Sarah
Sarahs Blog

Sarah - erzählt vom American Way of Life

Homo-Ehen, Hitzewelle und Hofbräu

04. August 2011

Viel los in New York City dieser Tage. Log ging es mit dem “Marriage Equality Act”, mit dem nun auch im Bundesstaat New York Homosexuelle heiraten dürfen. Bürgermeister Bloomberg ist ganz angetan (lockt das Gesetz doch eine brandneue Touristengruppe in den Big Apple) und stellte sogar seinen Amtssitz für erste Eheschließungen zur Verfügung.

Der Andrang der Heiratswilligen am ersten Wochenende war so groß, dass die Hochzeitstermine schließlich verlost werden mussten. Durch die Presse ging die Story eines lesbischen Ehepaares, die um 9:02 Uhr zu einen der ersten Hochzeitspärchen zählten. Das bleibende Bild: Connie, 85, steht mit Gehhilfe vor der Standesbeamtin, als sie ihrer langjährigen Liebe Phyllis, 75, unter Tränen das Jawort gibt. Seitdem ist in New York ein regelrechter Hochzeitswahn ausgebrochen. Gleichgeschlechtliche Paare strömen aus ganz USA (ja sogar aus dem Ausland) in die Stadt, die niemals schläft. Dass ihre Hochzeit in anderen US-Bundesstaaten nicht anerkannt wird, ist dabei nebensächlich. Vorerst geht’s ums Zelebrieren!

Am vergangenen Wochenende fand im Central Park eine große Massen-Hochzeitsfeier für Homosexuelle statt. Hut ab denjenigen, die sich in der brütenden Hitze im Freien trauten. Denn noch immer herrscht in New York Hochsommer-Heat. Allerdings ist es längst nicht mehr vergleichbar mit den Temperaturen von vor zwei Wochen. Mit 38 Grad im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit traute sich keiner mehr vor die Tür, wenn er nicht musste. New Yorker nahmen lieber ein klimatisiertes Taxi, als sich in die stickigen U-Bahn-Schächte zu drängen, die bei den Rekordtemperaturen kaum auszuhalten waren. Leute fielen in Ohnmacht. Es gab Stromausfälle. Die städtischen Werke lagen uns ans Herz, nur so viel Strom zu benutzen wie unbedingt nötig. Die Straßencafés waren wie leergefegt, Central Park am Nachmittag menschenleer.

Was schafft Abhilfe bei solchen Temperaturen? Ein kühles Blondes natürlich (it’s the German in me ...). Gut, dass der New Yorker Biergarten-Hype noch immer kein Ende nimmt. Vor kurzem eröffnete die “Beer Hall” ganz in der Nähe vom Grand Central Bahnhof in Midtown Manhattan und etablierte sich in kürzester Zeit zum Hotspot für junge Geschäftsleute. Nach der Arbeit die Krawatte ablegen, den Kragen aufknöpfen und ab zur deutschen Schlagermusik und Hofbräu-Bier in die Happy Hour. Ein witziger Anblick, diese Mischung aus rustikalem Dekor und deutscher Gemütlichkeit und mittendrin ein Haufen amerikanischer Business-Leute in Anzügen. Unbedingt mal reinschauen, wenn ihr selbst in New York seid!


Jet-Lag

20. Juli 2011

Ein faszinierendes Phänomen, der Jet-Lag. Wenn der Kopf weiß, dass man in der anderen Zeitzone angekommen ist, aber der Körper sich erst noch daran gewöhnen muss. Im Gegensatz zu den meisten Reisenden fällt mir die Eingewöhnung auf dem Weg von Deutschland in die USA schwerer als andersherum ...

So auch vor zwei Tagen, als ich nach einem einwöchigen Aufenthalt in der deutschen Heimat wieder in die USA zurück gekehrt bin. Während ich mich nach Ankunft in "Deutschländ" sofort an die fehlenden sechs Stunden gewöhnen konnte, fällt es mir nun wieder schwer, mich wieder der US-Zeit anzupassen.

Es ist immer das Gleiche, und ich weiß, dass es passiert. Der Jet-Lag nimmt mich voll und ganz ein. Da schlafe ich nach meiner Rückkehr schon um 20 Uhr – bei strahlendem Sonnenschein und Hitze – ein und wache mitten in der Nacht auf. Meist dauert es eine ganze Woche, bis ich mich wieder an die neue Zeit gewöhne.

Dabei habe ich schon viele Tipps ausprobiert. "Hauptsache, am ersten Tag lange wachbleiben!" heißt es immer. Aber auch das hat nichts genützt, denn dann folgte der Crash eben an Tag 2 nach der Ankunft.

Wenn jemand weiß, wie man diesen strapaziösen Jet-Lag überwinden kann, dann immer her mit den Infos. Ich freue ich mich über neue Tipps und Tricks. Aber am besten noch vor 20 Uhr heute Abend, bevor ich wieder ins Land der Träume verschwinde ...


Psst - ab auf’s Dach!

07. Juli 2011

4th of July, der amerikanische Unabhängigkeitstag, wird traditionell mit einem großen Feuerwerk zelebriert. In New York sind das die berühmten Macy’s Fireworks auf dem Hudson River. Und weil die besten Plätze am Flussufer schon am frühen Nachmittag vergeben sind, müssen wir schwerere Geschütze auffahren ...

Schon am Vortag versammeln sich die ersten Fans am Ufer des Hudson River an der West Side Manhattans, um die beste Aussicht auf das am nächsten Abend stattfindende, spektakuläre Feuerwerk zu erhaschen. Ganz schön geduldig, diese Patrioten.

Am 4. Juli sieht man sie dann überall in der Stadt: rot-weiß-blau gekleidete Amerikaner und USA-Fans, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten feiern. Sogar ein Pitbull, der einen Uncle-Sam-Hut trägt, kommt mir auf der Straße entgegen.

Am Abend entscheiden wir uns gegen den mühseligen Marsch zum Westufer, aber möchten das Feuerwerk trotzdem nicht missen. Es im TV zu bestaunen ist uns zu langweilig und so schleichen wir uns klammheimlich auf die Dachterrasse unseres Gebäudes, die den Hausbewohnern normalerweise nicht zugänglich ist. Doch an diesem Abend hat das Gebäudemanagement – welch’ Zufall! – die Alarmanlage ausgestellt und wir können unbemerkt auf’s Dach steigen.

Zu unserer Überraschung sind wir nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind. Zusammen mit unseren Nachbarn schauen wir also um Punkt 21:20 Uhr, wie zwischen den Häuserschluchten das Feuerwerk empor steigt. Obwohl wir gut 20 Blocks vom Geschehen entfernt sind, ist das Feuerwerk nicht nur gut zu sehen, sondern auch zu hören!

Nach zwanzig Minuten ist der Spaß schon wieder vorbei und der patriotischste Tag im Jahr geht dem Ende zu. Und wir wünschen nachträglich: Happy Birthday, America!

(Foto: © Florida Sun Magazine)


10 Jahre später: das neue World Trade Center

21. Juni 2011

Der 11. September 2001 war der wohl schwärzeste Tag der jüngeren amerikanischen Geschichte. Bei einer Stippvisite zur World Trade Center Sight in Downtown Manhatten kann man heute, fast zehn Jahre später, den Bau des neuen World Trade Centers mitverfolgen.

Jahrelang pilgerten Touristen zu Ground Zero, um dort den Opfern der Terroranschläge zu gedenken. Doch der Neubau des World Trade Centers ließ lange auf sich warten. Zahlreiche Architekturvorschläge später kommt der Neubau endlich so richtig in Fahrt.

Als ich vor ein paar Wochen das letzte Mal an der "World Trade Center Sight" (so der offizielle Name des Ortes) vorbei lief, war dort kaum etwas vom Neubau zu erkennen. Gestern dann der regelrechte Schock, denn wie aus dem Nichts schien dot plötzlich der neue Wolkenkratzer in den Himmel geschossen zu sein. Zwar noch eindeutig im Bau, aber dennoch weit fortgeschritten.

Wenn der Bau voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein wird, soll das neue Welthandelszentrum fünf neue Bürogebäude, ein "September 11 Memorial & Museum", eine neue Ubahn-Station und ein Performing Arts Center umfassen. 250.000 Arbeiter und Besucher werden die Anlage jeden Tag besuchen.

(Foto: © Florida Sun Magazine)

Das neue "1 World Trade Center" im Bau. Das Gebäude wird 36 Stockwerke und 1.776 Fuß (165 Meter) hoch sein. Die Zahl 1776 steht symbolisch für das Jahr der amerikanischen Unabhängigkeit.  


Rauchen unter freiem Himmel? Ab sofort verboten!

17. Juni 2011

New York gilt als Pionier in der Anti-Raucher-Bewegung: Erst durfte in den Flughäfengebäuden der JFK und LaGuardia Airports nicht mehr gequarzt werden, dann wurden Raucher auch aus Bars und Restaurants verbannt. Mittlerweile sind beide Verbote auch in Europa gang und gäbe. Doch seit kurzem ist im Big Apple sogar das Rauchen unter freiem Himmel untersagt ...

... wenn auch nicht überall. Nichtsdestotrotz sind es “Bad News” für alle Tabak-Fans: Der blaue Dunst ist ab sofort in den sämtlichen Parks der Stadt verboten. Mayor Bloomberg hat ein Machtwort gesprochen. Ob am Strand in Coney Island oder auf dem Great Lawn im Central Park – überall findet man seit kurzem Warnhinweise, dass das Rauchen an diesen öffentlichen Orten untersagt ist.

Laut der New York Times sind davon rund 1700 Parks und 23 Kilometer Strand in der Stadt betroffen. Keine Zigarette mehr, wenn Sie Ihren Hund im Park spazieren führen und auch keine Raucherpause mehr auf dem Times Square.

Das Ziel: Die Stadt soll schöner werden. Der Großteil der New Yorker findet diese Idee gut. Nur einige kleine Rauchergruppierungen protestieren gegen das Verbot.

Wer erwischt wird, muss zahlen. Bis zu 250 Dollar Strafe soll das Rauchvergehen kosten. Da das Gesetz noch so neu ist, werden jedoch erstmal nur Warnungen vergeben.

Bloomberg möchte, dass die New Yorker in diesem Sommer frei atmen können, frische Luft und Erholung bekommen. Ob der künftig fehlende Zigarettenrauch da gegenüber den alltäglichen Autoabgasen überhaupt etwas anrichten kann, wage ich jedoch zu bezweifeln. 


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Über mich

Sarah

Wer einmal in den Vereinigten Staaten gewesen ist, weiß, dass der American Way of Life ansteckend ist. Immigranten aus aller Welt zog es schon vor Jahrhunderten in die "neue Welt" und auch heute noch ist das Land eines der beliebtesten Auswandererziele. Auch bei mir lief es nicht anders. Nach einem Schüleraustausch in Texas, einem Studium der Amerikanistik mit Auslandssemester in Wisconsin und einem anschließenden Praktikum in Florida lebe ich nun erneut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In meinem Blog berichte ich aus meiner neuen Heimat - der pulsierenden Metropole New York - und erzähle von meinen alltäglichen Erfahrungen im Großstadtdschungel. Zudem gebe ich all denjenigen Tipps, die gerne eine zeitlang in Amerika leben möchten.

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