Recycling – in den USA kein Fremdwort mehr! Zwar ist die Mülltrennung hier noch immer nicht mit der in Deutschland zu vergleichen, doch hat sich auch hier in den letzten Jahren eine Menge getan. Und für all diejenigen, die noch in den “Müll”-Anfängen stehen, gibt es die 101-Broschüre in der New Yorker Tagespost ...
Ich kann mich noch gut an den Schock erinnern, den ich während meines High School Aufenthaltes im Jahr 2000 bekam, als meine texanische Gastfamilie an meinem ersten Abend eine riesige Tonne Hausmüll zum Container trug. Alles gemischt, versteht sich. Plastik, Papier, Glas. Und am nächsten Abend? Eine weitere Tonne Müll. Und auch am Tag darauf. Recyling war damals ein Fremdwort. Etwas, worüber man gar nicht nachdachte. Gegessen wurde von Papptellern, getrunken aus Plastikbechern. Das war praktisch. Und extrem umweltbelastend.
Auch heute noch gibt es in Amarillo/Texas kein einheitliches Recycling-Programm. Wer seinen Müll trennen möchte, muss diesen entweder auf zeitaufwendige und umständliche Weise selbst zu den Recycling-Zentren fahren oder seinen Müll von einer privaten Agentur abholen lassen – gegen Bares, versteht sich.
2800 Kilometer weiter östlich sieht das schon ganz anders aus. Die amerikanische Ostküste, insbesondere New York, ist – was die Mülltrennung (und natürlich auch viele andere Dinge) angeht – um einiges fortschrittlicher.
Seit nunmehr 30 Jahren gibt es hier ein städtisches Recyling-Programm. Doch noch immer ist das Konzept nicht bei allen Leuten durchgedrungen. Selbst wenn in einem Wohngebäude Mülltrennung geboten wird, spielen nicht alle Bewohner mit. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Nicht zu Recyclen ist hier zum einen eine Kostenfrage, oft auch reine Bequemlichkeit, aber auch immer wieder Unwissenheit.
Um die New Yorker zum Recyclen zu bewegen, verteilt die Stadt Info-Pamphlets in der Post, in denen erklärt wird, was wie getrennt werden soll. Klingt für uns Deutsche logisch, aber für viele Neu-New-Yorker, die aus ländlicheren Gegenden des Landes kommen, ist das Thema Recycling Neuland.
"Erste Hilfe" für Recycling-Neulinge
(Foto: © Florida Sun Magazine)
So erklärte mir kürzlich ein Bekannter: “Meine Eltern wohnen in Michigan. Sie müssen für die Mülltrennung viel Geld zahlen. Der Hausmüll ist kostenlos. Also recyclen sie nicht.” Das macht ihn – ein rigoroser Verfechter der Nachhaltigkeit – extrem wütend. Aber überzeugen konnte er seine Eltern trotzdem nicht.
Trotz alledem bemerkt man einen Umschwung. Zum einen in den Köpfen der Menschen, was sehr schön ist, aber zum anderen auch in der Politik. So findet man hier im Nordosten an öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Parks oder Ämtern immer öfter Recycling-Mülleimer.
Auch auf den Recycling-Tonnen gibt's noch mal alle Infos.
(Foto: © Florida Sun Magazine)

Genau hinschauen: Den ganzen Tag parken für $7.60? Wirkt wie ein Schnäppchen, doch das Angebot täuscht. Das Kleingedruckte erklärt: Der Preis gilt nur für eine halbe Stunde.




