Vor ein paar Monaten wollten eine Freundin und ich uns das Railroad Museum in Danbury, Connecticut ansehen. Geplant war eine Tagestour, um mal das Leben außerhalb New Yorks kennenzulernen. Damals verpassten wir unseren Anschlusszug und landeten stattdessen im Aquarium in South Norwalk. Am Wochenende machten wir einen zweiten Anlauf auf das Eisenbahnmuseum. So viel vorneweg: Es kam wieder einmal anders als geplant.
Nachdem wir die Infos zum Danbury-Tagesausflug noch einmal auf der Webseite der New Yorker Verkehrsgesellschaft nachgelesen haben, treffen wir uns am Sonntagvormittag im Grand Central Bahnhof, um dort die Tickets am Automaten zu besorgen. Aber plötzlich ist unser Getaway-Package nicht mehr gelistet. Leider kann uns hierzu auch am Schalter niemand eine Auskunft geben. Das Museum scheint wahrscheinlich aus dem Angebot genommen worden zu sein.
Eine Alternative muss her, denn wir sind heute schließlich in Aufbruchstimmung. Wir entscheiden uns für das Bruce Museum in Greenwich, CT, zu dem die Verkehrsgesellschaft auch vergünstigte Eintrittskarten und Zugtickets anbietet. Ein Freund von mir arbeitet in Greenwich und kann uns gute Tipps zur Stadt und der Umgebung geben. So sind wir nicht völlig planlos als wir uns in den nächsten Zug setzen, der uns bei strahlendem Sonnenwetter nach Connecticut bringt.
Als wir aus der Bahnhof treten, wirken wir wohl etwas verloren, denn sofort kommen uns einige Passanten zur Hilfe und erklären uns den Weg zum Museum. Wirklich freundlich, die Menschen hier. In New York wird man ja eher überrannt, wenn man sich verlaufen hat und den Leuten im Weg steht. Ein paar Minuten später stehen wir dann vor dem Museum, das wir sarkastisch mit dem Metropolitan Museum auf der Fifth Avenue vergleichen.
Es stellt sich heraus, dass das Bruce Museum zwar klein, aber definitiv fein ist. Das Prinzip des Musuems ist Kunst, Naturwissenschaften und Geschichte zu vereinen. Ein echter Allrounder eben. So erkunden wir zum Beispiel eine Ausstellung über das Leben von Abraham Lincoln und sehen sogar eine echte Haarlocke des ehemaligen US-Präsidenten. Außerdem sehen wir Kunst amerikanischer Ureinwohner und erforschen die natürlichen Lebensräume nordamerikanischer Wildtiere. Mit der richtigen Einstellung kann man hier wirklich viel erleben und lernen.
Nach dem Museumsbesuch machen wir uns auf zur Greenwich Avenue, der luxuriösen Shoppingmeile der Stadt. Unser Freund hat nicht übertrieben, als er von den reichen Bewohnern erzählte. In Greenwich gehen tatsächlich alle mit Designer-Taschen einkaufen - und das in Geschäften wie Hermes, Prada und Lacoste. Wir schlendern die Straße entlang und kehren nach einer Weile ins Katzenberg Kafe & Deli ein, das laut den Passanten, die wir fragten, DER Treffpunkt für junge Leute ist. Sie haben Recht, denn hier wimmelt es nur so von Teenagern, die bei Burgern, Sandwiches und Co. ihr Wochenende ausklingen lassen.
Nach unserem Lunch geht es zu Fuß weiter an den Long Island Sound, dem Meeresarm zwischen Long Island und Connecticut, der in den atlantischen Ozean fließt. Greenwich liegt direkt am Wasser und das nutzen wir bei frühlingshaften Temperaturen an diesem sonnigen Tag voll aus. Wir beobachten Segelboote und Spaziergänger. Sogar ein paar mutige Kayakfahrer sind schon auf dem kalten März-Wasser unterwegs. Nachdem wir genug Sonne getankt haben, machen wir uns auf den Rückweg in die Großstadt. Wieder ein mal ein netter Tagesausflug in die Umgebung von New York, auch wenn uns so langsam klar wird, dass wir das Eisenbahnmuseum in Danbury wohl nie sehen werden...
Das Bruce Museum
(Foto: © Florida Sun Magazine)
Ist es das MET? Ist es das Guggenheim? Nein, es ist das Bruce Museum!
(Foto: © Florida Sun Magazine)
Blick auf den Long Island Sound in Greenwich, Connecticut.
(Foto: © Florida Sun Magazine)

Die einzigartige und bunte Kunst der Sofi Zesmer.
Weiße Pracht? Nicht wirklich. Eher Schneematsch in den Straßen von New York.
Schon viel prachtvoller: Unsere Terrasse nach einer stürmischen Schnee-Nacht.
Der Countdown bis zum nächsten Hot Dog Wettessen läuft.
Die Wall of Fame am berühmten Nathan's Hot Dog Restaurant in Brooklyn.
Die chinesische Neujahrsfeier in Manhattans Chinatown
Die "Überbleibsel" der bunten Firecracker-Celebration
Chinesische Drachentänzer bringen Glück fürs neue Jahr








