Sarah
Sarahs Blog

Sarah - erzählt vom American Way of Life

Screens, wohin man schaut!

01. September 2010

Mit ein paar Freunden gehe ich vor kurzem zum Italiener. Wir betreten das Restaurant, sehen die noble Einrichtung, adrett gekleidete Kellner und Regale gefüllt mit edlen Weinen. So, wie man sich ein italienisches Restaurant eben vorstellt. Doch dann fällt unser Augenmerk auf einen zirka 50-Zoll großen Flachbildschirm, der direkt über den Köpfen der Gäste hängt und lautlos ein europäisches Fußballspiel überträgt, während darunter Linguini und Ravioli zur Musik von Ramazzotti und Zucchero verspeist werden.

Der Flachbildschirm passt nicht ins Bild? Finde ich auch, aber wenn man mal mit offenen Augen durch diese Stadt läuft, sieht man die flachen Screens einfach überall. Die Welt der omnipräsenten TVs ist in New York längst nicht mehr nur auf Sportsbars begrenzt - auch in edlen Restaurants hat die neumoderne Technologie Einzug gehalten.

Aber selbst über die Gastronomie hinaus sieht man die Bildschirme einfach allerorts: In der U-Bahn, in der New Yorker Unis und Anwälte mit bunten Bildern beworben werden oder auf den Autodächern der berühmten gelben Taxis, hier “cabs” genannt, auf denen mittlerweile ebenfalls bewegte Werbebilder laufen. Selbst in den Taxis ist man vom TV nicht gefeit. Denn sobald der Taxameter gestartet wird, schaltet sich im hinteren Teil des Autos automatisch ein Bildschirm an, der den Fahrgästen mit Nachrichten- und Entertainment-Clips den Weg versüßen soll.

Screens, wohin man auch schaut! Die Liste kann man endlos fortführen: Im Wartezimmer beim Arzt, in der Empfangshalle der Bankfiliale, an der Kasse im Supermarkt. Ein Bildschirm nach dem anderen. Auch vor Eigenheimen macht der technologische Fortschritt keinen halt: Wer keinen Flachbildschirm im Wohnzimmer (oder im Schlafzimmer, ja sogar im Bad!) stehen hat, sondern noch wortwörtlich in die Röhre guckt, zählt längst zum alten Eisen.

Den ultimativen “Overload” an bewegten Bildern gibt es bekanntermaßen am Times Square, dem wohl berühmtesten Platz in New York, wenn nicht sogar der ganzen Welt. Wer kennt sie nicht - die bunten Leuchtreklamen, die den Nachthimmel der Stadt erhellen. Neben dem berühmten Nachrichtenticker der New York Times, nach der Times Square übrigens benannt ist, gibt es zahlreiche weitere elektrische Werbeanzeigen, auf denen die bekanntesten Marken der Welt beworben werden.

  Die wohl berühmtesten Bildschirme der Welt
(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Dumpster Diving

24. August 2010

"Auf in den Müllcontainer!" lautet das Motto dieses Sommers auf der New Yorker Park Avenue. Im Rahmen des diesjährigen Summer Streets Programs, bei dem die berühmte Straße an Wochenenden im August für Autos gesperrt wird, können sich die Bewohner der Stadt in zum Schwimmbecken umfunktionierten Containern von der Hochsommerhitze abkühlen …

Metallene Müllcontainer sind kein ungewöhnlicher Anblick in den Häuserschluchten des Big Apple, doch im August 2010 gibt es in einigen von ihnen Schwimmreifen anstatt Abfall zu entdecken. Prominent in Midtown Mahattan auf der Park Avenue gelegen und mit Blick auf den berühmten Grand Central Bahnhof, können Besucher nun den Sprung ins kalte Container-Wasser wagen.

Ein ungewöhnlicher Anblick und eine innovative Idee, die von der Designfirma Macro Sea aus Brooklyn stammt. Sie installierten die umfunktionierten Container, die neben dem Wasserbecken auch ein Sonnendeck und Filtersystem enthalten. Natürlich muss ich mir dieses Phänomen auch einmal selbst anschauen.

Es ist zwar ein sehr heißer, aber auch ein verregneter Tag, als ich bei den Containern ankomme. So verwundert es nicht, dass gerade niemand im Wasser ist. Nur der Lifeguard ist vor Ort und ein paar Plastikreifen schwimmen im Wasser. Dabei hat zu den zweieinhalb Meter breiten und sieben Meter langen "Freibädern" jeder Zutritt, der seien Schwimmsachen dabei hat. Umkleidekabinen gibt es vor Ort.

Und das beste: Dank autofreier Zone kann ganz ohne Abgase und Autolärm relaxt werden. Vielleicht komme ich noch mal an einem Sonnentag zurück, und dann geht‘s auf in den Müllcontainer!

   Dumpster Diving auf der Park Avenue
(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Im Central Park

19. August 2010

Ob zum Entspannen, zum Sporteln oder einfach nur zum Schauen - der Central Park ist DAS Freizeitzentrum für gestresste New Yorker und Touristen. Und es gibt immer wieder etwas neues zu entdecken …

Jegliches Klischee, das man aus den zahlreichen New York Filmen kennt, wird im Central Park erfüllt. Angefangen vom Saxophon-Spieler, der die vorbei spazierenden Leute unterhält, über den "Dogwalker", der eine Handvoll Hunde gleichzeitig ausführt bis hin zum verliebten Pärchen, die im Holzboot über den parkeigenen See rudern.

Wer den Menschenmassen entfliehen möchte, sollte den Süden des Parks meiden. Durch die Nähe zu Midtown gibt es dort die meisten Touristen. Ich persönlich find‘s super, denn hier kann man auf einem Fleck so ziemlich alle Sprachen der Welt hören.

Weiter nördlich wird es ruhiger. Hier gibt es große Freiflächen wie Wiesen und Seen - wo sich mehr Städtler als Touris aufhalten. In dieser Parkregion dreht sich alles ums Thema Sport. Kürzlich war ich selbst um 7Uhr morgens zum joggen im Park und war überrascht, wie viel "Verkehr" dort schon herrscht. Jogger, wohin das Auge blickt. Kein Wunder also, dass im Central Park auch der berühmte New York City Inc. Marathon endet.

Außer jeder Menge Natur, Skulpturen und Gestein hat der Park auch noch andere Attraktionen zu bieten. So zählt der Central Park Zoo zu einer der beliebtesten Familienausflugsziele der Stadt. Viele Tiere gibt es nicht wirklich zu entdecken, aber dafür ist die Lage unschlagbar. Unglaublich, aber wahr: Sogar ein Schloss gibt es im Central Park zu bestaunen.

Ach, und dann wären da noch die Menschen. Wer Langeweile hat, dem rate ich, sich einfach eine Stunde auf die Parkbank zu setzen, zu schauen und zu staunen. Von der High Society der Upper East Side über junge Hipster bis hin zu Flipflops und Baseball-Cap tragenden Touristen ist alles, aber auch wirklich alles vertreten. Kürzlich habe ich wieder den Mann gesehen, der seine Katze an einer Leine durch den Park führt. Hunde, die nicht in die Handtasche passen, werden gerne mal im Kinderwagen transportiert. Ich sag ja - langweilig wird‘s hier nie.

Ort der Ruhe inmitten des Großstadttrubels
(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Whitewater Rafting

11. August 2010

Am Wochenende ging es zum Whitewater Rafting auf den Lehigh River. Geboten wurde traumhafte Natur, jede Menge Action und eine unerwartete Schwimmeinlage …

Meine Freundin und ich sitzen im Zweiersitz eines alten, gelben Schulbusses, auf dem Weg zum Lehigh River. Wir sind fest eingeschnürt in zwei Schwimmwesten, die uns fast die Luft wegnehmen. "Sauerstoff ist überbewertet," sagt uns der Tourguide, als sie uns kurz zuvor in die Westen steckt. "Wer nicht atmen kann, kann auch nicht ertrinken." Eine interessante Logik.

Nun hören wir selbigem Tourguide dabei zu, wie sie uns den Ablauf unserer bevorstehenden Wildwasserfahrt erklärt. Neben den Sicherheitshinweisen (Wie verhalte ich mich, wenn unser Boot auf einen Stein trifft oder wenn ein Mann über Bord geht?) macht sie auch jede Menge Witze. Hauptsächlich über New Yorker, denn ein Großteil der Teilnehmer wurde - wie wir - gerade mit einem Sammelbus aus Manhattan hier in die Natur gefahren.

Doch da stehen wir natürlich drüber, obwohl auch wir jegliches Klischee erfüllen und nach der zweistündigen Fahrt zum Wildwasser-Camp nicht einmal wissen, in welchem Bundesstaat wir uns gerade befinden. „Pennsylvania,“ klärt uns der Tourguide auf und heizt daraufhin die (überwiegend jungen) Teilnehmer an. "Seid ihr bereit zum Wildwasserfahren?"

Es dauert nicht lange, da grölt der ganze Bus wie aus einem Halse: "Whoo - Whitewater Rafting!!" Die Stimmung ist regelrecht ansteckend und ich erkläre meiner amerikanischen Freundin, dass es in Deutschland furchtbar schwer ist, die Meute zu begeistern. Kein leichtes Publikum, die Deutschen. Meine Freundin erklärt mir, dass Kinder in Amerika schon im jüngsten Alter in Summer Camps gehen und diesen ansteckenden Enthusiasmus dort vermittelt bekommen.

Nach einer kurzen Fahrt kommen wir auch schon am Fluss an. Ich kann nur immer wieder erwähnen, wie unglaublich schön und faszinierend die Natur Nordamerikas ist. Das Flussbett ist von saftig grünen, dichten Wäldern gesäumt und schon nach wenigen Minuten auf dem Floß kommen wir uns vor, wie in einem "Tolkien"-Roman.

Das Rafting selbst ist viel einfacher, als wir es uns vorgestellt hatten. Schon nach kurzer Zeit haben wir den Dreh raus, wie wir das Boot sicher durch die Stromschnellen steuern. Allerdings ist das Wasser hier so flach, dass ein Zusammenstoß mit Steinen kaum vermeidlich ist.

Dabei trifft es genau mich und ich gehe in einer Stromschnelle über Bord. Mein Paddel fällt  natürlich mit ins Wasser. Während ich schnell außer Reichweite des Flosses bin, versucht meine Freundin wenigstens das Paddel zu retten und fällt dabei selbst ins kühle Nass. Es kommt eines zum anderen. Natürlich vergesse ich im Eifer alles, was uns der Tourguide noch vor wenigen Minuten im Bus für den Ernstfall erklärt hat. "Die Füße in Richtung Strömung strecken!" Ich liege mit dem Kopf zuerst im Wasser. "Bloß nicht aufstehen!" Ich stelle mich hin, nur um gleich wieder von der Stromschnelle umgerissen zu werden.

Glücklicherweise kommt eines der anderen Flosse vorbei und nimmt mich auf. Nachdem ich als Gast ein paar hundert Meter mitschippere, wechsele ich in ruhigeren Gewässern wieder zu meinem alten Team. Der Plumps ins Wasser - alles in allem eine nette Erfrischung an diesem heißen Augusttag.

Ganze fünf Stunden verbringen wir auf dem Fluss, inklusive einer halbstündigen Lunchpause am Ufer. Am späten Nachmittag ziehen wir unsere "Rafts" dann wieder aus dem Wasser. Zurück im Camp, erschöpft und in trockener Kleidung, gönnen wir uns das größte Eis, das ich je gesehen habe! Verdient haben wir es uns ja.

Als wir uns mit dem Bus auf den Heimweg machen wollen, kommt noch ein unerwarteter Zwischenfall. Wir geraten in einen Unfall. Eines von zwei Autos, die auf der Hauptstraße einer Kreuzung ineinander fahren, trifft auf unseren Bus. Gott sei Dank wird dabei niemand verletzt. Die Polizei kommt natürlich trotzdem. Jeder der 50 Personen im Bus darf eine Menge Formulare ausfüllen - von der Polizei, dem Busunternehmen und dem Veranstalter. Ganz typisch für die USA, denn jeder möchte sich hier absichern.

Mit zwei Stunden Verspätung machen wir uns schließlich auf den Heimweg in Richtung Osten, nach New York. Dabei haben wir die Sonne im Rücken. Ein perfekter Tag!

Auf in die Strömung!
(Foto: © Momentum)


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Cupcakes - Zuckerschock der amerikanischen Art

04. August 2010

Entweder man liebt sie, oder man hasst sie. An Cupcakes, kleine Küchlein bedeckt mit einer großzügigen Schicht aus Zuckerguss, streiten sich die Geister. Besonders in New York kommt man um die süßen Teilchen jedoch nicht herum. Und wer mich kennt, kann sich sicher denken, ob ich zu den Cupcake "Lovern" oder "Hatern" gehöre…

Meine erste Begegnung mit Cupcakes hatte ich als 16-jährige Austauschschülerin in Texas, als meine Gastmutter mit mir zusammen backte. Nun gut, der Begriff "backen" ist etwas übertrieben, denn im Endeffekt war der Teig nur eine Backmischung und der Zuckerguss - hier Icing genannt - kam aus der Dose.

Geschmeckt hat mir das Endprodukt damals gar nicht. Genau wie sich mein Gaumen an viele andere Köstlichkeiten der amerikanischen Küche erst einmal gewöhnen musste. Heute bin ich längst abgehärtet. Vielmehr noch - ich bin zum absoluten Cupcake-Fan konvertiert. Daher schleppe ich in der Regel auch jeden Gast aus Deutschland mit zu einem Bäkerei-Besuch um die Ecke.

In New York bin ich da an der richtigen Adresse. Bäckereien gibt es hier wie Sand am Meer und fast alle bieten die kleinen Küchlein in den unterschiedlichsten Farben und Geschmacksrichtungen an. Für Gesundheitsfanatiker gibt es sogar schon vegane Cupcakes. Genug Möglichkeiten also, seinen ganz persönlichen Favoriten zu finden. Wirklich lecker schmecken Cupcakes, die in Amerika besonders an Geburtstagen beliebt sind, übrigens nur, wenn sie ganz frisch sind.

International bekannt wurden die Zuckerbomben durch die TV-Serie Sex and the City. In einer bekannten Szene der Show sitzen die beiden New Yorkerinnen Carrie und Miranda auf einer Bank vor der Magnolia Bakery im West Village und verzehren zwei rosafarbene Cupcakes, während sie sich angeregt über die Männerwelt auslassen. Seitdem ist die Magnolia Bakery Anziehungspunkt für Fans aus aller Welt. Anfangs gingen die Warteschlangen sogar einmal um den gesamten Block (Ja, auch ich war eine der Wahnsinnigen, die sich dort einreihte).

Mittlerweile hat die vierte Filiale der Bäckerei in NYC geöffnet - im legendären Grand Central Terminal. Neben Cupcakes gibt es dort übrigens auch Kuchen, Kekse, Kaffee und jede Menge Merchandise wie T-Shirts, Schürzen und Backbücher. Ein ganz schöner Hype, dabei gibt es die besten Küchlein meiner Erfahrung nach bei den independent Bäckern, die nicht im Reiseführer stehen.

Da fällt mir ein, dass ich meinen Gutschein für ein Dutzend Cupcakes bei der Butter Lane Bäckerei im East Village noch einlösen muss. Wenn ihr mich dann also entschuldigen würdet …


(Foto: © Florida Sun Magazine)


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Wer einmal in den Vereinigten Staaten gewesen ist, weiß, dass der American Way of Life ansteckend ist. Immigranten aus aller Welt zog es schon vor Jahrhunderten in die "neue Welt" und auch heute noch ist das Land eines der beliebtesten Auswandererziele. Auch bei mir lief es nicht anders. Nach einem Schüleraustausch in Texas, einem Studium der Amerikanistik mit Auslandssemester in Wisconsin und einem anschließenden Praktikum in Florida lebe ich nun erneut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In meinem Blog berichte ich aus meiner neuen Heimat - der pulsierenden Metropole New York - und erzähle von meinen alltäglichen Erfahrungen im Großstadtdschungel. Zudem gebe ich all denjenigen Tipps, die gerne eine zeitlang in Amerika leben möchten.

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