf! Wie verflogen ist hier die muffige New Yorker Attitüde ("Ich bin ja sooo gestresst!") und herbei mit der gut gelaunten Stimmung Chicagos.

Vor meinem Umzug in den Big Apple warnten mich viele Amerikaner vor der Unfreundlichkeit der New Yorker. Aber sein wir mal ganz ehrlich: Als Europäerin ist selbst eine schlecht gelaunte New Yorker Kassiererin immer noch freundlicher als der Durchschnitts-Deutsche. In unserer Heimat kann man sich ja geradezu glücklich schätzen, wenn man vom Verkaufspersonal mit einem Lächeln begrüßt wird.

In Amerika ist das anders, denn hier wird gelacht und gegrüßt was das Zeug hält. Zugegebenermaßen scheinen die Menschen in New York City aber tatsächlich weniger gefällig zu sein als im Rest Amerikas. Das fällt einem jedoch erst dann auf, wenn man die Stadt verlässt.

So zum Beispiel am vergangenen Wochenende, als es für einen Städtetrip nach Chicago geht. Trotz eisiger Kälte sind die Menschen am Lake Michigan einfach gut gelaunt. Selbst das Sicherheitspersonal am Flughafen grüßt und winkt freundlich (in New York wurde ich bei Abflug noch angeschaut, als würde in mir ein potentieller Terrorist lauern). Alle Verkäufer, denen ich an diesem Wochenende in Chicago begegne, fragen mit heiterer Stimme "How is your day going?" und alle Kassierer wünschen mir einen "wonderful day!"

Das ist zu Beginn erst einmal irritierend. Nur allmählich wird mir bewusst, dass ich diese Art von amerikanischer Euphorie schon fast vergessen hatte. Dabei war sie genau das, was mir auf Anhieb so gut an den USA gefiel - schon während meines ersten Aufenthalts im Land der unbegrenzten Freundlichkeiten. Damals landete ich in Amarillo/Texas. Man mag gegen die Texaner sagen, was man will, aber sie sind nach meiner Erfahrung zusammen mit den Jungs aus dem Midwest die wohl freundlichsten Bewohner des Landes (vorausgesetzt, man betritt ihr Grundstück nicht ungefragt).

Zurück in New York wird mir dann zum ersten Mal bewusst, dass amerikanische Touristen hier bei der vermeintlichen "Unhöflichkeit" der New Yorker bestimmt ein Schock erleiden. Für mich ist es jedoch eine ideale Mischung aus erfrischender Chicagoer Freundlichkeit und altbekannter deutschen - na, nennen wir es mal - Zurückhaltung. 

In Chi-Town
(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Von Kindles und Smartphones…

22. Januar 2010

Die Technologie greift immer mehr in unseren Alltag - besonders in New York ist das mehr denn je zu spüren. In der U-Bahn beobachte ich in den letzten Wochen immer mehr Personen, die statt einem Buch lieber auf ihrem "Kindle" lesen - ein Gerät von Amazon, mit dem man elektronische Bücher und Zeitungen lesen kann.

Dabei dachte ich ursprünglich, dass das Gerät nur bei jungen Leuten beliebt sei, aber hier sieht man auch immer mehr Senioren mit einem "E-Book".

Noch üblicher - ja geradezu allgegenwärtig - ist der Gebrauch so genannter Smartphones. Das sind Handys, die neben der Funktion des Mobiltelefons auch als Organizer dienen und mit denen Sie auch im Internet surfen können. Diese Handys kamen vor einigen Jahren auf den Markt und sind für jeden arbeitenden New Yorker mittlerweile ein absolutes Muss. Das Resultat: Smartphones everywhere!

Die schlauen Teile haben viele Vorteile. So sieht man hier zum Beispiel nur noch ausländische Touristen mit Stadtkarten in den Händen. Amerikaner holen einfach ihr Smartphone heraus und suchen sich im Web die nächste Subway-Verbindung zur Wunschdestination. 

Am letzten Wochenende war ich mit ein paar Freunden im East Village unterwegs. Als wir Appetit auf Pizza bekommen, finden wir weit und breit kein Restaurant. Da holt ein Freund sein iPhone heraus und hat binnen weniger Minuten die umliegenden Pizzerias auf seinem Display - inklusive der Entfernung von unserem Standpunkt und den Bewertungen ehemaliger Gäste. Phantastisch! Was ich noch als ein technisches Wunder empfinde, ist in New York schon längst Alltag.

Der Smartphone-Wahn hat nicht nur Vorzüge, denn unter der ganzen Handy-Spielerei leidet zugegebenermaßen auch die persönliche Kommunikation. Die Sucht nach dem Handy ist besonders bei Blackberry-Usern verbreitet, die über ihr Telefon auch ihre Arbeitsemail empfangen und somit quasi rund um die Uhr im Büro sind.

Auch das ständige Telefonklingeln stört die Kommunikation erheblich, denn es piept und bimmelt wirklich ständig. Selbst im Fitnessstudio wird telefoniert und getextet, was das Zeug hält. Es kann manchmal ganz schön nerven, wenn die Dame auf dem Laufband neben einem ununterbrochen ins Headset quasselt.

Auf einer New Yorker Buslinie wurde im letzten Jahr sogar das Telefonieren verboten, um den anderen Fahrgästen die unnötige Geräuschkulisse zu ersparen. (Warum redet man am Telefon eigentlich immer so viel lauter als im persönlichen Gespräch?) Das Experiment hielt jedoch nicht lange an, denn Berufspendler haben sofort Beschwerde eingelegt und das Gesetz wurde zurückgezogen.

Glücklicherweise gibt es das Problem der störenden Klingeltöne in der New Yorker Subway nicht, denn dort gibt es keinen Empfang. Aber daran arbeiten die Netzbetreiber sicher bereits...


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Salami, Erdnussflips und Co.

20. Januar 2010

Der Vorteil an einem Land, das aus Einwanderern gegründet wurde, ist die Vielfalt der hiesigen Kulturen und all dem, was damit verbunden ist. Dank der Globalisierung bedeutet das auch, dass man hier so ziemlich alle Produkte erhalten kann, die man sich nur wünscht.

Die Nachfrage nach deutschen Produkten scheint in Amerika besonders hoch zu sein. Ich selbst trage meinen Teil dazu bei. Mussten mir meine Familie und Freunde noch vor wenigen Jahren meine Lieblingsschokolade in die USA hinterherschicken, kann ich hier mittlerweile alles selbst erstehen. Deutsche Milka und Ritter Sport oder die Schweizer Lindt (für mich ein Lebenselixir!) sind fast überall in Manhattan erhältlich.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Produkte aus der Heimat ich hier finde. Neben Schokolade sind auch noch andere Süßigkeiten wie Haribo oder Bahlsen-Kekse sehr beliebt. Diese werden allerdings auf diesem Kontinent produziert, schmecken aber ähnlich.

Vor kurzem hatte ich eine Überraschung der besonderen Art. Zufällig schlendere ich zum ersten Mal durch den Grand Central Market, in dem es die feinsten Spezialitäten aus aller Welt gibt. Grand Central Station ist der Bahnhof in Midtown Manhattan. Wer meint, ein Bahnhof sei trist, kalt und dreckig, hat hier weit gefehlt. Im Grand Central wird einem nie langweilig. Allein die beeindruckende Empfangshalle lädt zum Verweilen ein. Zudem gibt es zahlreiche Cafes, Restaurants und Geschäfte. Und eben den Grand Central Market, den ich an diesem Tag durch Zufall entdecke.

Auf dem Weg entlang von leckerem Käse, krossem Brot und frischen Früchten entdecke ich plötzlich eine Theke, die mir nur allzu bekannt vorkommt: Teewurst, Salami, Leberwurst und Lachsschinken? Sogar frisches "Mett"? Ich staune nicht schlecht, als ich diese deutschen Fleischerspezialitäten entdecke. Der Schlachter heisst "Koglin German Hams" und wird vom deutschen Auswanderer Armin Koglin geleitet. Neben Fleisch und Wurst verkauft er auch noch weitere deutsche Produkte, wie Spätzle, Schokolade und Chips.

Chips? Ja, Chips. Genauer gesagt: Erdnussflips. Und zwar die von "Gut und Billig". Für die gleiche Packung hätte ich in einem deutschen Supermarkt zirka 45 Eurocent gezahlt. Hier soll ich gleich 3,95 US-Dollar hinblättern. Darüber kann ich nur schmunzeln. Denn eines hatte ich ganz vergessen zu erwähnen: Man bekommt in Amerika zwar viele importierte deutsche Produkte, aber die haben dafür auch ihren Preis. Wer gewillt ist, diesen zu zahlen, kann sich hier ganz und gar heimisch fühlen…


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Amerikanischer ID vs. deutscher Personalausweis

13. Januar 2010

Wenn ich meinen deutschen Personalausweis einem Amerikaner zeige, bekomme ich in der Regel Verwunderung und Kichern, manchmal sogar Spott und Gelächter als Reaktion. Zugegebenermaßen ist unser großer, klobiger deutscher Ausweis wirklich nicht besonders schick. Schon gar nicht, wenn man ihn mit der kleinen Chipkarte der amerikanischen ID Card (Identification Card) vergleicht.

Nach unzähligen Kommentaren zu meinem Personalausweis hatte ich nun ein für alle Mal genug und entschloss mich dazu, einen New Yorker ID zu beantragen. Schliesslich bin ich jetzt ein Einwohner der Stadt. Beantragen kann man besagten Ausweis auf dem Department of Motorcycle Vehicles, wo man auch seinen Führerschein beantragt. In den USA ist es üblich, sich mit der Driver‘s License auszuweisen. Da ich jedoch (hoffentlich) nie selbst ein Auto durch die Straßenschluchten von New York manövrieren muss, kam für mich ein Führerschein (und die damit verbundenen Tests) nicht in Frage. Die Alternative ist die ID Card - ein Lichtbildausweis, welcher der Driver‘s License ähnelt aber keine Fahrerlaubnis erteilt. 

Der Grund, warum ich den Gang zur Stadt überhaupt auf mich nehme, liegt darin, dass man sich in den USA bei so vielen Gelegenheiten ausweisen muss. So erntete ich mit meinem "Perso" nicht nur von Freunden, sondern auch von Kassiererinnen und Türstehern zahlreiche verwunderte Blicke. Das sollte nun ein Ende haben!

Mit den notwendigen Unterlagen (Reisepass, Aufenthaltsunterlagen, Bankkarte und Antragsformular) beantrage ich also meine ID. Dabei heisst es erst einmal: Schlange stehen. Die amerikanischen Beamten arbeiten nämlich auch nicht viel schneller als ihre deutschen Kollegen. Das Foto wird direkt vor Ort geschossen, so dass ich mich darum nicht extra kümmern muss. Allerdings hat man hier auch kein Mitspracherecht bei der Auswahl des Fotos.

Wie das Endprodukt dann aussieht, erfahre ich erst ein paar Wochen später, wenn die ID Card mit der Post eintrifft. Voller Freude und mit ein bisschen Stolz nehme ich meinen neuen Ausweis entgegen. Derzeit warte ich allerdings noch gespannt auf die nächste Gelegenheit, meinen New Yorker ID das erste Mal im Alltag zu testen.


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Über mich

Sarah

Wer einmal in den Vereinigten Staaten gewesen ist, weiß, dass der American Way of Life ansteckend ist. Immigranten aus aller Welt zog es schon vor Jahrhunderten in die "neue Welt" und auch heute noch ist das Land eines der beliebtesten Auswandererziele. Auch bei mir lief es nicht anders. Nach einem Schüleraustausch in Texas, einem Studium der Amerikanistik mit Auslandssemester in Wisconsin und einem anschließenden Praktikum in Florida lebe ich nun erneut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In meinem Blog berichte ich aus meiner neuen Heimat - der pulsierenden Metropole New York - und erzähle von meinen alltäglichen Erfahrungen im Großstadtdschungel. Zudem gebe ich all denjenigen Tipps, die gerne eine zeitlang in Amerika leben möchten.

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