Florida-Manati, Crystal River
Ein Florida-Manati und seine menschlichen Beobachter in einer warmen Quelle in Crystal River (Foto © Thierry Eidenweil/Shutterstock.com)
Wie WUSF ausführt, beginnt Floridas Manati-Saison offiziell am 15. November und dauert bis Ende März. In Crystal River an der zentralfloridianischen Golfküste rund 110 Kilometer nördlich von Tampa, der selbsternannten "Welthauptstadt der Manatis", bieten in dieser Zeit über 20 Unternehmen Touren und Ausflüge zu den Seekühen an, die sich in den über 70 natürlichen Quellen der Region tummeln. In ihnen liegt die Wassertemperatur das ganze Jahr über bei rund 22 Grad Celsius – etwa 2 Grad über dem Mindestwert, den die Tiere brauchen, um sich wohlzufühlen.
Das Crystal River National Wildlife Refuge, das die Three Sisters Springs, die King Spring und die gesamte Kings-Bay-Region umfasst, wurde 1983 unter anderem auch zum Schutz der Florida-Manatis und ihrer winterlichen Habitate gegründet. Einige der Zufluchtsgebiete der Seekühe dürfen daher von Menschen in dieser Jahreszeit nicht betreten werden, an anderen ist dagegen sogar – anders als überall sonst in den USA – das gemeinsame Schwimmen mit den durch verschiedene Gesetze streng geschützten Meeressäugern erlaubt. Man kann dies als Zugeständnis an die örtliche Tourismusindustrie betrachten, die ihrerseits aber auch einen Beitrag zum Schutz der Tiere und Ökosysteme leistet, indem sie einerseits bei ihren Touren die Menschen für dieses Thema sensibilisiert. Andererseits werden nach den Worten von Vickie Hall, die in leitender Funktion für das Manati-Tourguide-Unternehmen River Ventures arbeitet, von den Veranstaltern verletzte oder krank wirkende Seekühe umgehend der Umweltbehörde Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) gemeldet, selbst wenn dafür eine Tour unterbrochen werden muss.
Nachdem 2023 und 2024 die Seegraswiesen, die die Hauptnahrungsquelle für die Florida-Manatis darstellen, durch Hurrikane stark zerstört worden waren, kehrten viele der Tiere trotz der niedrigeren Wassertemperatur auf der Suche nach Nahrung in den Golf zurück. Dies führte dazu, dass sich der Gesundheitszustand der Population bedingt durch den Kältestress markant verschlechterte. Die 2012 von örtlichen Bürgern und Geschäftsleuten ins Leben gerufene Organisation Save Crystal River, die sich der Wiederherstellung und dem Schutz der örtlichen Wasserökosysteme widmet, startete in der Folge das Kings Bay Restoration Project, in dessen Rahmen verschiedene Seegrasarten unter Schutzkäfigen neu angepflanzt werden und ihr Wachstum beobachtet wird.
Ein weiterer Ort, an dem sich in jedem Winter zahlreiche Meeressäuger und menschliche Beobachter einfinden, ist ein Bereich der Tampa Bay in Apollo Beach, der durch das von der Big Bend Power Station eingeleitete Kühlwasser permanent auf seekuhfreundliche Temperaturen aufgeheizt wird. Das dort von dem Kraftwerk eigens errichtete Manatee Viewing Center zog, seitdem es 1986 eröffnet wurde, laut That’s so Tampa bereits 7,4 Millionen Besucher an. In der letzten Wintersaison wurden dort zu einem bestimmten Zeitpunkt rund 1100 der Tiere gezählt, womit der bisherige Rekord von 850 aus dem Winter davor eingestellt wurde. Das Beobachtungszentrum ist von Anfang November bis Mitte April täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, bleibt allerdings am Thanksgivingtag, dem Weihnachtsfeiertag und an Ostern geschlossen. Der Eintritt ist frei, ebenso das Parken.