Sarah
Sarahs Blog

Sarah - erzählt vom American Way of Life

Halloween-Stimmung

25. Oktober 2011

Am 31. Oktober ist wieder Halloween – der mit Abstand gruseligste Tag des Jahres! In New York ist von diesem inoffiziellen Feiertag – außer von ein paar verkleideten, jungen Leuten in der U-Bahn – in der Regel nicht viel zu spüren. Doch jetzt habe ich ein dekoriertes Townhouse in meiner Straße entdeckt, das ich euch unbedingt zeigen wollte.

Wenn man dieser Tage durch die Straßen des herbstlichen New Yorks läuft, könnte man glatt vergessen, dass in einer Woche Halloween ist. Normalerweise sind die Häuser in den USA ja ausgiebig geschmückt, wenn der Tag der Geister näher rückt. Nicht so in New York. Die meisten Häuser in Manhattan sind Hochhäuser und selbst in den Townhäusern findet man nur gelegentlich einen ausgehöhlten Kürbis oder ein "Happy Halloween"-Schild im Fenster.

Auch Trick or Treat läuft in New York anders als im Rest der USA. Hier gehen die Kids für ihre Süßigkeiten nicht von Haustür zu Haustür, sondern von Ladentür zu Ladentür. Die besten Schokoriegel gibt es nämlich in den Geschäften. Bei Privathäusern zu klingeln ist hingegen unüblich.

Am Sonntag bin ich nun an einem Haus vorbeigekommen, das sich vollends dem Halloween-Spirit verschrieben hat. Eine echte Überraschung. Behangen mit riesengroßen Spinnen, abgemagerten Skeletten und überdimensionalen Fledermäusen, kamen hier nicht nur die Kleinen ins Gruseln. Buahaha – seht selbst!

im Halloween-Spirit

  Eine Spinne hat sich auf den Baum verirrt.

(Foto: © Florida Sun Magazine)


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11. September – zehn Jahre später

13. September 2011

Am Sonntag jährte sich der Jahrestag des 11. September zum zehnten Mal. In New York wurde im Rahmen einer Trauerveranstaltung das neue 9/11 Memorial eingeweiht. Parallel dazu war der Tag mit massiven Sicherheitsvorkehrungen verbunden ...

New Yorker bekamen an diesem Tag durch verstärkte Sicherheitskontrollen zu spüren, welche Bedeutung dieses Datum auch zehn Jahre später noch hat. Autos wurden an zahlreichen Zufahrtsstraßen mit Bombenspürhunden kontrolliert. Überall in der Stadt gab es noch mehr Sicherheitspersonal als sonst zu sehen. 3.800 New Yorker Polizisten und zusätzliche Kräfte der Bundespolizei waren im Einsatz.

In den Nachrichten liefen sowohl hierzulande als auch in Deutschland unzählige Beiträge zum Thema. Doch zur "World Trade Center Cite" (oder "Ground Zero", wie der Ort der zwei Türme jahrelang hieß) kamen an diesem Tag nur Angehörige der Opfer, Medienvertreter und Politiker – darunter auch Präsident Obama und sein Vorgänger George W. Bush.

Vor einigen Wochen hatte ich kurz berichtet, dass der neue World Trade Center Komplex bereits im Bau ist. Gut die Hälfte von größten der sieben Gebäude – das WTC1 – ragt bereits in den Hochhaushimmel Downtowns.

Am Sonntag wurde dort nun ein Memorial in Gedenken an die Opfer des Anschlages eröffnet. 700 Millionen Dollar kostete der "Memorial Plaza", der neben zwei riesigen Wasserfällen, die die Grundmauern der gefallenen Türme markieren, auch Grünflächen und ein Museum beinhaltet.

Vorerst durften nur Angehörige das Memorial erblicken. Doch schon bald ist es der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos, doch die Tickets müssen über das Internet bestellt werden und sind heiß begehrt. (Ich selbst werde mir das Memorial an einem Wochenende im Oktober ansehen.)

Außer der verstärkten Polizeipräsenz war in meiner Wohngegend vom 11. September nicht viel zu spüren. Doch am Nachmittag kam ich bei einer Feuerwehrstation vorbei, vor der Blumensträuße und Briefe niedergelegt wurden. Plötzlich hielt man inne und es wurde einem die Realität dieses schrecklichen Ereignisses noch einmal bewusst.

(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Hurrikan Irene

29. August 2011

Es ist Montag. Die Sonne strahlt. 25 Grad und Windstille. Kaum zu glauben, dass gestern noch ein Hurrikan über die Stadt fegte. Sowohl hier als auch in Deutschland wurde Irene schnell zu "Major News". Am Ende kamen die New Yorker jedoch mit dem Schrecken davon ...

Erst am Dienstag gab es ein Erdbeben im Nordosten der USA und ein paar Tage später sollte die zweite Naturkatastrophe folgen. Irene, ein Hurrikan der Kategorie 3 kam aus der Karibik "zu Besuch".

In den Medien wurde der Hurrikan schnell zur Hauptnachricht. (Am Samstag und Sonntag wurde über nichts anderes mehr berichtet.) Dass Irene die Ostküste der USA entlang wandern und voraussichtlich sogar direkt auf New York treffen sollte, war etwas sehr ungewöhnliches und bedrohliches.

Schnell bekamen alle "Wind" vom Hurrikan. Tagelang deckten sich die New Yorker mit Wasser, Lebensmitteln und Taschenlampen ein. Am Samstag, dem Tag vor Irene, gab es sogar Schlangen vor den Supermärkten, weil der Andrang so groß war.

Bürgermeister Bloomberg veranlasste ab 17 Uhr am Samstag die Evakuierung von über 300.000 Menschen, die direkt am Wasser wohnten. Schon am Mittag wurden alle öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt schloss die U-Bahn.

Am Abend vor Irenes Ankunft waren nur Restaurants und Bars waren geöffnet. Alles, was geöffnet war, war jedoch restlos überfüllt. Einige Bars boten sogar Hurrikan-Drink Specials (z.B. den "Dark and Stormy"-Cocktail) an.

Über Nacht kam Irene dann auf uns zu. Nachdem der Sturm auf die Küste von New Jersey getroffen ist, schwächte er sich stark ab. In New York kam dann “nur noch” ein Tropensturm an. Von dem Sturm selbst gab es in Manhattan wenig zu spüren. Am Sonntagmorgen um 9 Uhr war schon das Gröbste überstanden. Die vorhergesagten Überschwemmungen und die befürchtete Zerstörung blieben aus. Lediglich ein paar Stromausfälle waren zu verzeichnen (aber die gibt es hier auch schon beim Sommergewitter).

Nachdem sie von Bloomberg am Abend zuvor mehr oder weniger offiziell zum Hausarrest verdonnert wurden, kamen die New Yorker (und die in New York "gestrandeten" Touristen) im Laufe des Tages wieder aus ihren Häusern.

Ein skurriles Bild: Die Straßen New Yorks, gefüllt mit Menschen, doch ohne Busse oder U-Bahn. Restaurants, Kinos und Cafes – allesamt geschlossen. Selbst der Central Park war offiziell "closed for the day". Alles in allem verlief der Tag wie ein Sonntag in Deutschland – alles hat zu und die einzige Beschäftigung ist ein ausgiebiger Spaziergang ...

Der Tag vor Irene: "die Ruhe vor dem Sturm"

 

Ausverkauf im Supermarkt

 

Warten an der Kasse: Wer einkaufen wollte, brauchte Geduld. Die Schlange führte durch den ganzen Supermarkt.

 

Hurrikan-Warnhinweis unseres Gebäude-Managements

 

Subway geschlossen: Leere U-Bahn-Stationen wie diese gab es in ganz New York.

 

Der Tag danach: Mehr als ein paar Pfützen blieben im Zentrum Manhattans von Irene nicht übrig.

(Fotos: © Florida Sun Magazine)


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Erdbeben in New York

23. August 2011

Kalifornien: Erdbeben. Florida: Hurrikans. New York: Blizzards. So und nicht anders lautet normalerweise das Naturkatastrophen Match-Up. Heute jedoch kam alles anders: Die Erde bebte im Nordosten der USA ...

Das Epizentrum des Bebens lag mit einer Stärke von 5,8 in Virginia, gleich außerhalb von Washington D.C. Das Beben war jedoch auch deutlich in NYC und sogar bis hinauf nach Rhode Island zu spüren.

Auch in meiner Wohnung wackelte es. Bis ich allerdings realisiert hatte, was gerade passiert, war es schon wieder vorbei. Nichtsdestotrotz ein seltsames Gefühl, wenn der Boden unter den Füßen wackelt und die Gläser im Schrank klirren.

Nichts für meine schwachen Nerven. In Florida durfte ich einmal einen Tropensturm miterleben. Das war auch nicht lustig. In Deutschland leben wir ja in einer sicheren Seifenblase, was Naturkatastrophen angeht. 

Die New Yorker – viele von ihnen haben noch nie ein Erdbeben erlebt – blieben, zumindest in meiner Wohngegend, größtenteils ruhig, machten weiter ihre Besorgungen, blieben am Arbeitsplatz. In D.C. hingegen wurde kurzzeitig sogar das Pentagon evakuiert.

Für die Medien war das Erdbeben ein gefundenes Fressen. Es wurden schockierte Menschen interviewt, die zum ersten Mal ein Erdbeben miterlebten. Alles wurde dramatisiert. Das Resultat: Die Notfallnummer 911 war vollkommen überlastet, weil zu viele Menschen anriefen, um sich nach dem Erdbeben zu erkundigen.

Dabei war das Ausmaß des Bebens eher gering: Ein Atomkraftwerk in Virginia hatte kurzzeitig einen Stromausfall, das Mobilnetz war für ein paar Stunden überlastet, einige Züge blieben stehen.

Eine Freundin aus Kalifornien, die derzeit in Washington D.C. lebt und Erdbeben aus ihrer Heimat gewohnt ist, sagte: "Witzig, wie schockiert die Leute hier in D.C. reagierten. Dabei war das doch nur eine kleine Erschütterung."

Tja, es kommt eben alles auf die Perspektive an. Für mich war das Beben jedenfalls eine komplett neue Erfahrung. Eine Erfahrung, die mir – einmal erlebt – vollkommen ausreicht.

Da ich in der Eile selbst kein Foto oder Video machen konnte, hier zum Abschluss noch ein Foto der Ausmaße des heutigen Erdbebens.


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USA-Wetter: alles ein bisschen extremer

16. August 2011

Tornados, Blizzards, Hurrikans – die USA sind bekannt für ihre extremen Wetterverhältnisse. Dieses Phänomen haben wir gestern in New York zu spüren bekommen. Hier regnete es innerhalb von 24 Stunden so viel wie sonst in zwei Monaten.

Der deutsche Sommer ist in diesem Jahr mies. Das bekomme ich von Freunden und Familie aus der Heimat fast täglich zu hören. Grau in Grau. Hier ein Regenschauer, da eine Stunde Sonnenschein. Das alles bei 20 Grad Durchschnittstemperatur. Wirklich sommerlich ist das nicht.

Acht Flugstunden entfernt geht es dafür umso extremer zu. Wenn sich das Wetter hier für eine Richtung entschieden hat, dann aber richtig. Langweilig wird es dafür nie. Vor einigen Wochen hatten wir noch Rekordtemperaturen bei über 100 Grad Fahrenheit. In Oklahoma lag die Durchschnittstemperatur im Juli bei 89 Grad Fahrenheit – ebenfalls ein neuer Wetterrekord. Und während dort Regen dringend benötigt wird, wurde es bei uns gestern um so nasser.

Es fing um zirka 3 Uhr morgens an und hörte den ganzen Tag über nicht auf. Regen, Regen und noch mehr Regen. Die Bezeichnung "Dauerregen", wie man ihn aus Deutschland kennt, reicht für das, was hier gestern runter kam, jedoch nicht aus. Einen so starken Regen kenne ich sonst nur aus Hochsommer-Unwetter-Zeiten in Florida. Doch dort ist der Sturm innerhalb von ein paar Stunden verflogen. Hier regnete es bis in die frühen Montagmorgenstunden ununterbrochen weiter.

Gullys waren voll gelaufen, U-Bahn-Schächte standen unter Wasser, die Straßen waren überflutet. Am John F. Kennedy Flughafen wurde seit Beginn der Messungen vor 116 Jahren noch nicht so viel Regen verzeichnet. Ein neuer Rekord!

Eigentlich sollten wir gestern einen Umzug über die Bühne bringen. Der musste verschoben werden. Unmöglich, bei diesen Wassermassen Möbel zu schleppen. Stattdessen eignete sich das Wetter prima für einen Lesenachmittag auf der Couch und einen abendlichen Kinobesuch. Das schlechte Wetter führte zu ausverkauften Säalen und glücklichen Kinobetreibern.

Und heute? Da scheint wieder die Sonne, als wenn nichts gewesen wäre ...


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Über mich

Sarah

Wer einmal in den Vereinigten Staaten gewesen ist, weiß, dass der American Way of Life ansteckend ist. Immigranten aus aller Welt zog es schon vor Jahrhunderten in die "neue Welt" und auch heute noch ist das Land eines der beliebtesten Auswandererziele. Auch bei mir lief es nicht anders. Nach einem Schüleraustausch in Texas, einem Studium der Amerikanistik mit Auslandssemester in Wisconsin und einem anschließenden Praktikum in Florida lebe ich nun erneut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In meinem Blog berichte ich aus meiner neuen Heimat - der pulsierenden Metropole New York - und erzähle von meinen alltäglichen Erfahrungen im Großstadtdschungel. Zudem gebe ich all denjenigen Tipps, die gerne eine zeitlang in Amerika leben möchten.

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