"Halloween Horror Nights", Universal Studios, Orlando
An Halloween dürfen natürlich auch von innen erleuchtete Kürbisköpfe nicht fehlen – wie hier bei den "Halloween Horror Nights" in den Universal Studios in Orlando. (Foto © Inspired By Maps/Shutterstock.com)
Am 31. Oktober, dem Tag vor Allerseelen, jenem Tag, an dem die katholische Kirche der verstorbenen Gläubigen gedenkt, ziehen abends wieder Kinder in gruseligen Kostümen von Haus zu Haus, um Süßes zu fordern und Saures anzudrohen. Doch die Feierlichkeiten zum Fest der Geister und Schattengestalten beginnen schon lange vorher: Bereits seit dem 16. September laden die Universal Studios in Orlando Unerschrockene zu den "Halloween Horror Nights", die in diesem Jahr mit nicht weniger als zehn Spukhäusern und fünf "Schreckenszonen" aufwarten. Kleinere Geisterfans, denen es eher um Spaß als um Grusel geht, treffen sich in Disneys Magic Kingdom, wo ebenfalls bereits seit Mitte September an zahlreichen Abenden "Mickey’s Not-So-Scary Halloween Party" steigt. Fünf Spukhäuser und fünf Schreckenszonen, vier umherlaufende Horden gruseliger Gestalten, verschiedene Liveshows und einige Überraschungen bietet schon seit dem 5. September allabendlich das Halloweenevent "Howl-O-Scream" in den Busch Gardens Tampa Bay, das mit einem etwas anderen Angebot auch in der SeaWorld Orlando zelebriert wird: Hier sind es nur zwei Horden, dafür sechs Schreckenszonen.
Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass Halloween an Vorabend des Tags zum christlichen Fest der Seelen begangen wird. Doch der Brauch, sich in dieser Nacht zu verkleiden, geht auf viel ältere keltische Traditionen zurück. Wie News-Press ausführt, knüpft Halloween vermutlich an das im alten Irland gefeierte Fest Samhain an, das das Ende des Sommers und zugleich den Beginn des keltischen Jahres markierte. Gemäß der Überlieferung besuchten am Abend des 31. Oktober, dem letzten Tag des Sommers, mythische Wesen aus der "Anderswelt" die Welt der Menschen. Um nicht von ihnen heimgesucht zu werden, verfielen die Menschen angeblich auf die Idee, sich zu tarnen, um sie zu verwirren.
Als traditionelle Farben des Halloweenfestes gelten Schwarz und Orange. Laut der Library of Congress beruht dies darauf, dass Schwarz für die alten Kelten für den Tod des Sommers stand, während Orange den Herbst symbolisierte. Zur Entstehung des Brauchs, Fremde um Gaben zu bitten und jenen, die sich weigern, Streiche zu spielen, gibt es verschiedene Theorien. Gemäß einer davon stellten die Kelten den Besuchern aus der Anderswelt in der Nacht Essen vor die Tür, um sie zu besänftigen. Mit der Zeit begannen Menschen, sich als mythische Wesen zu verkleiden, um afu dieselbe Weise bewirtet zu werden. Einer anderen Theorie zufolge geht der Halloweenbrauch auf die mittelalterlich Praxis zurück, dass Kinder oder auch arme Erwachsene am Vorabend von Allerseelen an den Türen im Tausch gegen Essen oder Geld Gebete für die Verstorbenen aufsagten; irgendwann verlegten sich einige von ihnen darauf, die Gebete durch nichtreligiöse Lieder, Witze oder andere Vorführungen zu ersetzen. Eine dritte zieht eine Verbindung zu einem Brauch, der mit dem Pelzmärtel zusammenhängt, der in Süddeutschland den Nikolaus begleitet und die Kinder in Abhängigkeit von ihrem Verhalten entweder beschenkt oder mit Schlägen seiner Rute bestraft. Beim sogenannten "belsnickeling" verkleideten sich Kinder, klopften bei ihren Nachbarn an und baten sie zu erraten, wer dort vor ihnen stand. Jene Kinder, bei denen dies keinem der Erwachsenen gelang, erhielten im Gegenzug etwas zu essen.