Selten billig: Autoreparatur
Autoreparaturen können schnell teuer werden. In Florida sorgten in der Vergangenheit unter anderem kostspielige Prozesse dafür, dass auch die Versicherungsprämien in die Höhe schnellten. (Foto © Vitalii Stock/Shutterstock.com)
Laut News-Press dürften die Prämien in diesem Jahr bei den fünf größten Versichern im Sunshine State, Progressive, Geico, State Farm, Allstate und USAA, die zusammen rund 78 Prozent des Marktes abdecken, im Schnitt um 6,5 Prozent zurückgehen. In einigen Fällen sei sogar mit einem Rückgang um 11,5 Prozent zu rechnen. Im vergangenen Jahren waren die Prämien noch um durchschnittlich 4,3 Prozent gestiegen, 2023 sogar um 31,7 Prozent.
Grund dafür sind unter anderem Änderungen im Deliktsrecht, in dem Schadensersatzansprüche im Fall unerlaubter Handlungen geregelt werden. Hierdurch wurde die bisherige gesetzliche Regelung der einseitigen Anwaltsgebührenerstattung ("one-way attorney fees") abgeschafft: Wer seine Versicherung verklagt und den Rechtsstreit gewinnt, erhält nun nicht mehr automatisch vom Staat die Anwaltsgebühren erstattet.
Außerdem ist es seit 2024 nicht mehr möglich, Versicherungsleistungen auf Autoreparaturanbieter zu überschreiben. Nach den Worten von Mark Friedlander, Leiter der Abteilung für Medienarbeit des Insurance Information Institute, war es in der Vergangenheit eine weit verbreitete Masche "skrupelloser Akteure" in dieser Branche, "Autofahrer in Florida vor Autowaschanlagen, an Tankstellen und auf Shoppingcenterparkplätzen" anzusprechen und ihnen "Geschenkgutscheine im Austausch für die Überschreibung der Versicherungsleistung für die Reparatur der Windschutzscheibe anzubieten" – Forderungen, die "typischerweise von den Versicherern zurückgewiesen wurden", was zu einer großen Zahl von Prozessen und dadurch zur Erhöhung der Versicherungsprämien geführt habe.
Ob der Rückgang der Prämien eine Trendwende einläutet oder früher oder später wieder mit einer Erhöhung zu rechnen ist, ist laut abc Action News aber eine offene Frage. Nach Aussage des früheren floridianischen Senators Jeff Brandes, heute Kopf des überparteilichen Florida Policy Project – eines Forschungsinstituts, das sich die Entwicklung "evidenzbasierter politischer Richtlinien zur Verbesserung des Lebens der Floridianer" auf die Fahne geschrieben hat – müsse man sich vor allem auch um das Problem der nicht versicherten Fahrzeughalter kümmern, deren Anteil in Florida bei 20,6 Prozent liegt und damit US-weit einer der höchsten ist.