Haus Versicherung
Entlastung für Floridas Hausbesitzer: Weitere genehmigte Tarifsenkungen bei Wohngebäudeversicherungen könnten die laufenden Kosten für Tausende Versicherte reduzieren.
Vier Versicherer senken die Tarife
Nach Jahren stark steigender Kosten gibt es weitere Anzeichen für eine Entspannung auf Floridas Wohngebäudeversicherungsmarkt.
Wie das Florida Office of Insurance Regulation (OIR) am 22. September mitteilte, wurden bei vier privaten Versicherern Tarifsenkungen genehmigt, die zusammen mehr als 62.000 Policen betreffen. Die niedrigeren Tarife werden jeweils bei der Verlängerung der entsprechenden Policen wirksam.
Die größten genehmigten Senkungen liegen bei 10,4 Prozent.
One Alliance North America Insurance Company senkt die Tarife um durchschnittlich 10,4 Prozent für 17.148 Policen. Bei Vyrd Insurance Company sind es ebenfalls 10,4 Prozent für 26.751 Policen.
Safe Harbor Insurance Company erhält eine Senkung um 4,1 Prozent für 10.501 Policen, bei Unique Insurance Company sind es 3,2 Prozent für 8.266 Policen.
Weitere Tarifsenkungen könnten folgen
Bei diesen vier Versicherern dürfte es nicht bleiben.
Nach Angaben des OIR haben seit Januar 2024 insgesamt 48 Versicherungsunternehmen Tarifsenkungen beantragt. Weitere 53 Unternehmen beantragten keine Veränderung beziehungsweise eine Nullrunde.
Derzeit prüft die Behörde weitere Anträge auf Senkungen zwischen 0,3 und 19,7 Prozent.
Floridas Insurance Commissioner Mike Yaworsky erwartet deshalb weitere Tarifsenkungen in den kommenden Monaten und bis ins Jahr 2027. Das OIR kündigte an, die ausstehenden Anträge beschleunigt zu prüfen.
Trend dreht sich deutlich
Wie stark sich der Versicherungsmarkt verändert hat, zeigt ein Vergleich mit den vergangenen Jahren.
Nach Angaben des OIR liegt die durchschnittlich beantragte Tarifveränderung für Wohngebäudeversicherungen über die vergangenen 30 Tage derzeit bei minus 4,8 Prozent. Vor einem Jahr waren es minus 1,1 Prozent.
Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor lag der entsprechende Wert noch bei plus 5,2 Prozent. Im Juli 2022 betrug die durchschnittlich genehmigte Tariferhöhung sogar 15,33 Prozent.
Südflorida: Kin senkt Tarife um mehr als 20 Prozent
In Teilen Südfloridas fallen einige Reduzierungen noch deutlicher aus.
Wie das OIR berichtet, hat Kin Insurance für neue und bestehende Kunden in Broward, Miami-Dade und Palm Beach County durchschnittliche Senkungen der Wohngebäudeversicherung von mehr als 20 Prozent angekündigt.
Zusätzlich bietet das Unternehmen nach Angaben der Behörde verschiedene Rabatte für qualifizierte Kunden an.
Florida war 2025 eine Ausnahme im US-Vergleich
Auch der Blick auf die landesweite Entwicklung zeigt eine Veränderung.
Das OIR verweist auf Daten von S&P Global, wonach Florida 2025 mit einer durchschnittlichen Tarifveränderung von minus 0,92 Prozent den niedrigsten Wert aller US-Bundesstaaten verzeichnete.
Während Florida damit als einziger Bundesstaat in dieser Auswertung einen Rückgang aufwies, lag der berechnete gewichtete Durchschnitt in den USA bei einer Erhöhung von 5,5 Prozent.
Nicht jeder Hausbesitzer zahlt automatisch weniger
Die aktuellen Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass die Wohngebäudeversicherung für jeden Eigentümer in Florida automatisch günstiger wird.
Das OIR weist darauf hin, dass die Prämie einer einzelnen Police von zahlreichen Faktoren abhängt. Dazu gehören unter anderem Lage und Eigenschaften der Immobilie sowie das individuelle Risikoprofil.
Auch eine durchschnittliche Senkung von beispielsweise 10,4 Prozent bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass jede Police des jeweiligen Versicherers exakt um diesen Prozentsatz günstiger wird, wie Florida Realtors ausführen.
Laut OIR liegt die durchschnittliche Wohngebäudeversicherungsprämie im regulierten Versicherungsmarkt Floridas derzeit bei 3.736 Dollar pro Jahr inklusive Wind Coverage. Citizens Property Insurance sowie Versicherer aus dem sogenannten Surplus-Lines-Markt sind in dieser Berechnung nicht enthalten.
Ein Vergleich kann sich bei der nächsten Verlängerung lohnen
Für Hausbesitzer kann die Entwicklung ein Anlass sein, ihre Versicherung bei der nächsten Vertragsverlängerung genauer zu prüfen.
Auch Citizens Property Insurance Corporation rät Kunden, die bei ihrer Verlängerung mit einer deutlichen Erhöhung konfrontiert werden, Angebote privater Versicherer zu vergleichen.
Denn der zunehmende Wettbewerb bedeutet nicht zwangsläufig, dass der bestehende Anbieter automatisch das günstigste Angebot macht.
Florida Sun beobachtet den Trend bereits länger
Die aktuellen Genehmigungen setzen eine Entwicklung fort, über die Florida Sun bereits berichtet hat. Schon zuvor hatten weitere Versicherer Tarifsenkungen angekündigt oder beantragt.
Auch regional war die Entspannung bereits sichtbar: In einer früheren Auswertung gingen die durchschnittlichen Wohngebäudeversicherungsprämien in 51 Counties Floridas zurück.
Was niedrigere Versicherungsprämien für den Immobilienmarkt bedeuten
Die Entwicklung ist nicht nur für bestehende Hausbesitzer relevant, sondern auch für Käufer.
Neben Kaufpreis, Hypothekenzins, Grundsteuer und möglichen HOA-Gebühren gehört die Wohngebäudeversicherung in Florida zu den wichtigen laufenden Kosten einer Immobilie. Hohe Prämien können deshalb beeinflussen, wie hoch die monatliche Gesamtbelastung eines Käufers ausfällt.
Sinkende oder stabilere Versicherungstarife können diese Belastung reduzieren. Entscheidend bleibt jedoch immer die konkrete Immobilie: Käufer sollten sich deshalb möglichst bereits vor dem Kauf über die Versicherbarkeit des Hauses und die zu erwartende Prämie informieren.
Die aktuellen Tarifsenkungen sind damit ein weiteres Zeichen für eine Entspannung auf Floridas Versicherungsmarkt. Ob und wie stark ein einzelner Eigentümer davon profitiert, zeigt sich jedoch erst beim konkreten Angebot oder bei der nächsten Vertragsverlängerung.