Kuba-Flamingo
Soll Floridas neuer offizieller Staatsvogel werden: der Kuba-Flamingo (Foto © rayhennessy/Adobe Stock)
Wie der Orlando Sentinel berichtet, entschied das floridianische Repräsentantenhaus kürzlich mit 112 zu 1 Stimmen, dass der Kuba-Flamingo oder Rote Flamingo ("Phoenicopterus ruber"), im Englischen als "American flamingo" bezeichnet, für mindestens fünf Jahre zum neuen Staatsvogel Floridas werden soll. Laut Secret Miami könnte das entsprechende Gesetz am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Zuvor muss es allerdings noch zwei Ausschüsse passieren, ein positives Votum vom Senat erhalten und zu guter Letzt vom Gouverneur unterschrieben werden.
Laut Orlando Sentinel waren einige der Parlamentarier bei der Abstimmung zur Feier des Tages in Rosa gekleidet. Sofern das Gesetz auch vom Senat angenommen wird, wird der Flamingo sich seine Funktion als gefiedertes Wahrzeichen des Sunshine State allerdings mit einem anderen Vertreter seiner Zunft teilen: dem Florida-Häher, der zum Staatssingvogel erklärt werden soll. Das Nachsehen hat dagegen der bisherige floridianische Staatsvogel, die Gartenspottdrossel, auch Amerikanische Spottdrossel genannt.
Spötter mögen meinen, dass es einem Bundesstaat, der für seine lässige Lebensart bekannt ist und in dem die Gefahr, einen Sonnenstich zu bekommen, größer ist als in den meisten anderen Regionen der USA, gut zu Gesicht steht, einen rosaroten Vogel zu seinem Wahrzeichen zu machen. Allerdings gibt es dafür neben der durch die Popkultur befeuerten, tradierten Symbolik auch einen ganz konkreten Grund: Zumindest einige der Flamingos, die von Hurrikan Idalia im August 2023 aus Mexiko in die südlichen USA verfrachtet wurden, scheinen sich zumindest längerfristig im Sunshine State niedergelassen zu haben. Die einst in Südflorida relativ häufigen Vögel waren dort Anfang des 20. Jahrhunderts durch übermäßige Bejagung ausgestorben, was vor allem mit dem obsessiven Kult zu tun hatte, den die Modeindustrie damals um ihre Federn betrieb.
Eine Ursache dafür, dass sie sich heute wieder ansiedeln, sehen Wissenschaftler gemäß abc Gulf Coast in der Wiederherstellung der von ihnen genutzten Habitate etwa durch die Erhöhung des Süßwasservolumens, das in den Everglades vom Lake Okeechobee in die Florida Bay fließt. Bislang gibt es allerdings noch keinen eindeutigen Beleg dafür, dass die Flamingos in Floridas Wildnis auch wieder brüten. Die University of Central Florida kam aber in einer kürzlich veröffentlichten Studie aufgrund genetischer Vergleiche von Gewebeproben aus Florida, der Karibik und dem nördlichen Südamerika jedenfalls zu dem Ergebnis, dass Kuba-Flamingos zumindest früher auch zur einheimischen Tierwelt zählten.