Dunkler Tigerpython, Everglades
Fühlt sich im Sunshine State wohl, ist aber eine Gefahr für viele einheimische Tierarten: der aus Südostasien stammende Dunkle Tigerpython. (Foto © Heiko Kiera/Shutterstock.com)
Bei der neuesten Methode, die Pythons anzulocken, um sie einfangen und anschließend einschläfern zu können, handelt es sich um Hasen – freilich um ganz besondere: Gemäß USA Today haben Wissenschaftler der University of Florida von Motoren angetriebene künstliche Langohren entwickelt, die sich nicht nur wie echte Marschkaninchen bewegen, sondern dank einer internen Heizung auch ihre Körpertemperatur aufweisen. Die Energie für Mechanik und Elektronik liefert ein Solarmodul. Im Rahmen einer Testphase im Juli dieses Jahres wurden 40 fernsteuerbare Roboterkaninchen in verschiedenen Gebieten Südfloridas platziert. In ihrer Nähe wurden Kamerasysteme installiert, die Pythons aufgrund ihrer spezifischen Bewegungen erkennen und, wenn sich eine der Schlangen nähert, ein Funksignal an die Forscher absetzen.
Die bisherigen Ergebnisse waren vielversprechend genug, um die Studie fortzusetzen. Bei den kommenden Experimenten sollen die Roboter auch den Geruch echter Marschkaninchen versprühen. Am Anfang dieses Projekts standen allerdings Hasen aus Fleisch und Blut: Bereis 2012 wurden Marschkaninchen in die Everglades verfrachtet, um zu ermitteln, ob und wenn ja, wie schnell sie zur Beute der Tigerpythons werden würden. Die Untersuchungen ergaben, es möglich ist, die Würgeschlangen durch in Ställen gehaltene Hasen anzulocken. Da es aber zu aufwendig wäre, über die riesige Fläche des Nationalparks verteilt zahlreiche Kaninchenställe aufzustellen, deren Bewohner, solange sie noch nicht zum Schlangenfutter werden, ihrerseits regelmäßig versorgt werden müssten, kam man auf die Idee, auf mechanische Alternativen zurückzugreifen.