Hausbau
Neue Wohngebiete außerhalb der Küstenlagen sorgen dafür, dass Neubauten in Cape Coral–Fort Myers aktuell günstiger sind als viele bestehende Immobilien. (Foto © Ajax9/AdobeStock)
Der Grund liegt vor allem darin, wo neue Häuser gebaut werden: Viele neue Wohngebiete entstehen weiter außerhalb östlich von I-75, wo Grundstücke günstiger und großflächige Bauprojekte einfacher umsetzbar sind. Laut Realtor.com entstehen inzwischen fast 80 Prozent aller Neubauten landesweit in suburbanen ZIP Codes.
Cape Coral–Fort Myers führt nationales Ranking an
Landesweit zahlen Käufer für Neubauten normalerweise deutlich mehr als für bestehende Häuser. Der durchschnittliche Preisaufschlag für neue Häuser liegt in den USA aktuell bei 15,1 Prozent.
In Southwest Florida zeigt sich jedoch das Gegenteil: Käufer zahlen in Cape Coral–Fort Myers durchschnittlich 13,5 Prozent weniger für Neubauten als für bestehende Immobilien. Damit liegt die Region laut Realtor.com landesweit auf Platz 1 der Märkte mit dem niedrigsten Neubau-Aufschlag.
Auch North Port–Bradenton–Sarasota weist einen negativen Wert auf und liegt mit minus 7,7 Prozent auf Platz 2.
Neue Wohngebiete entstehen weiter außerhalb
Der Preisvorteil hängt vor allem mit der Lage neuer Bauprojekte zusammen. Viele Neubauten entstehen nicht direkt in gewachsenen Stadtzentren oder Küstenlagen, sondern weiter im Inland auf günstigerem Bauland.
Laut Realtor.com entstehen nur 10,9 Prozent aller Neubauten in urbanen Lagen. In Lee County liegt dieser Anteil sogar nur bei 2,9 Prozent.
Dadurch fallen Neubauten im direkten Preisvergleich oft günstiger aus als ältere Häuser näher an Küste, Innenstadt oder etablierten Wohngebieten.
Wie stark sich Cape Coral aktuell verändert, zeigt auch der Florida-Sun-Artikel „Cape Coral: Diese Entwicklungen verändern die Stadt“.
Längere Pendelzeiten werden zunehmend zum Faktor
Die Entwicklung bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich. Viele Käufer erhalten zwar mehr Wohnfläche und niedrigere Einstiegspreise, müssen dafür aber längere Wege zu Arbeitsplätzen, Schulen, Ärzten oder Einkaufsmöglichkeiten einplanen.
Laut Realtor.com bleibt Neubau in den USA inzwischen vor allem eine „suburban story“. Urbanes Bauen sei deutlich schwieriger und teurer umzusetzen. Gerade in Southwest Florida verschiebt sich das Wachstum deshalb zunehmend weiter nach außen.
Hohe Bestandsimmobilienpreise wirken weiter nach
Zusätzlich beeinflussen weiterhin die starken Preissteigerungen aus der Corona-Zeit den Markt. Viele bestehende Häuser in Southwest Florida liegen preislich noch immer auf hohem Niveau.
Dadurch wirken neue Häuser im Vergleich inzwischen attraktiver – insbesondere für Erstkäufer oder Familien, die innerhalb Floridas umziehen möchten.
Die Housing Authority of the City of Fort Myers spricht weiterhin von einer „ever-evolving housing crisis“. Laut der Behörde geben viele Haushalte in Florida inzwischen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus.
Bauträger reagieren mit Preisnachlässen
Nach dem Ende der High Season reagieren viele Builder inzwischen mit Sonderangeboten und zusätzlichen Incentives.
Laut Immobilienmakler Brad Dohack bieten zahlreiche Bauträger in Southwest Florida aktuell verstärkt Preisnachlässe an, um bestehendes Inventar schneller zu verkaufen.
Auch Realtor.com berichtet, dass Preisreduzierungen bei Neubauten zuletzt häufiger wurden als bei Bestandsimmobilien.
Cape Coral wächst weiter in die Fläche
Die Entwicklung zeigt sich besonders stark in Cape Coral. Neue Wohngebiete, Infrastrukturprojekte und großflächige Communities verändern das Stadtbild zunehmend.
Auch über das geplante Seven-Islands-Projekt berichtete Florida Sun bereits ausführlich im Artikel „Cape Coral: Entwicklungsvereinbarung für Seven-Islands-Projekt“.
Parallel entstehen in ganz Southwest Florida neue Wohngebiete und Master-Planned-Communities, die die Region langfristig verändern. Mehr dazu im Florida-Sun-Artikel „Southwest Florida im Wandel: 5 neue Neighborhoods verändern die Region“.
Southwest Florida bleibt ein Markt mit großen Preisunterschieden
Das aktuelle Ranking zeigt vor allem, wie stark die Lage inzwischen den Immobilienpreis bestimmt. Während zentrale und küstennahe Bestandsimmobilien teuer bleiben, entstehen neue Häuser zunehmend weiter außerhalb zu vergleichsweise niedrigeren Preisen.
Für Käufer wird damit nicht nur die Frage entscheidend, ob sie neu oder gebraucht kaufen – sondern vor allem, wo.