Airbus, Discover Airlines
Zum 1. Juli kommenden Jahres wird die Luftverkehrabgabe herabgesetzt, und geht es nach dem Willen einiger Unionspolitiker, werden sich Reisende bereits im kommenden Sommerurlaub über geringere Ticketpreise freuen können. (Foto © Markus Mainka/Shutterstock.com)
Wie Touristik aktuell ausführt, soll die Luftverkehrsindustrie durch die Absenkung der Steuer, die 2011 eingeführt wurde, laut Bundeskanzler Friedrich Merz um 350 Millionen Dollar entlastet werden. Überdies sollen auch die Flugsicherungsgebühren nicht weiter ansteigen, sondern herabgesetzt werden. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung liegt die Luftverkehrssteuer derzeit bei 15,53 Euro pro Passagier für Kurz-, 39,34 Euro für Mittel- und 70,83 Eure für Langstreckenflüge. Konkrete Zahlen im Hinblick auf die Höhe der künftigen Gebühren wurden noch nicht genannt.
Lobbyorganisationen der Luftfahrt- und Reiseindustrie sowie Airlines äußerten sich erwartungsgemäß positiv zu der angekündigten Steuersenkung und sprachen von einem "wichtigen Signal" zur Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland, während Umweltverbände sie kritisierten. So erklärte Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Maßnahme zeige, dass "Klimaschutz im Verkehr bei der Koalition keinen hohen Stellenwert" besitze. Ziel der Regierung "sollte es sein, Flugverkehr zu vermeiden und auf die Schiene zu verlagern".
Aus der SPD wurde indes die Forderung laut, zum Ausgleich eine Luxusflugsteuer für Reisende in der Business- und First Class sowie in Privatjets einzuführen, wie Die Zeit berichtet. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das von der von neun Ländern ins Leben gerufenen Premium Flyers Solidarity Coalition auf der noch bis zum 21. November in Brasilien abgehaltenen UN-Klimakonferenz (COP30) vorgeschlagen wurde. Begründet wird die Forderung damit, dass Business- und First-Class-Reisende im Schnitt für den Ausstoß von dreimal so viel CO2 verantwortlich sind wie Economy-Class-Passagiere; im Fall von Privatjets liegt die in die Umwelt abgegebene Kohlendioxidmenge pro Passagier und Kilometer sogar beim 14-Fachen. Die CDU/CSU steht der Idee jedoch mehrheitlich ablehnend gegenüber. Stattdessen appellierten Unionspolitiker an die Fluggesellschaften, ihre Ticketpreise bereits vor der Steuersenkung herabzusetzen, sodass die Menschen schon bei ihrem kommenden Sommerurlaub entlastet würden.